Arnautovic erzielte Österreichs 1:0

ÖFB-Team nach 3:3 gegen Algerien im Sechzehntelfinale

Sonntag, 28. Juni 2026 | 07:38 Uhr

Von: apa

Österreichs Nationalteam steht bei der Fußball-WM im Sechzehntelfinale. Die ÖFB-Auswahl erreichte in einem hochdramatischen Duell mit Algerien durch ein Tor von “Joker” Sasa Kalajdzic in der 96. Minute ein 3:3 und beendete damit die Gruppe J als Zweiter. In der Runde der letzten 32 geht es nun am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles gegen Spanien. Algerien stieg als einer der besten Gruppendritten auf und bekommt es in der K.o.-Phase mit der Schweiz zu tun.

Marko Arnautovic (28.) und Marcel Sabitzer (55.) brachten die Österreicher in Führung, den Algeriern gelang dank Rafik Belghali (45.) und Riyad Mahrez (60.) zweimal der Ausgleich. Nach dem zweiten Tor von Mahrez (93.) schien Österreich bereits ausgeschieden zu sein, doch Kalajdzic köpfelte Österreich praktisch in letzter Sekunde ins Glück.

Erstmals seit 1982 WM-Gruppenphase überstanden

Die ÖFB-Equipe überstand erstmals seit 1982 die Gruppenphase einer WM und absolviert erstmals seit 1954 bei einem Weltturnier ein K.o.-Spiel – und das als klarer Außenseiter. Spanien gilt mit Topstar Lamine Yamal als einer der aussichtsreichsten Titelanwärter.

Teamchef Ralf Rangnick hatte Arnautovic zum ersten Mal bei dieser Endrunde in die Startelf beordert. Als Zehner agierte diesmal Romano Schmid, Konrad Laimer wurde am rechten Flügel aufgestellt. Personell war die ÖFB-Anfangsformation mit Ausnahme der Rochade Arnautovic für Sasa Kalajdzic identisch mit jener des Auftaktspiels gegen Jordanien (3:1). Algeriens Nationaltrainer Vladimir Petkovic schenkte im Tor Oussama Benbot anstelle von Luca Zidane das Vertrauen, der bei Manchester City engagierte Linksverteidiger Rayan Ait-Nouri saß vorerst nur auf der Bank.

Erste gute Offensivaktion brachte 1:0

Das Match begann vor 69.045 Fans mit einer Trauerminute für die Erdbebenopfer in Venezuela, danach ließen es beide Teams ruhig angehen. Weitschüsse von Xaver Schlager (8.) und Ibrahim Maza (10.) verfehlten das Ziel deutlich. Gleich die erste gelungene Aktion in der gesamten Partie führte zum 1:0 für Österreich. David Alaba spielte einen Idealpass auf Arnautovic, der den Ball am nicht herauslaufenden Benbot vorbeispitzelte. Für den ÖFB-Rekordkicker war es der 49. Treffer im 136. Länderspiel.

Danach schalteten die Algerier einen Gang höher. Während das ÖFB-Team vor der Pause nur noch eine von Benbot zunichte gemachte Laimer-Chance (33.) und einen abgeblockten Schuss von Nicolas Seiwald (45.+2) zu bieten hatte, tauchten die Nordafrikaner deutlich öfter in der gegnerischen Gefahrenzone auf. Belghali schoss am langen Eck vorbei (32.), Maza traf das Außennetz (36.), und ein Versuch von Fares Chaibi an der Strafraumgrenze landete an der Stange (40.).

Das 1:1 zeichnete sich ab, es entsprang einer Mischung aus Pech und Unvermögen. Phillipp Mwene wollte einen zu weiten Pass der Algerier ins Out hoppeln lassen, der Ball prallte jedoch von der Cornerfahne zurück ins Feld. Mahrez nützte die Gelegenheit, das Spielgerät kam zu Belghali, der zunächst Xaver Schlager anschoss, danach Marcel Sabitzer und Alaba aussteigen ließ und wuchtig ins kurze Eck abschloss.

Rangnick tauschte zu Pause drei Mal

Rangnick reagierte zur Pause mit einem Dreifachtausch. Der angeschlagene Arnautovic sowie Xaver Schlager und Schmid blieben in der Kabine, eingewechselt wurden Michael Gregoritsch, Paul Wanner und Florian Grillitsch. Wohl auch dadurch kam mehr Ruhe ins Spiel, ehe Österreich wie schon in der ersten Hälfte praktisch aus dem Nichts zuschlug. Laimer setzte sich im Zweikampf mit Jaouen Hadjam durch und spielte flach in den Rückraum, wo Sabitzer mit einer überlegten Direktabnahme auf 2:1 stellte. Der Steirer erzielte im 101. Länderspiel sein 27. Tor und ist damit nun vor Andreas Herzog und Matthias Sindelar Siebenter in der ewigen ÖFB-Schützenliste.

Wie schon in der ersten Hälfte geriet Österreich nach der Führung in Bedrängnis. Houssem Aouar ließ Stefan Posch stehen, seinen Stanglpass verwertete Mahrez. Wenig später musste Alaba mit Muskelproblemen vom Platz. Ohne den Kapitän musste die ÖFB-Elf lange keine brenzlige Situation mehr überstehen, weil Algerien kein großes Risiko mehr nahm. Auch Österreich hielt sich im Finish zurück.

In den letzten Minuten gab es praktisch nur noch Ballgeschiebe zu sehen. Zuschauer verließen das Stadion vorzeitig, gellende Pfiffe waren zu hören, doch plötzlich überschlugen sich die Ereignisse: Mahrez, von der ÖFB-Abwehr sträflich alleine gelassen, traf ins lange Eck und schien Österreich aus dem Turnier zu kegeln. Beim letzten Verzweiflungsangriff der ÖFB-Elf köpfelte Gregoritsch für den kurz zuvor eingetauschten Kalajdzic auf, der per Kopf die Sechzehntelfinal-Teilnahme fixierte.

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