Bad Bunny mit bestem Album und scharfen Worten

Anti-ICE-Protest bei Grammys, Bad Bunny mit bestem Album

Montag, 02. Februar 2026 | 08:20 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

Zahlreiche politische Stellungnahmen und Anti-ICE-Slogans haben die heurige Grammy-Verleihung dominiert. Als bestes Album wurde “DeBi TiRAR MaS FOtoS” von Bad Bunny ausgezeichnet. Kendrick Lamar und SZA erhielten für “Luther die Auszeichnung als beste Aufnahme, Billie Eilish für “Wildflower” jene für den besten Song. “Fuck ICE” ist alles, was ich sagen möchte”, meinte Eilish in ihrer Dankesrede in Richtung der US-Einwanderungsbehörde. Auch Bad Bunny äußerte sich ähnlich.

Der südafrikanische Comedian Trevor Noah (41) war mit gleich mehreren Seitenhieben auf US-Präsident Donald Trump in seine Moderation am Sonntagabend (Ortszeit) gestartet. In den USA gebe es ein neues Trinkspiel, witzelte Noah bei der Gala in Los Angeles. “Jedes Mal, wenn man die Nachrichten anschaltet, trinkt man.”

Viel Kritik an Einwanderungsbehörde

Die Hauptauszeichnungen wurden diesmal relativ gleichmäßig auf die Favoriten verteilt: Lady Gaga erhielt in der Kategorien Beste Dance-Pop-Aufnahme (“Abracadabra”) und “Bestes Pop-Gesangsalbum” (“Mayhem”) den Grammy, Lamar gewann mit seinem Album “GNX” auch den Preis für das beste Rap-Album, Bad Bunny nahm auch die Auszeichnung für “Bestes Música Urbana Album” entgegen, die Britin Olivia Dean den Grammy als beste Nachwuchskünstlerin.

Sowohl Bad Bunny als auch Dean nahmen die US-Einwanderungspolitik durch die Regierung von Präsident Donald Trump ins Visier: “Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!”, so der 31-Jährige Puertoricaner auf der Bühne. Die Gäste im Saal reagierten mit Standing Ovations, Jubel und langem Applaus. “DeBi TiRAR MaS FOtoS” ist das erste komplett auf Spanisch aufgenommene Werk, das als Album des Jahres ausgezeichnet wurde. “Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen, wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner”, fuhr er fort. Ähnlich auch Dean: Einer ihrer Großeltern sei auch Einwanderer gewesen. “Ich bin das Produkt von Mut und diese Menschen verdienen es, gefeiert zu werden. Wir sind nichts ohne einander.”

Witz über Trump-Fan Nicki Minaj

Ziel von Noahs Witzen wurde unterdessen die Rapperin Nicki Minaj: Diese sei nicht bei der Veranstaltung, sondern im Weißen Haus und unterhalte sich mit dem US-Präsidenten über “wirklich wichtige Dinge” – zum Beispiel darüber, wer den größeren Hintern habe. Minaj hatte sich zuletzt als großer Trump-Fan präsentiert.

Später erklärte Noah, warum diese sechste Moderation der Gala auch seine letzte sei. “Ich glaube an Amtszeitbegrenzungen. Ich möchte ein Beispiel setzen für jeden, der die Show anschaut.” Trump ist einerseits dafür bekannt, viel Fernsehen zu schauen – und hat immer mal wieder angedeutet, dass er sich auch vorstellen könnte, über seine Amtszeitbegrenzung hinaus Präsident zu bleiben.

Trump beschimpfte Moderator

Nach Kritik und Spott über ihn und die Politik seiner Regierung beschimpfte US-Präsident Trump die Grammy-Gala und Moderator Noah. Die Musikpreis-Verleihung sei “Müll” und “praktisch nicht anschaubar”, schrieb Trump bei seinem Online-Sprachrohr Truth Social.

Den südafrikanischen Comedian Noah bezeichnete Trump als “totalen Verlierer”, der kein Talent habe. Zudem drohte er ihm mit einer Klage. Noah hatte bei der Gala gespottet, dass Trump Grönland haben wolle, weil die Privatinsel von Jeffrey Epstein nicht mehr verfügbar sei. “Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen”. Er sei aber nie auf der Privatinsel von Epstein gewesen, schrieb Trump. Deswegen werde er Noah nun verklagen. “Mach dich bereit, Noah, ich werde mit dir einiges an Spaß haben.”

Die Grammys, die zu den begehrtesten Musikpreisen der Welt gehören, wurden in diesem Jahr zum 68. Mal verliehen. Rund 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Erstmals zu den Preisträgern zählte heuer auch der Dalai Lama: Er setzte sich mit dem Hörbuch “Meditations: The Reflections of His Holiness the Dalai Lama” durch – den Preis für ihn nahm der Songwriter Rufus Wainwright entgegen.

