KHM-Schätze sind demnächst auf Dienstreise in Rom

Große Schau in Rom zeigt Meisterwerke aus dem Wiener KHM

Samstag, 07. Februar 2026 | 16:01 Uhr

Von: apa

“Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum” ist der Titel einer Ausstellung, die am 6. März im Palazzo Cipolla in Rom eröffnet wird. Das Ausstellungsprojekt entsteht in Zusammenarbeit des Kunsthistorischen Museums (KHM) mit der römischen Kunststiftung Fondazione Roma. Die Schau läuft bis zum 5. Juli.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des italienischen Kulturministeriums sowie der österreichischen Botschaft in Rom, teilte die Fondazione Roma mit. Erstmals in Italien werden mehr als 50 bedeutende Werke aus den Sammlungen des Kunsthistorischen Museums gezeigt. Die von der KHM-Kunsthistorikerin Cäcilia Bischoff kuratierte Auswahl bietet einen Überblick über vier Jahrhunderte europäischer Malerei vom Renaissance- bis zum Barockzeitalter.

Werke wurden von Mitgliedern der Habsburgerdynastie gesammelt

Die Werke wurden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert von Mitgliedern der Habsburgerdynastie gesammelt oder in Auftrag gegeben, darunter Kaiser Rudolf II., Erzherzogin Isabella Clara Eugenia, Erzherzog Leopold Wilhelm und Kaiserin Maria Theresia.

Der Rundgang beginnt mit einem architektonischen Vergleich zwischen dem KHM, entworfen von Gottfried Semper und Carl Hasenauer, und dem Palazzo Cipolla an der Via del Corso in Rom, der von Antonio Cipolla geplant wurde. Beide Bauten stehen für das historistische Architekturverständnis des 19. Jahrhunderts und für die Idee des Museums als öffentlicher Kulturraum.

Die Ausstellung präsentiert Werke von Künstlern wie Peter Paul Rubens, Anthony van Dyck, Jan Brueghel dem Älteren, Frans Hals, Jan Steen, Gerard ter Borch, Jacob van Ruisdael, Lucas Cranach, Joachim von Sandrart und Jan Liss sowie von italienischen Meistern wie Tizian, Tintoretto, Veronese, Orazio Gentileschi und Guido Cagnacci.

Auch Caravaggios “Dornenkrönung” wird ausgestellt

Zu den Highlights zählen Diego Velázquez’ berühmtes Porträt der Infantin Margarita im blauen Kleid, Werke von Giuseppe Arcimboldo und David Teniers dem Jüngeren sowie Caravaggios “Dornenkrönung”. Ein eigener Abschnitt ist der Kunstkammer gewidmet, einer der bedeutendsten europäischen “Wunderkammern”, die den enzyklopädischen Sammelanspruch der Habsburger verdeutlicht.

Der Präsident der Fondazione Roma, Franco Parasassi, betonte, die Ausstellung verstehe Kunst als Raum der Begegnung zwischen europäischen Traditionen. Ziel sei es, in einer Phase tiefgreifender Umbrüche den europäischen Gedanken durch die Sprache der Schönheit neu zu beleben. “Die Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Museum zeigt, dass ein Museum nicht nur eine Institution des Wissens, sondern auch ein Ort des Dialogs und der Gastfreundschaft sein kann”, so Parasassi.

Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM, sprach von einem kulturellen Dialog zwischen Wien und Rom, der weit über die bloße Leihe von Kunstwerken hinausgehe. Die Meisterwerke der Habsburger Sammlungen vermittelten eine europäische Vision, geprägt von Vielfalt, Neugier und intellektueller Offenheit. “Die Ausstellung dieser Werke in Italien ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass Kunst über Jahrhunderte und Grenzen hinweg Verbindungen schaffen kann”, so Fine.

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