Von: APA/dpa/Reuters
Real-Madrid-Star Vinicius Junior hat nach dem Rassismus-Eklat die Antwort auf dem Platz gegeben – und tanzte am Mittwoch nach seinem Siegestreffer im Play-off-Rückspiel der Fußball-Champions-League gegen Benfica dieses Mal vor den eigenen Fans. “Der Tanz geht weiter”, schrieb der Brasilianer in Social Media. Während Real ins Achtelfinale einzog, hieß es für Dortmund und Juventus nach dramatischen Partien Abschied nehmen. Eine Runde weiter ist hingegen Titelverteidiger PSG.
Vinicius Junior hatte schon in der Vorwoche das Tor zum 1:0-Sieg bei Benfica erzielt und war danach laut eigenen Angaben von Benficas Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt worden. Der Argentinier fehlte deshalb im Estadio Bernabeu gesperrt. In seiner Abwesenheit traf Vinicius Junior in der 80. Minute, kurz nach der Einwechslung von David Alaba, zum 2:1-Endstand. “Das ist ein Sieg für alle, die gegen Rassismus einstehen. Es gibt Wichtigeres als Fußball, und das ist ein Sieg für uns alle”, sagte Clubkollege Aurelien Tchouameni.
Vor dem Spiel zeigten die Real-Fans ein Banner mit den Worten “no al racismo” (“Nein zu Rassismus”). Bei der Vorstellung und bei Ballberührungen wurde Vinicius von den rund 3.000 mitgereisten Benfica-Anhängern ausgebuht. Am Ende konnte er aber jubeln. Doch auch am Mittwoch gab es einen Eklat. Real warf ein Mitglied für das Zeigen des Hitlergrußes aus dem Stadion. Gegen den Fan soll nach dem Vorfall nun ein Verfahren zum Ausschluss eröffnet werden, teilten die Madrilenen mit.
Real verurteilte das Zeigen des Hitlergrußes
Demnach sei das Mitglied von Fernsehkameras gefilmt worden, wie es die Geste in der Fanzone zeigte. Sicherheitskräfte machten den Fan ausfindig. “Real Madrid verurteilt solche Gesten und Äußerungen, die zu Gewalt und Hass im Sport und in der Gesellschaft aufrufen”, hieß es in der Mitteilung des Clubs.
Sorgen anderer Art hat Borussia Dortmund – der BVB verspielte bei Atalanta Bergamo den 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel und scheiterte durch einen Last-Minute-Elfmeter. “Das darf natürlich nicht passieren, dass wir das hier noch aus der Hand geben”, kritisierte Trainer Niko Kovac, der Marcel Sabitzer auf der Bank sitzen ließ. “Auf diesem Niveau musst du die Mentalität haben, vieles weg zu verteidigen. Du musst bereit sein, über den Punkt zu gehen und dem Gegner den Schneid abzukaufen. Das ist uns nicht gelungen.”
Für das Erreichen des Achtelfinales hätte es von der UEFA elf Millionen Euro gegeben, dieses Geld fehlt nun. “Wir hatten diese Einnahmen eingeplant”, gestand Dortmunds Sportchef Sebastian Kehl. Der börsennotierte Verein musste daher sein Ergebnisziel für 2025/26 erheblich senken. Statt eines Gewinns von bis zu fünf Millionen Euro rechnet der BVB jetzt mit einem Minus zwischen 12 und 22 Millionen Euro. Am Samstag geht es im Schlager der deutschen Bundesliga gegen den FC Bayern.
Juves Aufholjagd blieb unbelohnt
Mit Juventus Turin nahm ein zweiter prominenter Club früh Abschied von der Champions League. Italiens Rekordmeister legte zwar gegen Galatasaray in Unterzahl eine heroische Aufholjagd hin, musste sich aber nach Verlängerung dennoch mit einem Gesamtscore von 5:7 geschlagen geben.
PSG hatte gegen Monaco einige bange Momente zu überstehen, ehe das 2:2 im Prinzenpark und der Gesamtscore von 5:4 feststanden. “Am Schluss war es gefährlich, doch wir werden daraus gestärkt hervorgehen”, versprach Trainer Luis Enrique. Nun geht es entweder gegen den FC Barcelona oder Chelsea. “Egal, gegen wen wir spielen, wir werden bereit sein”, sagte der frühere spanische Teamchef.




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