Felicia performt "My System" beim "Melodifestivalen"

Elektro-Beats und Lasershow: Schweden mit Felicia zum ESC

Sonntag, 08. März 2026 | 11:44 Uhr

Von: APA/dpa

Mit Elektro-Beats und Lasershow hat sich Felicia in die Herzen der Schweden gesungen: Die Skandinavier nehmen mit dem energiegeladenen Track “My System” am Eurovision Song Contest in Wien teil. Die Künstlerin Felicia setzte sich im Finale des schwedischen Vorentscheids gegen elf andere Acts durch. Die 25-Jährige hatte schon im Vorfeld der Abstimmung bei Wettanbietern als haushohe Favoritin gegolten.

Schon vor zwei Jahren war Felicia beim “Melodifestivalen” angetreten, schaffte es mit ihrem Song damals aber nicht zum ESC. 2025 hatte das finnlandschwedische Comedytrio Kaj mit dem Sauna-Hit “Bara bada bastu” für das skandinavische Land teilgenommen. In schwedischen Schulen, Kindergärten und auf der Tanzfläche lief das Lied anschließend monatelang in Dauerschleife.

In kaum einem anderen Land wird die Auswahl des ESC-Vertreters so zelebriert wie in der Abba-Nation Schweden. Dort hatten die Zuschauer seit Ende Jänner jeden Samstag in insgesamt fünf Shows für ihre Favoriten aus jeweils sechs Künstlern abgestimmt. Im Finale des “Melodifestivalen” traten die beliebtesten Zwölf gegeneinander an.

Verlierersongs werden zu Hits

Auch viele Verlierer-Songs werden in Schweden regelmäßig zu Hits. Zu Ohrwürmern gerieten in diesem Jahr etwa der Schlager “Rakt in i elden” (“Direkt ins Feuer”), vorgetragen von fünf älteren Männern in Feuerwehranzügen, und die trashig-bunte Popnummer “Copacabana Boy”, die primär aus den Liedzeilen “Copacabana Boy, oj-oj-oj, Copacabana Boy, ich will Spaß haben!” besteht. Ein Wiedersehen nach langer Zeit gab es mit der früheren Teenie-Band A-Teens, die in den 1990ern und frühen 2000ern mit Abba-Covern und eigenen Songs (“Upside Down”) die Charts gestürmt hatte.

Briten versuchen es mit Deutsch

Die beim ESC chronisch erfolglosen Briten versuchen es in diesem Jahr mit dem experimentellen Solo-Künstler Sam Battle alias Look Mum No Computer und einer Synth-Pop-Nummer mit deutschem Titel: “Eins, Zwei, Drei”. Originalität statt großer Ballade – so könnte man die Strategie des Briten wohl beschreiben, wenn er im Refrain “Pepperoni” auf “Feeling Okey-Dokey” reimt.

Zweifelhaft, ob das die europäischen Zuschauer überzeugt. Um einen Finalplatz muss Großbritannien sich aber keine Sorgen machen. Gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gehören die Briten zu den “Big Five” – den größten Geldgebern des Wettbewerbs, die automatisch ins Finale vorrücken.

Flammenwerfer und Partynacht

Wettbüros sehen in diesem Jahr etwa Schwedens Nachbarn Finnland und Dänemark auf den vorderen Rängen. Für die Finnen gehen die Geigerin Linda Lampenius und der Popsänger Pete Parkkonen mit dem dramatischen-melancholischen Song “Liekinheitin” (“Flammenwerfer”) ins Rennen.

Dass die Finnen in ihrer Muttersprache performen, haben sie mit dem dänischen ESC-Kandidaten gemeinsam. Søren Torpegaard Lund singt in “Før vi går hjem” (“Bevor wir nach Hause gehen”) von einer rauschenden Partynacht.

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