Ausbildung von Fachleuten für Geschichte, Bergbau und Natur

Bodenschätze erleben: Qualifizierte „Kulturführer“

Dienstag, 23. Juni 2020 | 10:29 Uhr

Villanders – Auf Initiative von Kultur- und Museumsverein hat eine Gruppe von Interessierten Ideen entwickelt und ein Programm erstellt, um Fachleute für örtliche Geschichte, Bodenschätze und Natur auszubilden. Das Ziel der Ausbildung ist, umfassende Kenntnisse zu vermitteln, damit kulturinteressierte Menschen im Archeoparc, durch das Bergwerk und über die Villanderer Alm gut geführt werden können.

Diesen Lehrgang, der an sechs Wochenenden zwischen 11. Juli und 25. Oktober 2020 geplant ist, organisiert der Kultur- und Museumsverein und Villanders in Zusammenarbeit mit Archeoprak, dem Bildungsausschuss Villanders. Es sollen in 87 Stunden theoretische Inhalte und praktisches Fachwissen vermittelt werden, sowie eine Spezialisierung zum Führen unterschiedlicher Zielgruppen. Bei spannenden Exkursionen und einer individuellen Abschlusspräsentation sollen sich die Teilnehmer*innen praktische Kompetenzen aneignen.

Villanders hat eine spannende Geschichte und liegt geologisch auf sehr unterschiedlichem Gestein. Nicht zufällig geht hier der Erzabbau nachweislich über 3.000 Jahre zurück. Schon in der Mittel­ und Jungsteinzeit sind hier Jäger, Hirten und Sammler umhergezogen, zunächst vorwiegend auf den Almen. Bereits in der späten Steinzeit wurden in den Mittellagen Bauern sesshaft. In der Römerzeit wurden auf den Plunäckern beachtliche Bauten errichtet. Eine schöne Dokumentation gibt es im Archeoparc zu sehen. Die Herren von Villanders und der Bergbau machten Villanders und Umgebung im Mittelalter zu einem bedeutenden Wirtschaftsraum in Tirol. In allen Epochen zogen Menschen und Völker durch das Eisacktal und hin­terließen ihre Spuren. Spuren, die nirgends über alle Epochen durchgängig so gut sichtbar sind wie in Villanders und Umgebung.

Die Villanderer Alm ist ein besonderes Juwel. Nicht nur der herrliche Rundblick in die Dolomiten macht diese Alm attraktiv. Die Hochmoore und Biotope mit einmaligen botanischen und zoologi­schen Besonderheiten verdienen einen besonderen Schutz. Der/ die Kulturführer*in muss hier auch über Natur, Geschichte, Geologie und Wirtschaft eine Ahnung haben.

Diese Initiative wird von der Autonomen Provinz Bozen und vom Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik unterstützt.

Teilnahmebedingungen:

Jugendliche aus der Ober- und Hochschule, interessierte Erwachsene und Senioren aus Villanders und Umgebung werden zu dieser Ausbildung eingeladen. Bevorzugt werden solche, die bereits Gruppen leiten bzw. leiten möchten.

Anmeldung:

Die Anmeldung erfolgt schriftlich per E­Mail bei Gruber Robert gruber@bergwerk.it. Die Initiative wird von der Autonomen Provinz Bozen und vom Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik unterstützt.

Von: mk

Bezirk: Eisacktal

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