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Bad Bunny mit bestem Album und scharfen Worten

Anti-ICE-Protest bei Grammys, Bad Bunny mit bestem Album

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Zahlreiche politische Stellungnahmen und Anti-ICE-Slogans haben die heurige Grammy-Verleihung dominiert. Als bestes Album wurde “DeBi TiRAR MaS FOtoS” von Bad Bunny ausgezeichnet. Kendrick Lamar und SZA erhielten für “Luther die Auszeichnung als beste Aufnahme, Billie Eilish für “Wildflower” jene für den besten Song. “Fuck ICE” ist alles, was ich sagen möchte”, meinte Eilish in ihrer Dankesrede in Richtung der US-Einwanderungsbehörde. Auch Bad Bunny äußerte sich ähnlich.

Der südafrikanische Comedian Trevor Noah (41) war mit gleich mehreren Seitenhieben auf US-Präsident Donald Trump in seine Moderation am Sonntagabend (Ortszeit) gestartet. In den USA gebe es ein neues Trinkspiel, witzelte Noah bei der Gala in Los Angeles. “Jedes Mal, wenn man die Nachrichten anschaltet, trinkt man.”

Viel Kritik an Einwanderungsbehörde

Die Hauptauszeichnungen wurden diesmal relativ gleichmäßig auf die Favoriten verteilt: Lady Gaga erhielt in der Kategorien Beste Dance-Pop-Aufnahme (“Abracadabra”) und “Bestes Pop-Gesangsalbum” (“Mayhem”) den Grammy, Lamar gewann mit seinem Album “GNX” auch den Preis für das beste Rap-Album, Bad Bunny nahm auch die Auszeichnung für “Bestes Música Urbana Album” entgegen, die Britin Olivia Dean den Grammy als beste Nachwuchskünstlerin.

Sowohl Bad Bunny als auch Dean nahmen die US-Einwanderungspolitik durch die Regierung von Präsident Donald Trump ins Visier: “Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!”, so der 31-Jährige Puertoricaner auf der Bühne. Die Gäste im Saal reagierten mit Standing Ovations, Jubel und langem Applaus. “DeBi TiRAR MaS FOtoS” ist das erste komplett auf Spanisch aufgenommene Werk, das als Album des Jahres ausgezeichnet wurde. “Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen, wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner”, fuhr er fort. Ähnlich auch Dean: Einer ihrer Großeltern sei auch Einwanderer gewesen. “Ich bin das Produkt von Mut und diese Menschen verdienen es, gefeiert zu werden. Wir sind nichts ohne einander.”

Witz über Trump-Fan Nicki Minaj

Ziel von Noahs Witzen wurde unterdessen die Rapperin Nicki Minaj: Diese sei nicht bei der Veranstaltung, sondern im Weißen Haus und unterhalte sich mit dem US-Präsidenten über “wirklich wichtige Dinge” – zum Beispiel darüber, wer den größeren Hintern habe. Minaj hatte sich zuletzt als großer Trump-Fan präsentiert.

Später erklärte Noah, warum diese sechste Moderation der Gala auch seine letzte sei. “Ich glaube an Amtszeitbegrenzungen. Ich möchte ein Beispiel setzen für jeden, der die Show anschaut.” Trump ist einerseits dafür bekannt, viel Fernsehen zu schauen – und hat immer mal wieder angedeutet, dass er sich auch vorstellen könnte, über seine Amtszeitbegrenzung hinaus Präsident zu bleiben.

Trump beschimpfte Moderator

Nach Kritik und Spott über ihn und die Politik seiner Regierung beschimpfte US-Präsident Trump die Grammy-Gala und Moderator Noah. Die Musikpreis-Verleihung sei “Müll” und “praktisch nicht anschaubar”, schrieb Trump bei seinem Online-Sprachrohr Truth Social.

Den südafrikanischen Comedian Noah bezeichnete Trump als “totalen Verlierer”, der kein Talent habe. Zudem drohte er ihm mit einer Klage. Noah hatte bei der Gala gespottet, dass Trump Grönland haben wolle, weil die Privatinsel von Jeffrey Epstein nicht mehr verfügbar sei. “Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen”. Er sei aber nie auf der Privatinsel von Epstein gewesen, schrieb Trump. Deswegen werde er Noah nun verklagen. “Mach dich bereit, Noah, ich werde mit dir einiges an Spaß haben.”

Die Grammys, die zu den begehrtesten Musikpreisen der Welt gehören, wurden in diesem Jahr zum 68. Mal verliehen. Rund 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Erstmals zu den Preisträgern zählte heuer auch der Dalai Lama: Er setzte sich mit dem Hörbuch “Meditations: The Reflections of His Holiness the Dalai Lama” durch – den Preis für ihn nahm der Songwriter Rufus Wainwright entgegen.

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