Von: idr
Mailand/Cortina – Vier Tage vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina erschüttert ein Dopingfall das italienische Team: Die 24-jährige Biathletin Rebecca Passler aus Rasen-Antholz wurde positiv auf das verbotene Mittel Letrozol getestet. Das nationale Antidopinggericht TNA bestätigte die Suspendierung der Athletin. Es ist der erste Dopingfall der Spiele Mailand-Cortina 2026.
Die Substanz wurde bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs von der nationalen Antidopingbehörde Nado Italia nachgewiesen. Letrozol ist ein Aromatase-Hemmer, der seit 2008 im Leistungssport verboten ist. Der Wirkstoff senkt den Östrogenspiegel und kann theoretisch die Nebenwirkungen von Anabolika verschleiern. In der Medizin wird Letrozol zur Behandlung von Brustkrebs im Frühstadium eingesetzt.
Bittere Ironie: Heimspiele ohne Heimathletin
Besonders tragisch: Passler stammt aus Antholz, dem Austragungsort der Biathlon-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen. Der Traum, vor heimischem Publikum zu starten, ist für sie somit geplatzt. Passler gehörte zu den fünf italienischen Biathletinnen im Olympia-Aufgebot und hatte zuletzt in Oberhof mit Rang zehn ihr bestes Weltcup-Ergebnis erzielt.
In Italien gab es bereits 2017 einen Dopingfall mit Letrozol: Bei der Tennisspielerin Sara Errani wurde der Wirkstoff nachgewiesen, sie vermutete eine Nahrungsmittelverunreinigung. Passler kann nun eine Gegenanalyse beantragen und muss die Umstände des positiven Tests erklären.
Der Fall überschattet den Start der Heimolympiade massiv. Neben Passler gehören aus Südtirol auch Dorothea Wierer, Hannah Auchentaller, Patrick Braunhofer und Lukas Hofer zum italienischen Biathlon-Team. Ob es zu weiteren Ausfällen im Team kommt, bleibt abzuwarten.




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