Von: apa
Das neue Jahr ist angebrochen – und damit auch offiziell das Jahr des 70. Eurovision Song Contest in Österreich. Ein zentraler Baustein für das musikalische Megaevent wurde dabei am Montagabend im Wiener Rathaus gelegt, wo in einer von Alexandra Maritza Wachter und Cesár Sampson gestalteten TV-Show die Verteilung der Länder auf die beiden Halbfinalshows am 12. und 14. Mai in der Wiener Stadthalle ausgelost wurde.
Österreich konnte sich dabei als Gastgeber entspannt zurücklehnen, hat man neben Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien doch einen fixen Finalplatz. Immerhin ist aber seit dem Abend klar, dass der rot-weiß-rote Act, der am 20. Februar in der Castingshow “Vienna Calling” gekürt wird, sich – ohne bewertet zu werden – im 2. Halbfinale am 14. Mai der ESC-Welt präsentieren wird.
Startplätze werden später festgelegt
Jene 30 Länder, die nicht zum Kreis der Fixstarter gehören, mussten zuvor aber auf die beiden Halbfinale aufgeteilt werden. Die Auslosung erfolgte dabei traditionell im Fußball-WM-Modus mit fünf Töpfen, die reihum geleert wurden. Israel, auf dessen Teilnahme sich die Debatte in den vergangenen Monaten fokussierte, wird etwa im 1. Halbfinale am 12. Mai in den ESC-Ring steigen. Die exakte Startreihenfolge bei den Shows wird von der Rundfunkunion EBU dann zu einem späteren Zeitpunkt nach dramaturgischen Gesichtspunkten festgelegt, wenn alle nationalen Acts gekürt sind.
Neu ist heuer, dass auch in den beiden Semifinalen nicht nur das Publikum abstimmt, sondern wieder Jurys ein Wörtchen mitzureden haben. Zur Hälfte entscheiden also Expertinnen und Experten über die je zehn Finaltickets pro Halbfinale. Zuschauer oder Zuschauerin können überdies nur mehr maximal zehn anstatt bisher 20 Stimmen abgeben – Neuregelungen die analog auch für das Finale mit seinen 25 Acts gelten werden.
Eine Laterne mit einem Narren und JJ
Den Auftakt zum ESC-Trubel im Stadtsenatssitzungssaal hatte die feierliche Übergabe der Song-Contest-Verantwortung von Basels Bürgermeister Conradin Cramer an seinen Wiener Amtskollegen Michael Ludwig (SPÖ) gemacht. Dieser erhielt eine Fastnachtslaterne, auf der neben der Narrenfigur des Ueli, der Wiener Staatsoper und dem Baseler Münster vor allem JJ – Österreichs Song-Contest-Lichtgestalt des Vorjahres – zu sehen ist.
Schließlich setzte Basel zum Abschied vom ESC auf Fastnachtsfreuden. Neben Regierungspräsident Cramer lärmte deshalb eine ganze Faschingsgruppe mit Trommeln und Pfeifen in den Prunksälen des Rathauses – und interpretierte neben Fastnachtsmärschen auch Charpentiers “Te Deum”, die ESC-Kennmelodie. Man habe es in Basel verstanden, demokratisch legitimierten Protest zuzulassen und gleichzeitig den ESC-Afficionados Raum zum Feiern zu geben. Das werde auch Wien im Mai hinbekommen, zeigte sich Cramer im Gespräch mit der APA überzeugt.
Die Diskussionen rund um die Teilnahme Israels hatten letztlich fünf Länder zum Nicht-Antritt in Wien bewogen. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann betonte kurz nach der Auslosung, dass “die Hand ausgestreckt bleibe”. Er hoffe, dass die Abwesenden im Jahr 2027 wieder zurückkehren werden. Ein Comeback gibt es bei den Shows auch für den langjährigen ESC-Begleiter – das Orchester. Wer Vorjahressieger JJ mit dem Radio Symphonieorchester (RSO) performen gesehen habe, wisse, worauf man sich freuen kann, so Weißmann zur APA.
Für Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) war der Austausch mit der “Host City” des Vorjahres, Basel, durchaus lohnend. Man werde – wie auch beim letzten ESC in Wien 2015 und in Basel – versuchen, “die Bevölkerung mitzunehmen”. Das solle in Form von zahlreichen “Sideevents” geschehen. Darüber hinaus sei auch die Sicherheit angesichts wahrscheinlicher Proteste rund um die Teilnahme Israels nicht zu vernachlässigen. Wien habe hier aber eine reiche Erfahrung bezüglich Abwicklung von Großevents, sagte Ludwig: Es gelte jedenfalls, eine klare Grenze zwischen legitimem Protest und Antisemitismus zu ziehen.
Kartenverkauf startet am 13. Jänner
Mit der sportiven Auslosung im Wiener Rathaus ist die ESC-Woche aber noch lange nicht beendet. Schließlich geht am Dienstag (13. Jänner) ab 13 Uhr die erste Tranche der Tickets in den Verkauf – für jene, die sich bis 18. Dezember als potenzielle Käufer registriert hatten. Auf der offiziellen Webseite von www.oeticket.com/artist/eurovision-song-contest/ werden die ersten Karten für die neun ESC-Shows freigeschaltet, wobei pro Person nach dem Prinzip first-come, first-served maximal vier Tickets verkauft werden.
Schließlich können Song-Contest-Fans nicht nur den eigentlichen drei Finalshows beiwohnen. Verkauft werden auch Tickets für die drei Evening-Preview-Shows, die jeweils am Vorabend gleich einer Generalprobe abgehalten werden, und für die ebenfalls drei familienfreundlichen Nachmittagsshows unmittelbar vor dem abendlichen Einsatz. Bei letzteren kosten die billigsten Karten 15 Euro, für den Golden Circle am Finalabend sind im teuersten Fall 360 Euro zu berappen.
(S E R V I C E – www.eurovision.tv)




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