Überlegungen vom Institut DE PACE FIDEI zum Krieg in der Ukraine

Friedensethik: „Ukraine hat ein Recht auf Selbstverteidigung“

Mittwoch, 26. Oktober 2022 | 12:23 Uhr

Bozen – Für das Institut „De Pace Fidei“ steht fest: Putins Angriffskrieg ist völkerrechtswidrig und daher zu verurteilen; die militärische Verteidigung der Ukraine ist dagegen völkerrechtlich und moralisch gerechtfertigt. Selbstverständlich ist es nicht (primäre) Kompetenz der Kirche, konkrete militärische Fragen zu beantworten – „trotzdem tut die Stimme der Kirche gut, die betont, dass es darum gehe, Krieg zu verhindern, Frieden zu sichern und gewaltfreie Methoden der Konfliktlösung zu fördern“, so Paolo Renner, Direktor von „De Pace Fidei“.

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„Jeder Krieg hinterlässt die Welt schlechter, als er sie vorgefunden hat. Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit“, heißt es in der Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus. Sanktionen – auch solche, die von uns Opfer verlangen – müssen durchgesetzt werden, um deutlich zu machen, dass Krieg kein Mittel der Politik sein darf – nicht nur wegen der enormen Zerstörungskraft moderner Waffensysteme. Dieses „Verbot“ des Kriegs steht bereits im Zentrum der 1945 beschlossenen Charta der Vereinten Nationen, die in ihrer Präambel die Entschlossenheit betont, „künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren“, ohne den Regierungen eine rechtmäßige Verteidigung ihrer territorialen Integrität und zum Schutz ihrer Bevölkerung absprechen zu können.

Für den vatikanischen Außenminister Erzbischof Paul Gallagher ist unbestritten, dass das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung mit zusätzlichen Waffenlieferungen aus dem Ausland unterstützt werden darf. Klar dürfte auch die auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens aufbauende Meinung sein, dass die NATO bedacht zu agieren habe, um eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden. Gleichzeitig sei davor gewarnt, zu meinen, dass künftig zusätzliche Rüstungsausgaben mehr Sicherheit mit sich bringen würden.

Vortragsabend zur „Friedensethik“

Ausführlich wird das Thema „Friedensethik“ im Rahmen einer ökumenischen Initiative am 10. November ab 19.30 Uhr im Konferenzsaal im Pastoralzentrum in Bozen behandelt: Maria Stettner, Leiterin des Ökumene-Referates der Bayrischen evangelischen Landeskirche und Beobachterin bei der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Karlsruhe, sowie P. Martin Lintner, Moraltheologe an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen, referieren zum Thema „Einsatz für den Frieden in einer Zeit des Krieges“. Die Veranstaltung – in deutscher Sprache – ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.

Auf der Internetseite DE PACE FIDEI | Philosophisch-Theologische-Hochschule Brixen (pthsta.it) findet sich vollinhaltlich die Stellungnahme des Instituts „De Pace Fidei“, die gemeinsam mit Wolfgang Palaver, Professor für Christliche Gesellschaftslehre, Experte in diesem theologischen Spezialbereich und Präsident von „Pax Christi“ in Österreich, herausgegeben wurde.

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Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Friedensethik: „Ukraine hat ein Recht auf Selbstverteidigung“"


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Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 11 Tage

…wäre eigentlich logisch, doch die Putinfans hier in diesem Forum sehen das nicht so…

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