Vortrag der BZG Salten-Schlern gibt Ratschläge bei Spielsucht

Wer spielsüchtig ist, kann nur verlieren

Montag, 02. Dezember 2019 | 21:23 Uhr

Tiers – In Südtirol wurden 2018 insgesamt 700 Mio. Euro für Glücksspiel ausgegeben. Das sind ca. 1.300 Euro pro Kopf. Diese Zahlen sind alarmierend. Das ist auch ein Grund, warum die Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern einen Vortrag darüber organisiert hat wie aus Spiel bitterer Ernst bzw. Sucht werden kann. Dr. Martin Fronthaler, Psychologe und Systemischer Familientherapeut im Therapiezentrum Bad Bachgart hat zu diesem Thema kürzlich in Tiers referiert. Dr. Fronthaler ging es dabei um Bewusstseinsbildung, um Sensibilisierung und Information: „Spielsucht ist für die Betroffenen und Angehörigen eine tägliche Herausforderung und bedarf der Beteiligung des ganzen Umfeldes. Glücksspiel gehört wohl nach wie vor zur häufig unterschätzten Problematik, die dazu führt, dass Betroffene und ihre Familien in Not geraten. Wir wollen das Gefährdungspotential, die Entstehung, die Risiken und die Behandlungsmöglichkeiten eines pathologischen Glücksspiels thematisieren. Nur wer sich informiert, kann verstehen, was bei einer solchen Sucht abläuft und nur wer versteht, kann helfen.“

Fronthaler Martin

Krankhaftes Glücksspiel

“Die einen spielen zum Vergnügen, die anderen, weil sie Geld brauchen. Zwangsläufig geht irgendwann die eine Kategorie in die zweite Kategorie über,” so ein Zitat von Alfred Polgar. Zu den Risikogruppen gehören vor allem junge Menschen mit geringem Bildungsstand, mit Verhaltensauffälligkeiten, welche risikofreudig und impulsiv sind, mit geringem Selbstwert und geringer sozialer Kompetenz ausgestattet sind und jene, welche generell an psychiatrische Störungen oder Substanzmissbrauch leiden. Oft sind es soziale Risikofaktoren, wie Suchtbelastung in der Familie, fehlende Regeln in der Erziehung, geringe familiäre Bindung, Armut oder Arbeitslosigkeit oder/und Migrationshintergrund, welche die Spielsucht begünstigen. Zu den Risikofaktoren gehören auch der ungeregelte Zugang zum Glücksspiel, permanente Verfügbarkeit und Werbung für Glücksspiele.

Was tun gegen Spielsucht?

Familiäre Regeln, eine positive und starke Bindung, das Verurteilen des Glücksspiels, stabile finanzielle Verhältnisse, Beschäftigung und die Förderung für Akzeptanz gesellschaftlicher Regeln können präventiv bei jungen Menschen Spielsucht vorbeugen. Wichtig ist auch der „intelligente“ Umgang mit dem Internet: Selbstkontrolle bzw. Abstinenz von besonders „verführerischen“ Internet-Applikationen. Kinder sollen lernen Gefühle und Gedanken zu erkennen und mit Stress und negativen Situationen umzugehen. Deshalb ist auch die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Schulung der sozialen Kompetenz und von Kommunikation sowie gesunde sportliche Aktivitäten wichtig. Angehörige von Betroffenen sollen sich informieren und Hilfe einholen. Übrigens, auch wenn Smartphones suchtähnliches Verhalten fördern können – eine offiziell anerkannte Krankheit ist die Handysucht nicht. Allerdings lassen sich bestimmte Kriterien für die Online-Spielsucht auf andere Internetanwendungen, also auch aufs Handy, übertragen.

Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern

Nächster Vortrag: Alkoholsucht

Der nächste Vortrag im Rahmen des Projektes „Gesunde Gemeinde – Gesunde Psyche“ findet am 5. Dezember um 19.30 Uhr in der Mittelschule in Jenesien statt. Dr. Martin Fronthaler referiert dann über „Alkohol: Freund oder Feind“. Der Eintritt ist frei. Es braucht keine Anmeldung und alle sind herzlich willkommen. Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es in einer eigenen Broschüre, welche auch unter www.gemeinde.karneid.bz.it zu finden ist.

Von: ka

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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2 Kommentare auf "Wer spielsüchtig ist, kann nur verlieren"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Paula
Paula
Tratscher
7 Tage 8 h

Ein Süchtiger verliert immer!

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
7 Tage 5 h

acuh wer nicht süchtig ist verliert dabei mehr als er gewinnt. ausmahmen bestätigen die regel

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