Neue Zuständigkeit in der Lehrerausbildung nutzen

Südtirols Lehrerausbildung soll zum Leuchtturm werden

Freitag, 02. Februar 2018 | 17:31 Uhr

Bozen – Land und Universität wollen die neue Zuständigkeit in der Lehrerausbildung nutzen, um eine südtirolorientierte Ausbildung zu schaffen, die Modellcharakter hat.

Als 19. Durchführungsbestimmung in der zu Ende gehenden Amtszeit hat der Ministerrat jene zur Lehrerausbildung genehmigt und damit dem Land Südtirol nach mehr als 15 Jahren eine neue Kompetenz im Bildungsbereich übertragen. Landeshauptmann Arno Kompatscher sprach bei der heutigen (2. Februar) Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen bildungspolitischen Zuständigkeit von einem “autonomiepolitischen Meilenstein”. Er erinnerte daran, dass die Zuständigkeit bereits in der staatlichen Schulreform “La buona scuola” 2015 festgeschrieben worden war, aber “das war uns zu wenig”, da ein Staatsgesetz auch ohne die Zustimmung des Landes abgeändert werden könne. So sei es – bei bereits aufgelösten Parlamentskammern zu dieser “Last-Minute- Durchführungsbestimmung” gekommen, wie sie Bildungslandesrat Philipp Achammer heute bezeichnete.

Die vom Ministerrat genehmigte Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut sieht vor, dass das Land Südtirol auf der Grundlage des Artikels 19 des Autonomiestatutes im Einvernehmen mit der Freien Universität Bozen und dem Konservatorium die Ausbildung des Lehrpersonals für alle Schulstufen und alle Sprachgruppen selbst regelt. Ebenso legt das Land die Anzahl der Studienplätze fest und bestimmt den Zugangsmodus. Die Abschlüsse der Ausbildungen und die Spezialisierungen, die von der Universität und dem Konservatorium in diesem Zusammenhang durchgeführt werden, beziehungsweise die erlangten Studientitel sind italienweit gültig.

Achammer: “Sich von den staatlichen Programmen abheben”

Für Bildungslandesrat Achammer ermöglicht der neue Spielraum in der Lehrerausbildung es, sich “von den staatlichen Programmen abzuheben und ein Südtirol-System aufzubauen, das Planbarkeit und Sicherheit gibt”. “Wir können Ausbildungsprogramme entwickeln, die den lokalen Bedürfnissen entsprechen. Wir können die Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellen und die Durchlässigkeit stärken sowie die Stärken aus dem deutschen und italienischen Bildungswesen zusammenzuführen”, sagte der Landesrat.

Dieser Weg soll, wie von der Durchführungsbestimmung vorgegeben, gemeinsam mit der Universität definiert werden. Wie der Präsident der Freien Universität, Konrad Bergmeister, betonte, “können wir nun 30 Prozent der Lehrerausbildung, das heißt 90 Kreditpunkte anstatt der bisher 48, selbst gestalten”. Dabei wolle man vor allem der Mehrsprachigkeit, der Digitalisierung sowie der Inklusion und Integration beziehungsweise der Didaktik in diesen Bereichen mehr Bedeutung beimessen. “Wir wollen dabei zu einer Modellwerkstatt werden”, so Bergmeister wörtlich.

Auf die neue Verantwortung, die auf die Universität zukomme, wies Rektor Paolo Lugli hin. Der Dekan der bildungswissenschaftlichen Fakultät, Paul Videsott, sagte: “Um die Kompetenz der Lehrerausbildung beneiden uns 340 Sprachgruppen.” Die Ausbildung werde nun auf lokaler Ebene mitgestaltet, was nicht heiße, dass es sich um eine “provinzielle” Ausbildung handle. Vielmehr wolle man nicht eine von vielen Lehrerbildungsstätten sein, sondern ein Leuchtturmprojekt, das der Mehrsprachigkeit und den Minderheiten gerecht wird.

Zu diesem Zweck hat die Landesregierung gemeinsam mit der Freien Universität Bozen eine Forschungsplattform im Bereich der Lehrerausbildung eingerichtet. Leiten wird die Forschungszusammenarbeit der bisherige Direktor des Bildungsressorts und Schulamtsleiter Peter Höllrigl, den die Landesregierung zum Direktor der Plattform zur Ausbildung von Lehrern und Pädagogen ernannt hat. Aufgabe dieser Plattform ist es, Südtirols Bildungsorganisationen mit der Fakultät für Bildungswissenschaften und deren Dienststellen und Gremien zu vernetzen, um Bildungsangebote zu entwickeln und zu verbessern. Als Plattform-Direktor wird Höllrigl auch dafür Sorge tragen, dass die Plattform zum Bindeglied zwischen der Fakultät für Bildungswissenschaften und den drei Schulämtern sowie den zuständigen Landesämtern wird.

