Russell setzte sich auf dem Red Bull Ring durch

Russell jubelt im Mercedes über zweiten F1-Sieg in Spielberg

Sonntag, 28. Juni 2026 | 17:09 Uhr

Von: apa

Mercedes-Pilot George Russell hat nach 2024 zum zweiten Mal beim Formel-1-Grand-Prix von Österreich auf dem Red Bull Ring triumphiert. Der Brite gewann am Sonntag bei extremer Hitze in der Steiermark nach einem spannenden Finish vor Spielberg-Rekordsieger Max Verstappen im Red Bull. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli wurde im zweiten Mercedes Dritter. In der Gesamtwertung verkürzte Russell seinen Rückstand auf den 19-jährigen Italiener um zehn Punkte auf 40 Zähler.

Für Russell war es der zweite Erfolg in diesem Jahr, auch beim Auftakt in Australien hatte der 28-Jährige gewonnen. Sieben Siege hat das dominante Team Mercedes 2026 geschafft. “Yabadabadoo”, jubelte Russell in Fred-Feuerstein-Manier noch in seinem Auto und fügte wenig später hinzu: “Jetzt bin ich ein bisschen durstig.” Lob gab es sofort von Mercedes-Teamchef Toto Wolff: “Gut gemacht, George.” Insgesamt hält Russell nun bei sieben Grand-Prix-Siegen in seiner Karriere. “Es ist schon eine Weile her, daher werde ich diesen Sieg heute Abend auf jeden Fall genießen”, erklärte er.

Oscar Piastri im McLaren und Lewis Hamilton im Ferrari komplettierten beim achten Rennen der Saison die Top fünf. Sechster wurde Isack Hadjar im zweiten Red Bull, nach ihm passierten in dieser Reihenfolge Vorjahressieger Lando Norris (McLaren), Charles Leclerc (Ferrari), Liam Lawson und Arvid Lindblad (beide Racing Bulls) die Ziellinie. Schon nächste Woche schlägt die Formel 1 in Silverstone in den englischen Midlands ihre Zelte auf.

Strategie-Poker ging bei Ferrari nicht auf

Nach einem dramatischen Qualifying wegen eines Verstappen-Unfalls verteidigte Pole-Setter Russell seine Spitzenposition in der unfallfreien Startphase vor Hamilton. Dahinter arbeitete sich Verstappen um zwei Positionen nach vorne auf Rang drei. Während Russell seinen Vorsprung bei 35 Grad Celsius in der Luft und 51 Grad Streckentemperatur zunächst ausbaute, entwickelte sich dahinter ein knappes Rennen. In der 11. von 71 Runden lieferten sich Hamilton und Verstappen ein Rad-an-Rad-Duell mit dem besseren Ende für den Briten.

Kurz darauf verabschiedeten sich Hamilton und Leclerc als einzige Piloten zu einem frühen Reifenwechsel, die Konkurrenz konterte erst deutlich später. Verstappen kam mit der Hitze im Murtal blendend zurecht, Antonelli meldete indes Probleme mit den Bremsen. Als der Williams von Carlos Sainz auf der Start-Ziel-Geraden ausrollte, profitierte der Italiener aber zumindest ein wenig von dem folgenden Virtual-Safety-Car. Hamilton optierte in der Phase für einen zweiten Boxenstopp, war auf der Soft-Mischung aber nicht entscheidend schneller und verlor dadurch wertvolle Zeit. Außerdem musste Hamilton so noch einmal die Reifen wechseln.

Dreikampf spitzte sich zu

Verstappen holte auf Russell kontinuierlich auf. Etwas über Hälfte der Renndistanz lag der Niederländer nur noch knapp eine Sekunde zurück und übernahm in der 44. Runde die Führung, als Russell einen Boxenstopp einlegte. Antonelli machte nun aber zunehmend Druck auf den viermaligen Weltmeister – ein Dreikampf um den Sieg deutete sich da schon an. Die besten Karten hatte Russell, der nach den Boxenstopps von Verstappen und Antonelli wieder vorneweg fuhr. Alle aus dem Trio waren auf Hard-Gummis unterwegs und rückten immer näher zusammen. An der Reihenfolge änderte sich aber nichts mehr, Antonelli hatte als Dritter einen Rückstand von weniger als zwei Sekunden. Für Verstappen war der zweite Platz sein persönliches Highlight in der bisherigen Saison.

Nach einem kürzlich erfolgten Update am Auto ist mit dem 28-Jährigen offensichtlich wieder zu rechnen. “Max und Red Bull waren an diesem Wochenende unglaublich schnell, also ein großes Lob an sie”, sagte Russell. “Ich musste in jeder einzelnen Runde alles geben, denn ich wusste, wie schnell die Jungs hinter mir waren.” Verstappen selbst meinte: “Ehrlich gesagt glaube ich, dass das Auto eine Hälfte des Rennens ziemlich gut gelegen ist, dann hatten wir ein paar Probleme.” So knapp hinter dem Sieger Zweiter zu werden, mache ihn aber “sehr glücklich”.

Antonelli gestand, in den ersten paar Runden “etwas zu nervös” gewesen zu sein. “Ich bin nicht gut gefahren, mir sind ein paar Fehler zu viel unterlaufen. Aber nachdem ich die Reifen gewechselt hatte, habe ich mich neu sortiert und das Tempo war gut”, sagte der 19-Jährige.

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