++ HANDOUT ++ 150 Galerien aus 19 Ländern auf der BRAFA-Kunstmesse

Kunstmesse BRAFA legt Schwerpunkt auf belgisches Kulturerbe

Sonntag, 25. Januar 2026 | 10:38 Uhr

Von: apa

Die 71. Ausgabe der Brüsseler Kunstmesse BRAFA legt in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf das belgische Kulturerbe: Der Ehrengast, die König-Baudouin-Stiftung, präsentiert anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums belgische Meisterwerke. Fast 150 Galerien aus 19 Ländern präsentieren bis 1. Februar antike, moderne und zeitgenössische Kunst, darunter Werke von Peter Paul Rubens, Joan Miró oder Joseph Maria Olbrich, letzteres beim Wiener Galerist Florian Kolhammer.

Zu den absoluten Highlights zählen 2026 das “Porträt eines alten Mannes” von Peter Paul Rubens, das der Brüsseler Galerist Klaas Muller wiederentdeckt und restauriert hat. Dieses Ausstellungsstück sorgte bereits im Vorfeld der Messe für Aufregung unter Kunstinteressierten. Es dürfte rund eine Million Euro wert sein, und zählt damit zu den teuersten Stücken der ohnehin nicht günstigen BRAFA. Diese dürfte mit ihrer heurigen Vergrößerung auf fast 150 Galerien ihrer großen Schwester TEFAF, der renommierten Kunstmesse im März in Maastricht, einen weiteren Schritt näher kommen.

Highlights “Femme, oiseaux” und Triceratops-Schädel

Wie auch die TEFAF zeichnet sich die BRAFA durch ihre Vielfalt und Durchmischung der Kunstrichtungen aus. Neben einem Rubens ist auch das Gemälde “Femme, oiseaux” von 1976 von Joan Miró am Stand der Brüsseler “Galerie De la Béraudière” zu bewundern, das ebenso auf eine knappe Million Euro geschätzt wird. Etwas ganz anderes bietet Grusenmeyer-Woliner mit “Baby Jane”: Ausgestellt wird hier einer der vollständigsten jugendlichen Triceratops-Schädel, die bisher gefunden wurden. Er wurde 1998 in South Dakota entdeckt, ist 66 Millionen Jahre alt und mindestens eine halbe Million Euro wert.

Florian Kolhammer hat aus Wien ein Paar Stühle aus der II. Ausstellung der Wiener Secession (1898) mitgebracht, die vom österreichischen Designer und Architekt Joseph Maria Olbrich entworfen und von Friedrich Otto Schmidt gefertigt wurden. Dieser zählte zu den exklusivsten und bedeutendsten Raumausstattern der Wiener Gründerzeit. Die Galerie Kolhammer ist in diesem Jahr die einzige heimische Galerie in Brüssel; sie ist BRAFA-Stammgast und seit Jahren regelmäßig in Brüssel vertreten.

Wichtig ist hier aber auch die belgische Kunst: In ihrem in diesem Jahr deutlich vergrößerten Stand präsentiert die König-Baudouin-Stiftung ein Armband des belgischen Malers und Bildhauers Pol Bury, einen Wandteppich der Textilkünstlerin Elisabeth De Saedeleer oder einen einzigartigeren Mantel aus Brüsseler Spitze. Auch der “Panoramablick auf Brüssel” des flämischen Malers und Graveurs Jan Baptist Bonnecroy, der für seine großen Panoramablicke auf die Stadt und seine Meeresmalereien bekannt ist, ist zu sehen, stößt auf großes Interesse der Besucherinnen und Besucher, die bereits am inoffiziellen Eröffnungsabend zu Tausenden durch die Hallen flanierten.

12.000 bis 15.000 Werke aus 20 Gebieten

12.000 bis 15.000 Werke sind laut Angaben der Veranstalter heuer bei der BRAFA ausgestellt. Sie umfassen 20 Fachgebiete, die sich von Möbeln und Kunstwerken aus dem Mittelalter, der Frühen Neuzeit und der Renaissance über antike und moderne Gemälde und Zeichnungen, Skulpturen, Stammeskunst, Glaswaren, Schmuck bis zu seltenen Büchern, Fotografie und natürlich den in Belgien allgegenwärtigen Comics spannen. Rund 72.000 Kunstinteressierte aus der ganzen Welt werden in Brüssel erwartet.

Die “Brussels Antiques and Fine Arts fair” will in diesem Jahr aber nicht nur deren Augen, sondern auch dem Magen Besonderes bieten: Während die Hallen 3 und 4 heuer vollständig der Kunst gewidmet sind und damit mehr Galerien Platz bieten, finden sich in einem neuen, eigenen Bereich in Halle 8 zahlreiche Restaurants, die den Besucherinnen und Besuchern ausgewählte kulinarische Erlebnisse bieten sollen, von klassischen belgischen Brasserie-Gerichten bis zur gehobenen italienischen Küche. Auch heuer findet die Messe wieder im Expogelände im nördlichen Brüsseler Stadtteil Laken statt, in das sie 2022 nach vielen Jahren im zentralen Thurn & Taxis-Gelände umgezogen ist.

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