Von: apa
Henrik Kristoffersen hat zum fünften Mal den Schladming-Slalom gewonnen und ist damit Rekordsieger. Der Norweger setzte sich am Mittwoch vor seinem Landsmann Atle Lie McGrath (+0,34) und dem Franzosen Clement Noel (+0,54) durch und zeigte große Emotionen. Für Kristoffersen war es nach drei dritten Plätzen der erste Saisonerfolg. Fabio Gstrein wurde als bester Österreicher bei der Olympia-Generalprobe Fünfter, er verbesserte sich im zweiten Durchgang um fünf Plätze.
Kristoffersen hat damit einmal mehr in Schladming gewonnen als Benjamin Raich, nach dem zugleich 34. Weltcupsieg seiner Karriere fiel er im Zielstadion der Planai auf die Knie. “Alle sagen, ich weine so viel über Bedingungen und Kurssetzung, und es ist zu eisig. Und ich bin alt und habe nichts gewonnen seit Kranjska Gora letztes Jahr. Aber ich finde, wir sollten auf solchen Bedingungen kein Rennen fahren”, sprach er im ORF-TV zuerst einmal die wie am Vortag eisigen Verhältnisse an, ehe er meinte: “Im Endeffekt: fünfter Sieg in Schladming, ich glaube, jetzt kann ich sagen, es ist mein Haus.”
Das letzte Mal so emotional sei er bei seinem Sieg vor fünf Jahren in Madonna gewesen (Dezember 2020). Die Bedingungen seien auch nicht so einfach für den Rücken, der ihm derzeit zu schaffen macht. Von den im ersten Durchgang gut klassierten Fahrern schieden Loic Meillard (SUI/3.), Paco Rassat (FRA/4.), Eduard Hallberg (FIN/6.) und Armand Marchand (BEL/7.) aus. Insgesamt gab es im finalen Durchgang neun Ausfälle, nur 21 Läufer waren klassiert.
Bei Gstrein passt das Skifahren wieder
Gstrein kam mit dem von Michael Pircher, dem Trainer von Lucas Pinheiro Braathen (von 5 auf 4), äußerst drehend und teilweise weit gesetzten Kurs sehr gut zurecht und fuhr das beste Saisonergebnis ein. “Es fühlt sich nicht gut an, es ist echt wild von oben bis unten, aber das gehört dazu. Ich habe mich halbwegs runtergekämpft”, sagte er. Es war zugleich das zweitbeste ÖSV-Saisonergebnis. “Das Skifahren passt, das Rennfahren passt, die Attacke hat gepasst. Da kann ich weiterarbeiten. Ich sehe, dass ich im Rennen auch schnell sein kann.”
Kitzbühel-Sieger Manuel Feller landete mit Schmerzen auf Platz zehn, es sei ein anderes Rennen als in Kitzbühel gewesen, vom Gelände und vom Untergrund her. Die Kurssetzung lobte er ausdrücklich, in den kommenden Tagen war Regeneration angesagt, denn schon das Stehen sei ungemütlich. “Ich nehme seit ein paar Tagen ein Antibiotikum und seit heute auch Schmerzmittel. Ich habe seit längerer Zeit Leisten- und Schambeinprobleme. Mit dem Riesentorlauf gestern ist mir da ziemlich aus dem Geschirr gekommen”, erzählte er.
Bestes Karriereergebnis für Sturm im Slalom
Joshua Sturm brauste von Platz 28 auf 12 nach vorne und erreichte sein bestes Karriereergebnis in dieser Disziplin. “Der zweite war bis zwei Tore vor dem Ziel richtig gut, aber gerade jetzt bin ich noch bissl frustriert über den Fehler, den ich gemacht habe. Da liegt eine halbe Sekunde. Ich habe viele gute Schwünge gehabt, die nehme ich mit”, sagte Sturm. Die Kurssetzung habe alles noch einmal ein bisschen durcheinandergewirbelt, meinte er.
Johannes Strolz (Halbzeit-14.) schied im zweiten Durchgang ebenso aus wie Adrian Pertl (27.) und Dominik Raschner (20.). Die für den Slalom bei den Winterspielen in Bormio nominierten Marco Schwarz (32.) und Michael Matt (33.) verpassten das Finale. Simon Rueland sah im ersten Lauf das Ziel nicht.




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