Kennt vor dem Spiel die genaue Ausgangslage: ÖFB-Teamchef Rangnick

WM-Aufstieg winkt – ÖFB-Team will gegen Algerien ins Ziel

Freitag, 26. Juni 2026 | 07:00 Uhr

Von: apa

Österreichs Fußball-Nationalteam steht im letzten WM-Gruppenspiel vor einer kniffligen Aufgabe. Die Österreicher benötigen am Sonntag (4.00 Uhr MESZ/live ORF 1) in Kansas City gegen Algerien einen Punkt, um als Zweiter fix im Sechzehntelfinale zu stehen. Zu Spielbeginn werden sie zudem wissen, ob und welche Niederlage reichen würde, um auch als einer der acht besten Gruppendritten aufzusteigen. Damit könnte die ÖFB-Auswahl in der ersten K.o.-Runde Spanien aus dem Weg gehen.

“Es ist sicherlich von Vorteil, dass wir das allerletzte Spiel von allen haben, die es gibt, sodass wir zu Beginn des Spiels schon ganz genau wissen, welches Ergebnis es braucht”, meinte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Über allem steht, dass Österreich erstmals seit 1982 bei einer WM eine Gruppenphase überstehen will. “Wir müssen im letzten Spiel dafür sorgen, dass wir dann auf jeden Fall dabei sind, wenn es in die Play-off-Phase geht”, sagte Rangnick. “Dann ist es am Ende auch egal, gegen wen wir dann kommen.”

Die Ausgangslage

Als Zweiter würde die ÖFB-Auswahl am 2. Juli (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles weiterspielen – gegen den Sieger der Gruppe mit Topfavorit Spanien und Uruguay. Als Dritter gibt es mehrere Varianten. Der wahrscheinlichste Gegner wäre die Schweiz in der Nacht auf 3. Juli (5.00 Uhr MESZ) in Vancouver. Die Vorbereitungszeit ist in jedem Fall kurz. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bezeichnete die Logistik als “ziemlich schräg”, weil sich die meisten Destinationen an der nordamerikanischen Westküste befinden, aber auch als “nicht ganz so schlimm”.

Weil nicht nur Österreich, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Algerien ein Remis zum Aufstieg reicht, befürchten internationale Medien in Anlehnung an die “Schande von Gijon”, als Österreich und Deutschland 1982 mit ihrem Nichtangriffspakt bei 0:1 ausgerechnet WM-Debütant Algerien aus dem Turnier kegelten, bereits die “Schande von Kansas City”. In bisher 47 ÖFB-Länderspielen unter Rangnick gab es aber noch kein einziges 0:0.

Überhaupt haben die Österreicher in sechs Partien bei EM und WM unter dem Deutschen noch nie zu Null gespielt. Bei einer WM gelang das dem ÖFB-Team zuletzt 1982 eben gegen Algerien. Damals setzten sich die Österreicher dank Toren von Walter Schachner und Hans Krankl mit 2:0 durch. Elf WM-Partien in Serie hat Rot-Weiß-Rot seither immer zumindest ein Gegentor erhalten.

Leichte Rotation möglich

Mit welchem Personal das diesmal gelingen soll, ist offen. Es ist durchaus vorstellbar, dass Rangnick in Anbetracht der Ausgangslage und der kurzen Zeit bis zum Sechzehntelfinale auf etwas Rotation setzt – insbesondere, wenn der Aufstieg bereits vor Spielbeginn so gut wie sicher wäre. Neben dem bisher nur als “Joker” eingesetzten Marko Arnautovic könnte auch der gegen Jordanien (3:1) und Argentinien (0:2) jeweils nach rund einer Stunde ausgewechselte David Alaba eine Pause erhalten.

Youngster Paul Wanner dürfte trotz seines gegen die Argentinier erlittenen Schlages auf die Wade einsatzfähig sein. Die Schlüsselspieler Konrad Laimer und Marcel Sabitzer sind ebenso wie der nach einem Kieferbruch mit Spezialschiene spielfähige Stefan Posch mit Gelben Karten vorbelastet, wären also bei einer weiteren Verwarnung für das erste K.o.-Spiel gesperrt.

Ein Faktor ist auch die Witterung. In Kansas City regnete es in den vergangenen Tagen stark, beim Spiel sind Gewitter möglich. Im Fall eines solchen müsste das offene, 69.045 Zuschauer fassende Stadion vorübergehend geräumt werden. Die Hitze ist die ÖFB-Auswahl von ihrem Trainingsquartier und den beiden bisherigen WM-Auftritten nicht gewöhnt. “Das Spiel ist am Abend, das ist definitiv ein Vorteil”, meinte Schöttel. “Wir werden das bewältigen.” Die Anpassungsschwierigkeiten der in Kansas stationierten Algerier dürften aber geringer ausfallen.

Algerien mit “viel Qualität”

Der zweimalige Afrika-Cup-Sieger (zuletzt 2019) verfügt über zahlreiche Spieler in Topligen, darunter mit Ibrahim Maza einen der Shooting-Stars der deutschen Bundesliga. “Maza ist ein absolut außergewöhnlicher Spieler, echt ein Riesentalent”, sagte der verletzte ÖFB-Offensivmann Christoph Baumgartner über den 20-Jährigen von Bayer Leverkusen. Algerien sei ein sehr guter Gegner. “Sie haben viel Qualität drinnen. Da müssen wir schon eine absolute Topleistung hinlegen, das wissen wir alle.”

Schöttel sprach von einem “komplett offenen Spiel”. Die Algerier hätten mehr technisch gute Akteure als Auftaktgegner Jordanien. “Das ist definitiv eine Mannschaft, die Fußball spielen will, die selber das Spiel aktiv gestalten will und sich nicht hinten hineinstellt.”

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