Von: apa
Obwohl es jede Woche mehrere Großveranstaltungen in der Wiener Stadthalle gibt – der 70. Song Contest, der in der kommenden Woche mit den beiden Halbfinals am Dienstag bzw. Donnerstag und dem Finale am Samstag in der Bundeshauptstadt über die Bühne geht, ist doch etwas Besonderes. Das merkten Interessierte am Freitag allein daran, dass Vertreterinnen und Vertreter praktisch aller in Wien tätigen Rettungsorganisationen sowie der Berufsfeuerwehr vor der Stadthalle auftraten.
Anlass war die Präsentation des Einsatzkonzepts: Die Berufsrettung koordiniert die Einsätze und vertritt die Rettungsorganisationen in den Einsatzstäben und -gremien. Dazu kommt, dass sie verstärkt das normale Einsatzgeschehen in der Stadt abdecken wird, weil die privaten Organisationen aufgrund ihrer ESC-Verpflichtungen dieses in der kommenden Woche nicht mehr in dem Umfang übernehmen können, wie es erforderlich wäre, erläuterte Rainer Gottwald, Chef der Wiener Berufsrettung, der APA. Wie stets bei Großveranstaltungen – etwa auch beim Vienna City Marathon oder beim Donauinselfest – übernehmen private Rettungsorganisationen die Betreuung des Events selbst. Bei der Berufsrettung wurden die täglichen Einsatzkapazitäten in der Song-Contest-Woche um 30 Prozent erhöht. Bei normalerweise 800 Mitarbeitenden, die täglich in mehreren Schichten im Einsatz sind, sind das um 240 pro Tag mehr. Auch eine Urlaubssperre gibt es.
70 Sanitätskräfte täglich in der Stadthalle
Die Einsatzleitung in der Stadthalle stellt der Wiener Arbeitersamariterbund (ASB) mit Klaus Formanek, wie die Wiener ASB-Chefin Susanne Drapalik und Formanek selbst bekannt gaben. “Wir sind täglich mit 70 Sanitäterinnen und Sanitätern, Notärztinnen und Notärzten sowie Notfallsanitäterinnen und Sanitätern in der Stadthalle im Einsatz”, sagte Formanek. “Bei allen neun Shows.” Am Rathausplatz ist mit weiteren rund 70 Mitarbeitenden des Sanitätspersonals das Rote Kreuz hauptverantwortlich, während das Clubbing im Praterdome wieder federführend vom Samariterbund betreut wird.
“Wir waren auch 2015 schon im Einsatz. Der ESC ist ganz speziell, es gibt ein großes internationales Publikum”, betonte Formanek im Gespräch mit der APA. Wobei in der Stadthalle das bei solchen Events “Übliche” erwartet wird: “Klassische Kollapsgeschichten: lange nichts trinken, lange stehen. Aber bei in der Summe 100.000 Besuchern gibt es immer Sonderfälle, die wir nicht vorhersehen können.” Medizinisch werde es nicht anders als sonst sein, aber durch die Sprachbarrieren und unterschiedliche Kulturen könne es schon herausfordernder werden. Geplant werde das im Detail seit November, es gab zahlreiche spezifische Übungen.
Alle “Sanis” sicherheitsüberprüft
Der Rettungseinsatz ist Formanek zufolge ähnlich wie die Stadthalle selbst organisiert: Es gebe einen Bereich hinter den Schleusen und einen außerhalb der Schleusen. Für beide Bereiche gebe es Abschnittskommandanten, auch das Rettungspersonal, das im durchgeschleusten Bereich arbeite, habe die Sicherheitskontrolle durchschritten und verfüge über die entsprechenden Akkreditierungen. Alle Mitarbeitenden beim ESC wurden sicherheitsüberprüft. Das sind insgesamt rund 400 Sanitäterinnen und Sanitäter bzw. Ärztinnen und Ärzte. Dazu kommt der Rathausplatz. “In Summe wurden um die 800 Mitarbeiter geprüft”, so Formanek.
Der Einsatz ist im Wesentlichen aber ein Zusammenspiel aller in Wien tätigen Rettungsorganisationen. Auch die Johanniter, die Malteser und der Sozialmedizinische Dienst sind beteiligt. Der Spezialeinsatz startet am kommenden Sonntag und endet am Sonntag eine Woche später. Alle Beteiligten betonten die hervorragende Kooperation der Rettungsorganisationen in der Stadt.
Ebenso alle Feuerwehrleute in der Stadthalle
Die Berufsfeuerwehr hat 30 Kräfte in der Stadthalle im gesperrten Bereich im Einsatz, ebenfalls alle sicherheitsüberprüft. Diese sind für alle Eventualitäten zuständig: “Brandeinsätze, technische Einsätze und auch Schadstoffeinsätze: wenn etwa ein Putzmittel austritt …”, präzisierte das der ESC-Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, Roman Sykora, im APA-Gespräch. Wenn zusätzliche Einsatzkräfte erforderlich sind, können diese sehr schnell herangezogen werden. “Wir haben mehrere Hauptfeuerwachen in der Nähe”, sagte Sykora. Zu den 30 dazu gibt es noch ein ebenfalls sicherheitsüberprüftes, an anderen Orten tätiges Reserveteam, um auch allfällige Ausfälle schnell kompensieren zu können.
Die Planung der Berufsfeuerwehr “startete in dem Moment, in dem wir den Song Contest im Vorjahr gewonnen haben (JJ siegte 2025 in Basel, Anm.)”, betonte Sykora. “Wir sind hier sicher seit 25 Jahren bei Großereignissen dabei, wir wollen uns beim ESC natürlich gut präsentieren.” Am ehesten wird mit technischen Defekten gerechnet, elektrische Zwischenfälle, “oder es stolpert jemand über ein Kabel”. Im Hintergrund ist die Berufsfeuerwehr auch an den anderen Veranstaltungsorten Rathausplatz und Praterdome tätig.




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