Über Kategorisierung und Grenzen

Tagung: Sinti und Roma in Europa

Dienstag, 06. Juni 2017 | 10:41 Uhr

Bozen – Am heutigen Dienstag, 6. Juni und am morgigen Mittwoch, 7. Juni organisiert Anthropologin Elisabeth Tauber die Tagung On categories and boundaries: Intersections in the history and ethnography of Europe’s Sinti and Roma (19th -21st centuries).

Die Tagung untersucht aus vergleichender und interdisziplinärer Perspektive die Beziehung zwischen Roma und Sinti mit Nationalstaaten in europäischen Grenzregionen des 19. Und 20 Jahrhunderts. Wie wurden, bedingt durch die territoriale Definition der Nationalstaaten, Strukturen und Reglementierungen geschaffen, deren Ziel die Kontrolle von Bevölkerungsgruppen waren, die grenzüberschreitende Mobilität praktizierten?

Die Tagung durchleuchtet aus historischen und anthropologischer Perspektive die nationalstaatliche Konstruktion von Kategorien und ihre Auswirkungen auf die familiären Netzwerke von Roma und Sinti. Durch Einzelfallstudien und Bottom-up-Ansätze werden moderne Definitionen von Staatsbürgerschaft und Nationalität und deren Auswirkungen auf Mobilitätskontrolle und grenzüberschreitende Bewegung untersucht, im Fokus steht zudem das Verstehen aus Kontinuität und Transformation der Politik innerhalb und außerhalb Europas.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung fokussiert den Umgang von Roma und Sinti mit der öffentlichen Ordnung und der Machtausübung durch staatliche Institutionen. Es wird dann insbesondere der Frage nachgegangen, wie Roma und Sinti Formen des Widerstandes, des Konfliktes oder der Unsichtbarkeit weitergegeben oder neu definiert haben.

Die Tagung findet am Campus Bozen statt, Universitätsplatz 1, Hörsaal E2.21, Tagungssprache ist Englisch. Die Veranstaltung ist eine der 20 Veranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen der Freien Universität Bozen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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