Von: mk
Bozen – Das Projekt Promemoria Auschwitz – Reise der Erinnerung | Il viaggio della Memoria ist weit mehr als eine Bildungsfahrt. Auch Wochen nach der Rückkehr zeigt sich, wie nachhaltig die Erfahrungen nachwirken – in den Gedanken, Gesprächen und im gesellschaftlichen Bewusstsein der Teilnehmenden. Für über 400 junge Menschen aus Südtirol, dem Trentino und Tirol wurde Geschichte auf eindrückliche Weise erfahrbar. „Wenn man dort steht, bedeutet es noch einmal etwas ganz anderes“, beschreibt eine Teilnehmerin. „Die Zahlen bekommen plötzlich Gesichter und Namen.“
Die Reise geht über reine Wissensvermittlung hinaus und regt zur persönlichen Auseinandersetzung an. Viele Jugendliche berichten von einem geschärften Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen, Sprache und den Umgang miteinander. Fragen nach Verantwortung, Menschenrechten und dem eigenen Handeln gewinnen vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen an Bedeutung. Zunehmende gesellschaftliche Spannungen und das Wiederaufkommen ausgrenzender Positionen unterstreichen die Relevanz solcher Bildungsangebote.
Für die Jugendarbeit ist Erinnerungsarbeit ein zentraler Auftrag: Sie stärkt die Fähigkeit, Haltung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. „Es reicht nicht, nur zurückzuschauen – wir müssen auch etwas für die Gegenwart daraus mitnehmen“, so einer der über 160 Teilnehmenden aus Südtirol.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist der grenzüberschreitende Austausch. Junge Menschen aus Südtirol, dem Trentino und dem Land Tirol kommen zusammen, teilen Perspektiven und lernen voneinander. Dabei entstehen neue Verbindungen, ein erweitertes Verständnis und wichtige Impulse für gesellschaftliches Engagement. Organisiert wurde die Reise von der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Arciragazzi, MeTe, Arci del Trentino und PaiDei(n)a, unterstützt von der Autonomen Provinz Bozen, der Autonomen Provinz Trient, der Region Trentino–Südtirol sowie dem Land Tirol.
Die Reise fördert Empathie, stärkt demokratische Kompetenzen und ermutigt junge Menschen, aktiv Verantwortung zu übernehmen. „Diese Reise hat etwas in mir verändert“, sagt eine Teilnehmerin. Genau darin liegt ihre Bedeutung: Erinnern ist nicht nur ein Blick zurück, sondern eine bewusste Entscheidung für die Gegenwart. Erinnern heißt handeln.




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