Von: mho

Kommentare

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13 Kommentare auf "Südtirols Lehrerausbildung soll zum Leuchtturm werden"


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Benni
Benni
Tratscher
19 Tage 17 h

Also ich fasse zusammen. Eine Kindergärtnerin muss Matura haben, 5 Jahre an der Universität für Bildungswissenschaften studieren, Doppelsprachigkeit A in Ital oder Deutsch, internationale Doppelsprachigkeit B in Englisch um mit 3 bis 5 jährigen Kindern zu arbeiten. Hallo? Und dann wundern wir uns wenn nur wenige diesen Beruf wählen?
Wir Kinder aus den 70er( in meinem Fall) dürften eigetlich gar nicht mehr leben. Unsere Tanten hatten gar keine Ausbildung. Ihnen wurde eine Schürze in die Hand gedrückt und dann gings los.
Und trotzdem wurden die Meisten recht passabel. (-:
Was da zu wenig an Ausbildung war ist jetzt zu viel.

el loco76
el loco76
Neuling
19 Tage 17 h

I druckat a no a poor mo+ wenns gang …

amme
amme
Tratscher
19 Tage 13 h

bei krankenschestern es gleiche.im umliegenden auslond isch es a lehrberuf.do muas mon holber doktor werden dass mon orbeiten muss.zudem noch der ausbildung isch mon arbeitslos bis stellenausschreibung ist.In der schweiz genügt a unruf im kronkemhaus dass mon claudiana gmocht hot und mon isch ungstellt.die holben hauen ob….system südtirol

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
19 Tage 13 h

So etwas denken sich nur Sesselfurzer aus die vom Real Life keine Ahnung haben.
Die Uni ist das Beste! Beispiel: es wird da nicht mal gelehrt wie man Kinder erzieht oder bei Lehrern wie man Schülern etwas beibringt Stichwort Lernmethoden). Das darf dann der Uni-Absolvent dann selber machen.

enkedu
enkedu
Kinig
19 Tage 11 h

Moch dar nix draus, des sein insre obergscheidn Reservepolitiker aus der tiefsten Provinz, dei sich beweisen müssen.

Igor
Igor
Tratscher
19 Tage 19 h

Wieder ein Gremium mehr🤣
…….und den Schülern der Pflichtschulen mutet man nicht mehr zu ihren Schulweg alleine zu gehen.

enkedu
enkedu
Kinig
19 Tage 22 h

wir sind die Bestigsten und hinter unsren hohen Bergen gibts nixxxxxx 😂

So ist das
So ist das
Superredner
19 Tage 10 h

Nebenbei bemerkt sollte das was für die Ausbildung der Lehrer gilt, auch für so manchen Politiker gelten, die versuchen, das Land zu leiten.

Obelix
Obelix
Tratscher
19 Tage 9 h

Wir Kinder der 50er- 60er Jahre müssen Helden gewesen sein. Da wurden nicht viele Federlesen mit uns gemacht. Aber es war eine schöne Kindheit. Wir waren noch frei. Ganz ohne Internet, Fernseher und Smartphone. Dafür mit Baumhäusern, Kastanien braten und fischen. Und von wegen Abheben, Herr Achammer: Am Ende bestimmt doch der Staat wo es hingeht. Von wegen Autonomie. Das hat man ja bei der Sanität gesehen (Geburtenabteilungen). Oder haben wir da etwas nicht richtig verstanden?

natan
natan
Superredner
19 Tage 12 h

ja wir werden wieder einmal zum “leuchtturm” der steuergelder verschwendung. wieder so ein model, dass unter dem strich steuergelder verschluckt um der freien universität unsinnige arbeit zu verschaffen, wie vor ein paar jahren die lehrerausbildung in brixen… Was führt diese SVPD auf??

Willi
Willi
Tratscher
19 Tage 8 h

leutturm… do kemmen nor lei leichten ausser, oder sein die leuchten de de den schmorrn bestimmen
sott deitsch und italienisch und englisch, war viel wichtiger arabisch🤣🤣

Paul
Paul
Tratscher
18 Tage 21 h

wenn die unterste Stufe im Bildungswesen eine solche Ausbildung benótigt , was fúhr eine Ausbildung brauch mann dann erst an der Spitze des Bildungwesen in diesem Lande

Paul
Paul
Tratscher
18 Tage 21 h

ha ha ha ha … nimmer zu retten

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