Projektwoche der TFO Meran und der FOS Ansbach

Die digitale Revolution in Südtirol

Freitag, 05. Oktober 2018 | 20:24 Uhr

Meran – Wie die Digitalisierung uns verändert, war Thema einer Projektwoche an der TFO Meran gemeinsam mit der FOS Ansbach

Der Natur der Innovation auf der Spur: Der „NOI-Techpark“ auf dem Gelände der ehemals größten Aluminiumfabrik Italiens „Montecatini“ in Bozen ist eine Denkfabrik für Innovation und verbindet Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft. „Innovation“ war das Thema einer Projektwoche an der Technologischen Fachoberschule Meran. Schüler der Fachrichtung für Elektronik und der Fachoberschule aus Ansbach gingen gemeinsam in Südtirol auf Spurensuche nach innovativen Ideen.

„Big Data“ sind das Öl der Zukunft

Die Projektwoche unter dem Motto „Smart Green Region Südtirol“ wurde von der Schule in Zusammenarbeit mit IDM-Südtirol und im Rahmen der Partnerschaft mit der Fachoberschule in Ansbach bei Nürnberg vorbereitet. Wie Digitalisierung unser Leben verändert, zeigte Peter Moser auf. Der Experte für Automation und Computertechnologien demonstrierte den Schülern die Rolle von „Big Data“ im zukünftigen Alltag der Menschen. „Daten sind das Öl der Zukunft“, erläuterte der ICT-Experte und stellte eine Reihe von digitalen Innovationen vor, die an Südtirols Forschungseinrichtungen wie EURAC, IDM, Freie Universität Bozen entwickelt und erprobt werden. Ausführlich berichtete er vom Portal „Open Data Südtirol“, dem „Beacon-Projekt“ und lud die Schüler zum „Innovation Hackathon“ vom 16. bis 17. November im Techpark ein, wo nicht nur junge Programmierer ihr kreatives Potential unter Beweis stellen können. Die Bereitstellung von Datensätzen der öffentlichen Verwaltungen als “Open Data” – also in offenen Formaten und zur freien Weiterverwendung – ist in Südtirol ein hochaktuelles Thema. Patrick Ohnewein, Koordinator des ICT & Automation-Bereichs von IDM Südtirol, präsentierte vor Ort den Schülern die breite Palette digitaler Zukunftsvisionen für unser Land. „Beacon“ bezeichnet eine Funktechnologie, die auf energieeffiziente, umweltfreundliche Art eine Identifizierungsnummer und eine genaue geographische Position übermittelt.

Mensch und Roboter – eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch bei Fraunhofer Italia, das seit einem Jahr im Techpark angesiedelt ist. Das Forschungszentrum mit 25.000 Mitarbeitern weltweit führt in Bozen das einzige Institut Italiens. Michael Terzer stellte den angehenden Maturanten einen Teil des Projekts DeConPro vor, das die Fabrik der Zukunft vorausnimmt. Intelligente Roboter lernen vom Menschen und arbeiten mit Ihm über Sensortechnik zusammen. Das Projekt DeConPro FESR1017 wurde vom europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Autonomen Provinz Bozen, Investitionen in Wachstum und Beschäftigung EFRE 2014-2020 finanziert.

Die Denkfabrik

Durch die Abteilungen im NOI-Techpark führte der ehemalige TFO-Schüler Alexander Alber die Projektgruppe. Der 2017 begründete Technologie- und Wissenschaftspark NOI steht als Akronym für „Nature Of Innovation“, bedeutet aber auch auf Deutsch ‚neu‘ und auf Italienisch „wir‘“, wie Alber erklärte.
Die Einrichtung ist als Gründerzentrum konzipiert und unterstützt technologieorientierte, möglichst innovative Neugründungen und Jungunternehmen bzw. auf Wachstum angelegte Startup-Unternehmen. Daneben soll der NOI-Techpark zur regionalen Wirtschaftsförderung und Vernetzung beitragen. Als wichtigste wissenschaftliche Akteure fungieren Eurac Research, die Freie Universität Bozen und Fraunhofer Italia. Er ist insbesondere auf Kooperation und Technologietransfer in den vier Feldern Green, Alpine, Food und Automation ausgelegt.

Dr. Schär, BZ ’18-’45, Bergwerk Schneeberg und Empfang im Meraner Rathaus

Weitere Programmpunkte der Projektwoche waren die Besichtigung des Burgstaller Unternehmens Dr. Schär, Marktführer für glutenfreie Ernährung mit dem neuen Geschäftsbereich Medical Nutrion: gemeint sind innovative diätetische Lebensmittel für medizinische Zwecke. Das Familienunternehmen führt mittlerweile 15 Produktionsstandorte weltweit und beschäftigt 1248 Mitarbeiter in 9 Ländern. Eine Wanderung auf den Schneeberg in Passeier mit Besichtigung des Bergwerks, ein Südtirol-Abend an der Schule sowie ein Empfang im Meraner Rathaus rundeten die Projektwoche unter Leitung von Vizedirektor Josef Prantl und Christoph Göppner ab.

Von: bba

Bezirk: Burggrafenamt

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