Bischof Muser zu Allerheiligen

“Gemeinsam an einer ‘neuen’ Normalität arbeiten”

Montag, 01. November 2021 | 16:02 Uhr

Bozen – Am Nachmittag des heutigen Allerheiligentages hat Bischof Ivo Muser am Friedhof von Bozen/Oberau die Gräber gesegnet. Dabei hat der Diözesanbischof die Coronakrise zum Thema gemacht und diese mit einem Schlüsselbegriff des christlichen Glaubens, der Hoffnung, verbunden: „Die Hoffnung, die sogar stärker ist als der Tod, hilft uns, dass auch die Coronapandemie zur aufrüttelnden Chance werden kann. Das setzt voraus, dass wir nicht einfach zur Normalität vor der Krise zurückkehren wollen, sondern dass wir gemeinsam an einer in der Krise verwandelten und gereinigten Normalität unseres Zusammenlebens arbeiten.“

Die Feste Allerheiligen und Allerseelen sind besondere Gelegenheiten, um an die Verstorbenen zu denken und für sie zu beten. Das persönliche und gemeinsame Gebet hilft, im Glauben an die Auferstehung Trost und Halt zu finden.

Vor einem Jahr, zu Allerheiligen 2020, konnten die Feier und das Gedenken in Bozen aufgrund des Corona-Lockdowns nicht am Friedhof, sondern mussten im Bozner Dom abgehalten werden. In diesem Jahr können die Feiern wieder in gewohnter Weise stattfinden. Gottesdienste und Friedhofsbesuche finden unter Einhaltung der geltenden Regeln statt: Mund- und Nasenschutz, Abstand, Hygiene der Hände sowie Einhaltung der Obergrenze von Personen, die den Raum betreten dürfen. Bischof Ivo Muser ist am Nachmittag des heutigen Allerheiligentages am Friedhof von Bozen/Oberau zunächst einer Wort-Gottes-Feier vorgestanden und hat dann die Gräber gesegnet.

Bei der Wort-Gottes-Feier hat der Bischof das Allerheiligenfest mit der aktuellen Gesundheitskrise in Verbindung gebracht: „Ansteckung ist eines der häufigsten Worte, die in den vergangenen eineinhalb Jahren die öffentlichen und persönlichen Gespräche beherrscht haben. Allerheiligen und Allerseelen machen uns vom christlichen Osterglauben her Mut zu einer anderen Art der Ansteckung, die durch die Hoffnung übertragen wird und die von Herz zu Herz geht. Diese Hoffnung, die sogar stärker ist als der Tod, hilft uns, dass auch die Coronapandemie zur aufrüttelnden Chance werden kann, zum Anlass für ein bewusstes Innehalten, für eine Kehrtwende, für ein Nein zu einem oberflächlichen ‚Nur weiter so‘. Das setzt voraus, dass wir nicht einfach zur Normalität vor der Krise zurückkehren wollen, sondern dass wir gemeinsam an einer in der Krise verwandelten und gereinigten Normalität unseres Lebens und unseres Zusammenlebens arbeiten. Es geht nicht nur um persönliche Freiheit, sondern um eine Freiheit, die sich zeigt in der Verantwortung für einander und für die Schöpfung, die uns anvertraut ist!“

Der Bischof bezog in seiner Predigt auch zu bestimmten Meinungsbekundungen bei den Demonstrationen gegen die Coronabestimmungen klar und eindeutig Stellung: „Mich hat es sehr erschreckt, dass Spruchbänder zu sehen waren, die einen Zusammenhang herstellten zu den grausamen und Menschen vernichtenden Parolen und Taten des Nationalsozialismus. So etwas ist ein Hohn und eine unerträgliche Beleidigung für Millionen von Menschen, denen durch totalitäre Systeme unfassbares Leid zugefügt wurde. Solche Aktionen treten auch die Hoffnung und die Verantwortung mit Füßen, die wir brauchen und die wir einander schulden.“

Abschließend unterstrich Bischof Muser noch einmal, dass der Mensch die Hoffnung braucht: „Allerheiligen und Allerseelen konfrontieren uns mit den existentiellen Fragen unseres Lebens: Was zählt? Was bleibt? Wie gestalte ich mein Leben? Was wäre, wenn ich heute sterben würde? Was ist nach dem Tod? Gibt es ein Wiedersehen jenseits der Grenze des Todes? Im Suchen nach den Antworten auf diese Fragen brauchen viel mehr als nur das Vordergründige, das Nützliche, das Funktionale, das Materielle. Wir brauchen Hoffnung. Wir brauchen Gott und die Hoffnung, die nur er schenken kann!“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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27 Kommentare auf "“Gemeinsam an einer ‘neuen’ Normalität arbeiten”"


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N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Bei allem Respekt, Herr Bischof, ich bin geimpft ich habe mehr oder weniger alle Regeln und Massnahmen einghalten und mit gemacht aber ein bischen mehr Einfühlungsvermögen hätte ich vin ihnen erwartet.
Von neuen Normalitäten zu sprechen geht selbst mir zu weit und solche Aussagen spalten noch mehr und treiben Leugner immer weiter in ihre unrealen Welten.
Es gibt weder neue Normalitäten noch neue Realitäten, wie es ein Scholz in Deutschland propagiert hat!
Ich hätte ihnen in der Wortwahl ihrer Meinung mehr zugetraut!
Das ist NONSENS

Donmclean
Donmclean
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Gibt es irgendjemand ausser Di der eppes richtig mocht oder sogt? Lei a Froge, weil Du kennsch Di in Gesetzesgebung, Politik, Umwelt, Wissenschoft, Wirtschoft, Religion, Sport aus.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@Donmclean Tja, Don, ich bin vielseitig interessiert.
Zumindest hatte ich zu dem Bericht ne Meinung und etwas Wissen.
Und du hast mich kritisiert und sonst? Nichts! Schweigen!
Also red nicht, mach dich nicht lächerlich indem du dich mit mir, anstatt mit Berichten beschäftigst.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@Donmclean Wenn, dann bring Gegenargumente.
Für dich scheint das was persönliches zu sein. Hm
Investiere deine Energie besser in etwas anderes!
Guter Rat an dich.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@Donmclean Übrigens, was geht dich das an, ich schreibe dem Bischof und nicht dir!

