Von: mk
Bozen – Das packende Familiendrama „Zweitland“, das im vergangenen Jahr seine Deutschlandpremiere auf dem Filmfest München feierte, ist am Freitag im Rahmen des Bayerischen Preises mit dem Newcomer-Regiepreis ausgezeichnet worden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ging an Regisseur Michael Kofler.
Aus der Jurybegründung heißt es: „Heimat. Wie prägt sie dich, wie zerrt sie an dir? Fragen, die sich Regisseur Michael Kofler in seinem Kinodebüt „Zweitland“ stellt. Er stammt aus Südtirol, eine Region, die wir heute als wohlhabenden Touristenmagnet kennen und als Musterbild des Zusammenlebens von Deutschen und Italienern. Doch vor der Autonomie stand ein erbittert geführter Kampf um Freiheit und Identität, eine Zeit, die bis heute viele Narben in Südtiroler Familien hinterlassen hat und nie richtig aufgearbeitet wurde – auch filmisch nicht. Jahrelang hat Michael Kofler an seinem Herzens-Projekt „Zweitland“ gearbeitet. Das Ergebnis: ein kraftvolles, authentisches Werk, mit einem einfühlsam geführten Schauspiel-Ensemble, das in natürlicher Weise auf Italienisch und im Südtiroler Dialekt spielt. […]“
„Zweitland“ erzählt die Geschichte der ungleichen Brüder Paul (Thomas Prenn) und Anton (Laurence Rupp), deren Verbindung an den separatistischen Anschlägen von 1961 in Südtirol zu zerbrechen droht. Ihnen gegenüber steht Antons Frau Anna (Aenne Schwarz) als feministische Vordenkerin. „Zweitland“ erscheint im April digital im Home Entertainment.
Zum Inhalt: Südtirol, 1961. Die norditalienische Region wird durch eine Serie von separatistischen Bombenanschlägen erschüttert. Während der junge Bauernsohn Paul der Perspektivlosigkeit seines Dorfes entkommen und Malerei studieren will, kämpft sein älterer Bruder Anton kompromisslos für den Schutz der deutschsprachigen Minderheit – notfalls mit Gewalt. Nachdem Anton als einer der Attentäter enttarnt wird, flieht er und lässt Hof und Familie zurück. Widerwillig verschiebt Paul seine eigenen Pläne, um Antons Frau Anna und ihren kleinen Sohn zu unterstützen. Während die Lage eskaliert und die italienische Polizei hart durchgreift, beginnt Anna sich zunehmend gegen die patriarchalen Strukturen ihres Umfelds zu wehren. Paul hingegen muss sich entscheiden – zwischen familiärer Loyalität und persönlicher Selbstverwirklichung.
In seinem Kinodebüt beleuchtet Regisseur Michael Kofler packend und eindringlich die Ereignisse rund um die „Feuernacht“ in Südtirol. Thomas Prenn (Hochwald) und Laurence Rupp (Veni Vidi Vici) überzeugen als gegensätzliches Bruderpaar an der Seite von Aenne Schwarz (Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes) als moderne Vordenkerin.




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