Von: apa
Exakt am Tag zehn Jahre nach ihrem bisher letzten Zauchensee-Sieg hat Lindsey Vonn am Samstag auf der Salzburger Weltcup-Strecke erneut zugeschlagen. Auf einer stark verkürzten Abfahrt auf der Kälberloch-Piste siegte sie in 1:06,24 Min. 0,37 Sek. vor der Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie und 0,48 vor ihrer US-Landsfrau Jacqueline Wiles. Für die Österreicherinnen setzte es eine schwere Niederlage, Val d’Isere-Siegerin Cornelia Hütter klassierte sich als ÖSV-Beste als 20. (+1,01).
Vonn hatte vor zehn Jahren in Zauchensee Abfahrt und Super-G gewonnen, am Sonntag (12.00 Uhr, live ORF 1) hat sie die Chance auf ein erneutes Double bzw. auf ihren insgesamt sechsten Zauchensee-Erfolg. Ihr 45. Weltcup-Abfahrtssieg ist ihr zweiter dieser Saison und auch nach ihrem Comeback nach jenem vier Wochen davor in St. Moritz. Dazu kamen ein zweiter und dritter Abfahrtsrang, ihre Führung in der Disziplinwertung baute die 41-Jährige nach nun vier Rennen aus. Inklusive einem dritten und vierten Rang in zwei Super-Gs war Vonn in dieser Saison noch nicht schlechter als Vierte.
“Es war meine letzte Zauchensee-Abfahrt und daher hier meine letzte Chance”, erläuterte Vonn nach dem von der Gamskogelhütte gestarteten Rennen bzw. ihrem insgesamt 84. Weltcupsieg. “Mit diesem Mindset ist es vielleicht ein bisschen einfacher.” Sie sei die richtige, die gerade Linie gefahren. “Wenn du zu weit bist, bist du schon weg.” Sie habe sich vor dem Rennen an ihren Sieg zehn Jahre davor erinnert. “Ich war im gleichen Hotel und Annemarie Moser-Pröll hat mir die Trophäe übergeben.”
Aus Südtiroler Sicht, schaffte es Nicol Delago aus Gröden auf Rang neun. Ihre Schwester Nadia landete auf dem 18. Platz. Sara Thaler aus St. Ulrich holte Rang 23. Laura Pirovano kam auf Rang vier.
ÖSV-Läuferinnen fanden Ideallinie nicht
Während der US-Star im Mittelteil des kurzen Kurses auf die Siegesstraße einbog, verlor da Hütter entscheidend an Terrain. Die Steirerin hatte vor zwei Jahren beim Heim-Event den Super-G gewonnen. “Im Mittelteil habe ich die Schnalze bekommen und gemerkt, ich werde einfach nicht schneller”, sagte die 33-Jährige. Sie sei einfach nicht dort gefahren, wo die anderen gefahren sind. “Aus österreichischer Sicht wollten wir schon eine Show bieten. Wenn ich alleine bin, werde ich meine Aggressionen rauslassen, und dann gescheit analysieren.”
0,19 Sek. hinter Hütter klassierte sich zeitgleich mit der Kärntnerin Nadine Fest auf Position 24 Ariane Rädler (+1,20). Auch sie habe die Linie nicht getroffen und sei in den Neuschnee gekommen. “Es ist wichtig, dass du runterfindest, ohne zu viel Neuschnee zu erwischen. Es ist ärgerlich für mich”, sagte die Vorarlbergerin Rädler. Ebenfalls in die Weltcup-Punkte schafften es von den Lokalmatadorinnen Carmen Spielberger (+1,35), Mirjam Puchner (+1,38) und Leonie Zegg (+1,39) auf den Plätzen 28 bis 30.
Vize-Weltmeisterin Puchner: “Worst case”
Für die Salzburgerin Puchner sind der Gewinn zweier Weltcuppunkte nicht der Anspruch, dementsprechend ernüchtert resümierte die Vize-Weltmeisterin: “Ich habe bei der Kurve oben schon meine Troubles gehabt, es ist ‘worst case’. Ich habe es einfach nicht auf die Reihe gekriegt, die anderen haben es besser gemacht. Ich muss das abhaken.” Außerhalb der Punkteränge landeten Emily Schöpf (32./+1,53), Lena Wchner (36./+1,57), Christina Ager (38./+1,58) und Nina Ortlieb (39./+1,62).
Routinier Ortlieb war die am schwersten Geschlagene der rot-weiß-roten Garde, sprach von einer flachen Sicht. “Ich glaube, ich habe es schon beim ersten Tor liegengelassen. Da bin ich zu weit geworden und habe gemerkt, dass ich kein Tempo mehr habe. Wir waren vor allem im obersten Teil brutal langsam. Da entscheiden ein paar km/h, ein paar Meter links oder rechts, ob man im Neuschnee steht.”
Zu allem Überdruss kam ÖSV-Sicht die St.-Moritz-Zweite Magdalena Egger als eine von nur zwei Läuferinnen zu Sturz und wurde mit dem Helikopter für eine Magnetresonanz-Untersuchung ins Krankenhaus Radstadt gebracht. Das Rennen war dafür länger unterbrochen. Die Vorarlbergerin hatte zunächst in den Zielraum fahren wollen, beim Ski-Anschnallen aber gemerkt, dass es nicht geht. Hütter bangte mit ihrer Teamkollegin. “Hoffentlich ist es bei Magdalena nur eine Vorsichtsmaßnahme, dass sie sie durchchecken”, meinte sie hinsichtlich des Abtransports.




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