Kurt Kotrschal in Bozen

Die Rückkehr der Wildtiere

Donnerstag, 31. Januar 2019 | 16:26 Uhr

Bozen – Interessante Inputs zu einem kontrovers diskutierten Thema gibt es am 5. Februar 2019 bei der öffentlichen Vorlesungsreihe „Mensch und Tier“: Zu Gast ist der bekannte österreichische Biologe Kurt Kotrschal, Mitbegründer des Wolfsforschungszentrums in Ernstbrunn.

A. Monteanu

„Wolf oder Schaf? Beides ist möglich, wenn man nur will“, ist der österreichische Biologe und Verhaltensforscher Kurt Kotrschal überzeugt. Im Rahmen der öffentlichen Vorlesungsreihe „Mensch und Tier: ein ambivalentes Verhältnis“ wird der Professor an der Universität Wien, Mitbegründer des Wolfsforschungszentrums (WSC) in Ernstbrunn und frühere Leiter der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau ausführen, wie das Zusammenleben des Menschen mit Wildtieren trotz aller Vorbehalte gelingen kann.

Denn ob Wolf, Bär, Luchs, aber auch Fischotter und Biber: All die Tiere, die im 19. Jahrhundert über weite Bereiche ausgerottet wurden, kehren nun in unseren Lebensraum zurück – begünstigt durch geänderte Einstellungen der Menschen wie Natursehnsucht oder einer immer kritischeren Einstellung gegenüber einer bloßen Orientierung am Nutzen, einer zunehmend urbanen Bevölkerung und europaweit vereinheitlichten Schutzrichtlinien. „Dies führt zu erheblichen Konflikten, insbesondere mit Landwirtschaft und Jagd, zumal sich Wildtiere weder an politische Grenzen noch an Definitionen für Kulturland halten“, sagt Kotrschal. Man habe daher eingesehen, dass Artenschutz allein in Schutzgebieten nicht möglich ist. Vielmehr gilt es laut dem Zoologen mittels effizientem Konfliktmanagement und auf Basis eines breiten gesellschaftlichen Engagements ein langfristig nachhaltiges Zusammenleben mit den Tieren zu ermöglichen. „Dafür sprechen ökologische, ethische und demokratiepolitische Argumente“, unterstreicht Kurt Kotrschal.

Sein Vortrag mit anschließender Diskussion findet am 5. Februar 2019 ab 18.00 Uhr im Hörsaal D1.03 am Campus Bozen statt und ist der letzte der gemeinsamen öffentlichen Vorlesungsreihe der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Freien Universität Bozen und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen. Zum Abschluss werden die beiden Initiatoren Matthias Gauly (unibz) und Martin M. Lintner (PTH) am 19. Februar 2019 um 18.00 Uhr eine breit besetzte Podiumsdiskussion führen. Zu allen Veranstaltungen des Vorlesungszyklus gibt es freien Zugang. Anmeldungen sind nur für Gruppen unter eventsfast@unibz.it erforderlich.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Die Rückkehr der Wildtiere"


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Matrix
Matrix
Neuling
18 Tage 17 h

Der Wolf ist ein wirklich wunderschönes und mächtiges Tier. Durch den zunehmenden Tourismus, besonders in den Bergen  in unseren Land muss man sich jedoch gegen den Wolf aussprechen. Um diese weiterhin bewirtschaften und lebensfähig für die Nutztiere und Menschen in den höheren Lagen zu machen kann man nicht Raubtiere und Nutztiere halten. Deshalb wäre es besser keine Wolfe mehr in Südtirol und dem gesamten Alpenraum zu halten. Ein Kompromiss könnte ein riesiges Wildgehege für die Wölfe sein um trotzdem die Artenvielfalt im land zu erhalten.

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
18 Tage 16 h

@Matrix Vielleicht hörst du dir den Vortrag an?

Pic
Pic
Tratscher
18 Tage 13 h

Ich sehe nicht ein, warum Wolf, Bär und andere Tiere auf dem Altar der Landwirtschaft geopfert werden sollen, zumal besonders die Berglandwirtschaft in Südtirol, nur durch massive Unterstützung mit Steuergeldern und Privilegien, künstlich am Leben erhalten wird.

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Kinig
18 Tage 3 h

@Pic 👍👍👍

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