Alle Augen auf Serena Williams

Serena Williams zögert mit Annahme der Wimbledon-Wildcard

Sonntag, 28. Juni 2026 | 18:45 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Tennis-Ass Serena Williams hat lange gezögert, ob sie die Wildcard beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon für ihr Einzelcomeback annehmen soll. “Ehrlich gesagt, bin ich mir immer noch nicht sicher”, sagte die US-Amerikanerin am Sonntag zwei Tage vor ihrem Auftaktmatch gegen die Australierin Maja Joint. Als die 20-Jährige geboren wurde, hatte die heute 44-jährige Williams schon sieben ihrer 23 Major-Titel eingeheimst. Ihre Rückkehr auf die große Bühne wird mit Spannung erwartet.

Erstmals seit vier Jahren tritt Williams wieder auf der Tour im Einzel an. Zuletzt hatte sie zwei Doppel-Turniere gespielt. Acht Tage vor dem Turnierbeginn entschied sie sich für den London-Trip. Sie werde wie früher auch nervös sein, sagte Williams, mit ihrer Schwester Venus Williams auch im Doppel per Wildcard dabei. Was vier Jahre nach ihrem Abschied bei den US Open 2022 von ihr zu erwarten ist, ist ungewiss. “Insgesamt sind meine Erwartungen zum ersten Mal in meiner Karriere definitiv anders. Ich werde es genießen”, sagte sie.

Sie habe das Privileg, dass sie das, was sie am besten kann, vor Publikum darbieten kann. “Ich denke, das ist ziemlich cool, daher sollte ich es machen”, klang sie vom Comeback schon überzeugter. “Ich denke, da ist eine Botschaft dabei, die ich unter die Leute bringen würde. Ich glaube, dass man einfach an sich glauben muss und jeden Traum verfolgen soll, ganz unabhängig davon, wie wild er auch ist.”

Mit Dopingkontroll-Prozedere unzufrieden

Erste Gerüchte um ein bevorstehendes Comeback hatte es im vergangenen Jahr gegeben als Williams von der zuständigen International Tennis Integrity Agency (ITIA) in den internationalen Dopingkontrollpool aufgenommen worden war. Sechs Monate im Testpool waren Voraussetzung. “Das ist echt zermürbend”, klagte sie nun. “Ich kannte einige der Regeln nicht, aber anscheinend gilt es immer noch als versäumt, wenn man einen Test außerhalb seines Zeitfensters verpasst. Das heißt, ich kann meine Kinder wohl nicht abholen. Das ist unprofessionell, finde ich. Ich hasse es.”

Sie halte die Dopingkontrollen zwar für notwendig und es mache ihr nichts aus, die Regeln sollten aber anders sein. “Ich denke, es muss einen anderen Weg geben, das vernünftig zu gestalten”, sagte die zweifache Mutter und Unternehmerin. “Das war ein wichtiger Grund, warum ich auch nicht zurückkommen wollte, weil es einfach so schwierig ist. Mein Leben ist vollgepackt.”

Novak Djokovic jedenfalls äußerte große Bewunderung für Williams. Der 24-fache Major-Sieger, selbst schon 39, hat sie zuletzt beobachtet. “Ich sehe sie jetzt mehr im Fitnessstudio als ich sie zu ihrer Glanzzeit gesehen habe”, erklärte der Serbe. “Das zeigt mir, dass sie wirklich will, dass das Bestmögliche gelingt. Was sie tut, ist inspirierend und einfach großartig. Das habe ich ihr auch gesagt”, schwärmte Djokovic. Er habe Williams gesagt, ganz gleich, was auch passiere: “Was sie tut, ist für mich persönlich eine echte Inspiration.”

Andrejewa: “Würde nicht gegen Serena spielen wollen”

Die frischgebackene French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa sieht sich erstmals bei einem Major-Turnier gemeinsam mit Williams in einem Tableau. “Ich hätte nie gedacht, dass ich das gleiche Turnier wie sie spielen würde”, wunderte sich die erst 19-jährige Russin. Die Linz-Siegerin habe auch die Auslosung mit einer gewissen Anspannung in diese Richtung verfolgt. “Ich glaube nicht, dass irgendjemand gegen sie spielen wollte. Ich würde jedenfalls nicht gegen Serena spielen wollen, ich wäre einfach zu nervös”, gestand Andrejewa.

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