Aktion der Südtiroler Jugendarbeit für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt

„Mehr als zwei Geschlechter und unterschiedliche sexuelle Orientierungen“

Freitag, 25. Juni 2021 | 12:27 Uhr

Bozen – „Rosa oder Blau ist viel zu Grau – Sei laut und mach‘ halt für Geschlechtervielfalt“ unter diesem Motto lief eine von Mitarbeitenden der Jugendzentren, Jugendtreffs und Jugenddienste initiierte Aktion. Begleitet wurde die Aktion von netz, dem Dachverband der Offenen Jugendarbeit. Auf den sozialen Netzwerken wurde dazu aufgerufen digitale „Sticker“ mit einer Botschaft zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu versehen und zu veröffentlichen. netz fertigte dafür die passenden Vorlagen an. Aus allen Veröffentlichungen wurden vier als Aufkleber gedruckt und am vergangenen Freitag den engagierten Menschen hinter den Entwürfen feierlich übergeben. In den nächsten Tagen werden die Aufkleber auch an alle Jugendzentren, Jugendtreffs und Jugenddienste verteilt.

Im „Handbuch der Offenen Jugendarbeit in Südtirol“ – einem Grundlagendokument für die Arbeit mit jungen Menschen – sind Vielfalt und Gendersensibilität als wichtige Arbeitsprinzipien definiert. netz setzt sich daher für die Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit aller Geschlechter und für Menschen mit vielfältigen sexuellen Orientierungen ein.

Was unser Geschlecht ausmacht ist vielfältig. „Hormone, Chromosomen, innere und äußere Geschlechtsorgane sprechen dafür das Geschlecht eher als Kontinuum zu verstehen, anstatt als zwei, exakt voneinander unterscheidbare Kategorien“, erklärt die Aktionsgruppe.

In einer aktuellen repräsentativen Befragung, durchgeführt vom deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, waren 2,1 Prozent der Befragten nicht-binär. Wenn man diese Zahlen auf Südtirol umrechnet, wäre das potenziell jede 48. Person. Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlier vermuten noch eine viel höhere Zahl. Andere Kulturen kennen schon lange mehrere Geschlechter. Seit 2019 kann man sich in Deutschland auch als „divers“ eintragen lassen.

„Dies ist nur als erster Schritt zu verstehen, der versucht, der Realität gerecht zu werden“, unterstreicht Birgit Schwarz, die die Mitarbeitenden in den Jugendeinrichtungen in Fragen zu Gender- und Sexualpädagogik begleitet, „denn unsere Vorstellungen über ein Leben in einer zweigeschlechtlichen Ordnung bewirken, dass viele Menschen dadurch einen langen Leidensweg gehen müssen.“ Mit der Aktion wurde laut Schwarz auch verdeutlicht, dass es in Bezug auf die sexuelle Orientierung noch Vorstellungen gäbe, die historisch und gesellschaftlich geprägt seien und die im Sinne der europäischen Menschenrechtskonvention und der UN-Menschenrechtskonvention dem Recht der Menschen auf freie Entfaltung nicht gerecht würden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

7 Kommentare auf "„Mehr als zwei Geschlechter und unterschiedliche sexuelle Orientierungen“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Jeder /e soll sein Leben führen wie er meint….allerdings finde ich dieses kontinuierliche zur Schau stellen und diese omnipräsente Medienpräsenz schlichtweg übertrieben….

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Da gib ich dir Recht. Allerdings muss man beide Seiten betrachten. Es gibt heute noch sehr viele Leute (besonders im ländlichen Raum) die sowas nicht als etwas normales sehen. Diese “Werbung”, nennen wir es mal so, trägt dazu bei, Toleranz in der Gesellschaft zu verbreiten und zu sensibilisieren.

gustav
gustav
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Seit 2019 kann man sich in Deutschland auch als „divers“ eintragen lassen.
stimmt und wieviele der 82 millionen haben das eintragen lassen ? 
keine 1.000 personen ………….

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
1 Monat 5 Tage

Gustav@

Warte es ab, sobald die Grünen am Werk sind, im Sinne, dass diese dann in der Regierung sind, wird diese Zahl sprunghaft ansteigen!

Stefa
Stefa
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Das ist ja gerade das Problem…. Es handelt sich um MINDERHEITEN die von unserer Gesellschaft nur schwer anerkannt werden. Gerade in einer traditionsreichen Gesellschaft wie der unseren ist das ein Thema das angesprochen werden sollte!

ghost2
ghost2
Neuling
1 Monat 5 Tage

Zum Nachdenken:
Das Geschlecht ist KEINE MODE
was soll aus unseren Kindern in 10-20 oder 30 Jahren werden?
Da sind sie selbst erwachsen 
und auf welcher Grundlage sollen sie bauen? 
Wie soll eine Familie mit solchen Ansichten bestehen?
Man kann ja heute schon sehen, wo das hinführt, 
also seien wir sehr vorsichtig mit solchen Meinungen!

NigeriaJohn
NigeriaJohn
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Duemmer gehts bald nimmer.
Als ob wir keine anderen Probleme haetten.

wpDiscuz