Pogacar siegte erstmals in Sanremo

Pogacar gewinnt trotz Sturz erstmals Mailand-Sanremo

Samstag, 21. März 2026 | 19:46 Uhr

Von: APA/dpa

Auch ein Sturz hat Tadej Pogacar beim Eintagesrennen Mailand-Sanremo nicht stoppen können. Der slowenische Rad-Superstar setzte sich am Samstag nach 298 Kilometern im Sprint gegen den Briten Tom Pidcock durch und gewann erstmals den Frühjahrsklassiker, der ihm in seiner Erfolgssammlung noch gefehlt hatte. Den dritten Platz holte sich der Belgier Wout van Aert.

Pogacar war gut 32 Kilometer vor dem Ziel in einer Kurve heftig zu Boden gegangen. “Als ich stürzte, dachte ich für eine Sekunde, alles ist vorbei. Es ist der wichtigste Teil des Rennens. Glücklicherweise war ich schnell wieder auf dem Rad. An meinem Rad und mir war nicht so viel kaputt. Die Beine waren noch in Ordnung”, sagte der viermalige Tour-de-France-Sieger, der eine beeindruckende Aufholjagd startete und an der Cipressa hinauf quasi am ganzen Feld vorbeiflog.

Der Ausnahmefahrer nahm sich nicht einmal Zeit zum Durchschnaufen, sondern ging direkt in den Attacke-Modus. Nur Vorjahressieger Mathieu van der Poel und Mountainbike-Olympiasieger Pidcock konnten ihm am vorletzten Anstieg noch folgen. Am Poggio, dem letzten Anstieg, musste dann auch Van der Poel abreißen lassen. Pogacar zog von der Spitze weg den Sprint an und kam einige Zentimeter vor Pidcock über die Ziellinie. “Die Emotionen sind nicht in Worte zu fassen. Es war so kompliziert heute”, sagte UAE-Teamchef Mauro Gianetti.

Paris-Roubaix fehlt Pogacar noch

In den vergangenen Jahren hatte der Slowene den Sieg in Sanremo immer knapp verpasst, gleich zweimal stand ihm dabei sein großer Rivale Van der Poel im Weg. Durch seinen ersten Triumph bei der “Classicissima” hat Pogacar nun vier der fünf Radsport-Monumente mit den wichtigsten Eintagesklassikern gewonnen. Dem 27-Jährigen fehlt nur noch ein Sieg beim Kopfsteinpflaster-Klassiker Paris-Roubaix, der in drei Wochen auf dem Programm steht.

Felix Großschartner, der für seinen UAE-Kapitän Pogacar Führungsarbeit geleistet hatte, kam mit 11:14 Minuten Rückstand ins Ziel. Bester Österreicher war Marco Haller (Tudor) mit Platz 116 und 5:01 Minuten Rückstand. Michael Gogl (Alpecin) wurde 166. (+18:57).

Horror-Sturz von Debora Silvestri

Das Frauen-Rennen wurde von einem Horror-Sturz überschattet. Auf der Abfahrt der Cipressa waren einige Fahrerinnen, darunter Ex-Tour-Siegerin Kasia Niewiadoma-Phinney, zu Fall gekommen. Die Italienerin Debora Silvestri versuchte auszuweichen und stürzte dabei über die Leitplanke einige Meter in die Tiefe auf den Asphalt. Ihr Team Laboral Kutxa teilte später mit, dass sie in stabilem Zustand und auf dem Weg ins Krankenhaus sei. Eine zweite Fahrerin war ebenfalls über die Leitplanke gestürzt, aber nicht so unglücklich aufgeprallt und konnte schnell wieder stehen. Das Rennen gewann die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky aus Belgien im Sprint vor der Schweizerin Noemi Rüegg.

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