Von: mk
Bozen – Im Pride Month, der weltweit im Juni gefeiert wird, setzen sich die Südtiroler Landesmuseen für Rechte, Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBTQIA+-Personen ein. So erfüllen sie auch die Vorgaben des Internationalen Museumsrates, der es als Kernaufgabe der Museen sieht, Orte der Auseinandersetzung mit unserer diversen Gesellschaft zu sein.
Im Juni wird weltweit der Pride Month gefeiert – ein Monat, der für die Rechte, Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBTQIA+-Personen steht (das Akronym LGBTQIA+ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender/transsexuell, queer, intersexuell, asexuell; das Plus steht als Platzhalter für weitere Geschlechtsidentitäten). In Südtirol beteiligen sich die Landesmuseen aktiv daran: „Als Orte des Lernens, der Begegnung und des kulturellen Austauschs haben sie eine zentrale Rolle dabei, Vielfalt in ihrer ganzen Breite sichtbar zu machen“, betont Angelika Fleckinger, Direktorin des Betriebs Landesmuseen.
Das Südtiroler Archäologiemuseum etwa regt mit kleinen Ausstellungselementen dazu an, stereotype Rollenbilder in der Urgeschichte zu hinterfragen und Geschichte aus neuen Perspektiven zu betrachten. Begleitend vertiefen Mitarbeitende in einer Fortbildung aktuelle Erkenntnisse der prähistorischen Geschlechterforschung.
Das Landesmuseum Bergbau zeigt im Juni zuerst in Prettau, dann in Steinhaus und schließlich in Ridnaun die Ausstellung „Lichtblicke“, die Bergbaugeschichte mit Fragen von Identität, Sichtbarkeit und Zugehörigkeit verbindet. Historische Bilder und persönliche Geschichten machen deutlich, dass Vorstellungen von Geschlecht und Beziehungen stets im Wandel sind.
In der Festung Franzensfeste beschäftigt sich eine Vortragsreihe mit den Themen Homosexualität, Queerness und Vielfalt im Militär. Historiker und Fachleute sprechen dabei über die Geschichte queerer Menschen in Armeen, über Ausgrenzung und gesellschaftliche Veränderungen, aber auch über persönliche Erfahrungen und aktuelle Entwicklungen.
Auf Schloss Wolfsthurn, dem Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei, entsteht gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern ein großer „Regenbogenfisch“, dessen bunte Schuppen Vielfalt symbolisieren.
Die Ausstellung „Queer Nature Photography Awards“ im Naturmuseum Südtirol zeigt bis Ende Juni preisgekrönte Fotografien zur Vielfalt in der Natur und verbindet Biodiversität mit gesellschaftlicher Diversität (anschließend ist sie im Planetarium Südtirol zu sehen). Am 9. Juni hält zudem die Biologin und Journalistin Ismeni Walter den Vortrag „Expedition ins Queerreich“.
Auf Schloss Tirol, dem Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte, schreibt das Museumsteam Botschaften in verschiedenen Sprachen zum Thema Vielfalt auf Stoffstreifen in Regenbogenfarben; diese werden dann in die Bäume im Innenhof gehängt, bewegen sich im Wind und schaffen ein lebendiges Bild. Zusätzlich dürfen auch BesucherInnen ihre Ideen zum Thema Vielfalt aufschreiben.
Das Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde lädt im Juni zum Mitmachprojekt „Let’s knit a rainbow scarf!“ ein.
Das Zentrum für Regionalgeschichte bietet ganzjährig den Stadtrundgang „Doing Women’s, Gender and Queer History“ in Bozen an, der sichtbare und unsichtbare Akteurinnen und Akteure der Geschichte thematisiert.
Das Touriseum, Landesmuseum für Tourismus, lädt schließlich junge Erwachsene und Junggebliebene ein, eigene, persönliche Texte mit circa 100 bis 200 Wörtern zu einem Objekt, Bild oder Thema der Dauerausstellung zu verfassen. Die Beiträge werden dann über die Kanäle des Touriseum veröffentlicht. Einsendung per E-Mail an: ruth.engl@touriseum.it. Am 7. Juni (bei schlechtem Wetter am 14. Juni) findet außerdem ein Flashmob in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff statt.




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