Donmclean
Donmclean
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Schau N.G. des isch die Mailadresse von Bischof: bischof.vescovo(at)bz-bx.net. ober bisch sicher so gscheid dass es gwisst hosch. Jetzt konnsch ihm direkt schreibn, es interessiert nen sicher a volle wos ze sogn hosch. Und schreib ihm a 20-30 Mails mit oan Sotz.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Hallo nach Südtirol,

statt nichtssagender Floskeln hätte es eine Predigt gebraucht die Spaltung und das Gegeneinander der Gesellschaft anklagt und zu Handreichung und Gemeinsamkeit aufruft.

Die Verbände der Schützen und unbestritten die treuesten Kirchenunterstützer haben einen flammenden Appell in diese Richtung verfasst und es wäre eine Vorlage für eine Predigt von Format gewesen.

https://schuetzen.com/2021/10/07/covid-verordnung-nr-31-brief-an-kompatscher/

Gott schütze Südtirol

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 5 Tage

Handreichung wortwörtlich ? 😂😂Ich glaube sie ……. Nicht richtig. Das traue ich ihnen zu.
Aber sich dann beklagen wenn die Zahlen vom Virus hochgehen

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Hallo @Storch24,

auf keinen Fall auf das Bild klicken was ich angefügt habe, strengste Herzinfarktgefahr..

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Och Andreas, du darfst mich ruhig persönlich ansprechen. Da bin ich nicht so.
Und wenn du nicht möchtest, dann geh mit Gott, aber geh!

Zefix
Zefix
Superredner
1 Monat 4 Tage

@ n.g du muasch schun a longweiliges lebm hobm xD

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Es muss mehr gebetet werden. Früher beendeten Bitt- und Betgänge grosse Katastrophen; heute darf im Bunde nicht mehr gebetet werden. Wie sollen da Gebete wirken und die Pandemie besiegt werden?

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 5 Tage

Man kann auch zu Hause beten

2x nachgedacht
2x nachgedacht
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

@Peter Schleh
jeder beten….für die allgemeinheit-tun halt die wenigsten…das ego ist leider auch beim *beten* angekommen… (gottseidank nicht bei allen…insofern besteht noch hoffnung)

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@Storch24 ja unsere Verstorbene haben gleich viel. Beten, wenn man will kann man überall.

mondschein2021
mondschein2021
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Bin ganz ihrer Meinung.Das alles ist es mit der Zeit verloren gegangen.Man kann auch mit niemandem mehr darüber diskutieren.Schade !!!!

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Religion dem wers brauch, aber missionieren müssen wir hier nicht!

Zefix
Zefix
Superredner
1 Monat 4 Tage

@ peter du glabsch woll anen oasterhos a no xD

Lu O
Lu O
Superredner
1 Monat 4 Tage

und wer macht das andächtig und konzentriert??…

ansonsten steht dem Beten zu Hause nichts am Wege

ivi4
ivi4
Neuling
1 Monat 4 Tage

Anstatt beten, sollte mehr Menschen etwas effektiv tun. Wenn alle nur beten, passiert genau gar nichts.

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 5 Tage

Gottseidank hat es geregnet, so waren die Menschen (Fotos) etwas mit Abstand. Denn Masken haben wohl keine 10% getragen. Lieber Herr Bischof, können sie das mit ihrer Moral verantworten?

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Der Bischof soll Mal seine Schäfchen im Schach Halten U für die Taten seiner Schafe Stellung nehmen

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Ne, er soll mal Stellung zur Vergangenheit der Kirche nehmen. Aber Tacheles, nicht Wortlaubereien!
An dem Tag wenn die Kirche ehrlich zugibt was los war, werde ich nach 30 Jahren in der Kirche sein! Aber nicht zum Beten!

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Von mir aus könnte die Modeschau zu Allerheiligen wegfallen.Das Licht soll in den Herzen der Menschen brennen.

Gustl64
Gustl64
Superredner
1 Monat 5 Tage

Oft wäre es besser zu schweigen!

EQ
EQ
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Herr Bischof, wir werden wieder zu beten lernen, gewiss.. Aber sicher nicht über Ihre angezählte Vertretung auf Erden…

Lu O
Lu O
Superredner
1 Monat 4 Tage
Naja, alles recht, aber dann sollte der Vatikan und die Diözese endlich mit gutem Beispiel voran gehen und nicht Vorgaben an die Gläubigen machen aber selbst nicht daran halten. Die Kirche bezeichnet die Impfung als ein Akt der “Nächstenliebe”, aber um den Gottesdienst zu besuchen, braucht es KEINEN GREENPASS !!?? Da ist doch ein Widerspruch. Zudem müsste die Diözese endlich mehr Geld investieren, damit die Kirche nicht noch mehr den Bach runter geht. Man sieht kein Interesse oder neue Impulse um den Gläubigen-Schwund zu verhindern. Es ist schwierig solche “Worte” von “Würdenträger” mittlerweile Glauben zu  schenken. Ansonsten müsste das Kirchenrecht… Weiterlesen »
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