Von: apa
Ein Blatt nimmt sie sich nicht vor den Mund: Päm zählt mit ihrem Mundart-Pop, der von Klavierballaden über eingängige Radiosongs bis zu kraftvollen Frauenpower-Hymnen reicht, und mit direkten Texten zur neuen Welle des Austropops. “Laut, auffallend, irgendwie crazy und bunt”, beschrieb sich die Niederösterreicherin im APA-Interview. Am Freitag präsentierte Päm mit einem exklusiven Auftritt in Wien ihr neues Album “Kunstfigur”.
Beim Amadeus hatte Päm den Kracher “Bäng Bäng Päm” performt. Auch der Titelsong des Albums ist eine “wilde” Nummer, während andere Tracks dem Mainstream zusprechen. “Mir war bei einigen Stücken klar, dass es keine Radiosongs sind, allein wegen der Wortwahl”, betonte die 32-Jährige. “Ich wollte eine Balance auf dem Album. Ich sage generell gerne meine Meinung. Es wäre nicht authentisch, wenn ich das in meinen Liedern nicht tun würde. Aber ich bin auch ein Popgirl und liebe diese Standard-Popsongs. Ich mag beides.”
Als Hörerin komme sie “eher aus der Rock-Richtung”, so Päm. “Das ist sicher ein Grund, warum ich meine Musik energievoll brauche. Ich versuche, viel von internationaler Popmusik mitzunehmen, aber den Dialektpop mit reinzubringen. Ich weiß nicht, ob man das jetzt ganz versteht”, schmunzelte Pamela Pum, wie die Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt. Man muss nur zuhören, dann wird schnell klar, was sie meint. Das gilt auch für den Albumtitel und gleichnamigen Song: “Kunstfigur kommt hier nicht von künstlich.”
Es geht noch mehr
2019 war das Debütalbum von Päm, die neben der Musik weiter als Lehrerin arbeitet, herausgekommen. “Das ist im Musikgeschäft eigentlich zu lange her”, weiß die Sängerin. “Aber dann war Corona und dann bin ich krank geworden. Jetzt habe ich quasi eine neue Päm, einen neuen Charakter erschaffen. Denn in dieser Zeit zwischen den beiden Alben bin nicht nur ich anders geworden, sondern auch meine Musik – konkreter, direkter, kraftvoller. Und ich glaube, es geht noch ein bisserl mehr.”
Geholfen haben zahlreiche Auftritte. Mit Seiler & Speer etwa tourt Päm jetzt schon zwei Jahre lang. Außerdem nahm sie erstmals an einem Songwriting-Camp teil: “Dort bin ich mit klaren Vorstellungen hingegangen, ich wusste genau, wo ich als Künstlerin hin will.” Auf keinen Fall hält sie sich in ihren Texten zurück: “Ich bin alles, aber sicher nicht subtil”, heißt es schließlich in “Bäng Bäng Päm”. Das sei ihr lange vorgeworfen worden, erzählte Päm: “Als Frau nicht subtil zu sein, ist nicht unbedingt immer einfach. Das habe ich jetzt aber zu meinem Aushängeschild gemacht.”
Es gibt auch eine ganz sanfte, einfühlsame Seite im Schaffen von Päm. Davon zeugt die Klavierballade “Superwoman”, die Christian Kolonovits musikalisch veredelte. “Man traut sich ja fast gar nicht, angesichts all seiner Goldenen Schallplatten ihm ein Lied zu zeigen”, erinnerte sich Päm an die erste Begegnung. “Er war aber so wertschätzend und die Zusammenarbeit eine sehr schöne Erfahrung.”
Empowerment und Body Positivity
Sandra Pires nennt Päm als ihren ersten Zugang zur Musik: “Ich bin in Amstetten im Theater groß geworden, meine Eltern hatten dort ein Restaurant. Sandra Pires gastierte dort 1999 mit einem Musical. Ich habe mir als Fünfjährige die Proben angeschaut und fand das alles sehr cool.” Mit Adele sei ihr schließlich klar geworden, “dass ich nicht dünn sein muss, um Erfolg zu haben”. Päm steht für Empowerment und Body Positivity: “Wenn man das lebt, hört man sein ganzes Leben Kommentare. Wenn ich für jeden Kommentar über meine Optik einen Euro bekommen hätte, müsste ich nicht mehr Lehrerin sein. Man wird abgehärteter.”
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E – Internetseite von Päm: https://www.xn--pm-via.at/ )




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