Todestag des Bozner Astronomen jährt sich am 17. Mai zum 90. Mal

Max Valier: Einem großen Südtiroler zu Ehren

Montag, 11. Mai 2020 | 18:04 Uhr

Bozen/Gummer – Er gilt als Pionier der Raumfahrt und als Wegbereiter der Raketentechnik: Max Valier. In diesem Jahr wäre der Bozner Astronom und Schriftsteller nicht nur 125 Jahre alt geworden, auch sein plötzlicher Tod jährt sich zum 90. Mal – ein guter Anlass, um an die Leistungen des experimentierfreudigen Südtirolers zu erinnern. Wenngleich aufgrund des Coronavirus die geplanten „Max-Valier-Tage“ im Sternendorf nicht stattfinden können, ruft das Planetarium Südtirol zum Todestag am 17. Mai die außergewöhnliche Persönlichkeit in Erinnerung und organisiert einen Online-Vortrag mit Astrophysiker David Gruber am Freitag, 15. Mai um 11.00 Uhr in deutscher und am Donnerstag, 14. Mai um 17.30 Uhr in Zusammenarbeit mit dem UPAD in italienischer Sprache.

Max Valier wurde am 9. Februar 1895 in Bozen geboren. Bereits in seiner Jugend befasste sich Valier mit der Astronomie und versuchte seine Erkenntnisse möglichst vielen Menschen weiterzugeben – eine Fähigkeit, die ihm großen Erfolg einbrachte: Inspiriert vom Werk des Physikers und Raketenpioniers Hermann Oberths „Die Rakete zu den Planetenräumen“ schrieb Max Valier eine allgemein verständliche Abhandlung zur Raumfahrt. „Der Vorstoß in den Weltenraum“ beschreibt ein Programm zur Entwicklung der Raketentechnik und erschien zwischen 1924 und 1930 in insgesamt sechs Auflagen.

Erstes Todesopfer der Raumfahrt

Es war dann auch die Raketentechnik, die es dem jungen Max Valier neben der Astronomie besonders angetan hatte. Das Studium der Astronomie, Mathematik, Physik und Meteorologie musste Valier aufgrund des Ersten Weltkrieges unterbrechen: Er diente beim österreichischen Militär – zunächst als Wetterbeobachter, dann in der Luftaufklärung mittels Fesselballons und schließlich in der Flugzeugerprobung. Der junge Max Valier begann alsdann, mit Raketenantrieben zu experimentieren – und sollte als erstes Opfer der Raumfahrt mit nur 35 Jahren bei einem seiner Experimente sterben: Ab 1929 begann Valier mit Flüssigtreibstoffen zu arbeiten und musste sein Raketenflugzeug auf Paraffinöl umstellen. Bei einer Explosion während eines Testversuchs verletzte ihn ein Splitter der Brennkammer tödlich. Max Valier liegt auf dem Münchner Westfriedhof begraben, im Deutschen Museum sind einige seiner Versuchsfahrzeuge ausgestellt. Die Südtiroler Volksternwarte und der Südtiroler Verein der Amateurastronomen, die Gewerbeoberschule von Bozen und Straßen in Südtiroler Dörfern, in Bozen, München und Wien tragen seinen Namen.

Online-Vorträge am Donnerstag und Freitag

Anlässlich des 125. Geburtstages und 90. Todestages des Raumfahrtpioniers haben das Planetarium Südtirol und die Südtiroler Amateurastronomen ein besonderes Programm im Gedenken an Max Valier erarbeitet. Aufgrund des Coronavirus können die Max-Valier-Tage im Sternendorf Gummer jedoch nicht wie geplant vom 15. bis 17. Mai stattfinden. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, lautet die Devise der Veranstalter: Astrophysiker David Gruber wird in einem Livestream über den Raumfahrtpionier berichten und auch der Leiter des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums in Feucht (D) Karlheinz Rohrwild soll – sobald möglich – eine Ausstellung über die neuesten Forschungsergebnisse zu Max Valier eröffnen. Der deutsche Vortrag kann am Freitag, 15. Mai um 11.00 Uhr online unter https://www.planetarium.bz.it/de/news/list.php/ verfolgt werden, der italienischsprachige Vortrag hingegen findet in Zusammenarbeit mit dem UPAD statt, und zwar am Donnerstag, 14. Mai um 17.30 Uhr unter www.upad.it/youtube.

Auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird die Vorpremiere zum neuen Dokumentarfilm über die Südtiroler Persönlichkeit „Der Raketenmann“, zumal auch die Dreharbeiten derzeit nicht fortgeführt werden können. Aktuelle Infos gibt es laufend unter www.planetarium.bz.it.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Salten/Schlern

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz