Startschuss für außergewöhnliches Projekt

Einmal gedacht, schon getan – mit Gedanken Dinge steuern

Samstag, 25. September 2021 | 08:05 Uhr

Bozen – Der Startschuss zu einem außergewöhnlichen Projekt an der Abteilung Neurorehabilitation im Krankenhaus Sterzing ist gefallen. Das Ziel: Schlaganfallpatienten mit Hilfe der Brain-Computer-Interface- Technik wieder Bewegungen beizubringen.

Das für Südtirol einzigartige Projekt an der Abteilung Neurorehabilitation im Krankenhaus Sterzing nennt sich „Studie zur funktionellen Elektrostimulation mit Unterstützung durch ein Brain-Computer Interface zur Rehabilitation der oberen Gliedmaßen von chronischen Schlaganfallpatienten“.

Ziel der Brain-Computer-Interface- Technik (BCI) in der motorischen Neurorehabilitation ist es, in den elektrischen Hirnaktivitätssignalen (EEG) des Schlaganfallpatienten die Absicht zu „lesen“, den gelähmten Arm bewegen zu wollen und diese gedachte Bewegung von robotischen Hilfsmitteln ausführen zu lassen. Diese Technik, die nur in wenigen Zentren weltweit zur Verfügung steht, kann – wenn wiederholt appliziert – nachweislich Neuroplastizität und die klinische Genesung fördern. Zwar können BCI-Systeme nicht die Gedanken eines Menschen lesen aber aufgrund der ausgesendeten Signale können diese Systeme simple Absichten erkennen, wie etwa rechts oder links, bewegen oder stoppen, ja oder nein.

Während der vergangenen Woche wurden in einem fünftägigen Camp die Therapeuten und Neurophysiologie-Techniker der Abteilung Neurorehabilitation am Krankenhaus Sterzing in die Anwendung der Technik eingewiesen. Dazu waren Experten von weltweit führenden technischen Universitäten vor Ort, und zwar von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL, Schweiz) sowie der University of Essex (Großbritannien)

Im Rahmen des Projekts werden Patientinnen und Patienten über drei Wochen täglich mit Brain-Computer-Interface- Technik behandelt. Dabei soll die Bewegungsintention der Patientin oder des Patienten durch ein Elektroenzephalogramm (EEG) ausgelesen und so die elektrischen Stimulatoren am Arm sowie eine robotisierte Handorthese aktiviert und damit Gegenstände erreicht, gegriffen und losgelassen werden. Damit soll erreicht werden, dass neue neurale Schaltkreise im Gehirn der Betroffenen aktiviert werden, welche die durch das zerstörte Hirngewebe verlorenen Funktionen teilweise übernehmen können.

Florian Zerzer, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes: „Der Ausbau von Forschung und Innovation im Südtiroler Sanitätsbetrieb schreitet voran. Das heute vorgestellte Projekt zeigt die Richtung auf, in die wir gehen möchten, denn es ist zukunftsweisend, innovativ, mit internationaler Vernetzung und mit einem Benefit, das unseren Patientinnen und Patienten zugutekommt.“

Pierpaolo Bertoli, Sanitätsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes: „Dieses Projekt, das die Brain-Computer-Interface- Technik in den Mittelpunkt stellt, ist für Südtirol einzigartig. Dass sich dabei eine Zusammenarbeit mit Universitäten ergeben hat, die in diesem Bereich führend sind, wie die École Polytechnique Fédérale de Lausanne und der University of Essex, freut uns besonders.“

Viviana Versace, Neurologin und Leiterin des Labors für klinische und experimentelle Neurophysiologie: „Das Ziel des Projekts ist es nicht, die Patientinnen und Patienten mit einer robotisierten, BCI-gesteuerte Armprothese nach Hause zu entlassen, sondern den Patientinnen und Patienten durch intensives BCI-Training wieder willkürliche Armbewegungen zu ermöglichen.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Einmal gedacht, schon getan – mit Gedanken Dinge steuern"


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ebbi
ebbi
Universalgelehrter
22 Tage 20 h

Kompliment an die beteiligten Wissenschaftler, die sich immer wieder für die Verbesserung der Lebensqualität dieser schwer betroffenen Patienten einsetzen. Ebenso für die Patienten, die langfristig an den Folgen ihrer Covid-Erkrankung leiden. SCIENCE WINS!💪👍

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
22 Tage 20 h

Die Gedanken sind frei!
Wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

Ich denke, was ich will
und was mich beglücket,
doch alles in der Still
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei!

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!

bubbles
bubbles
Universalgelehrter
22 Tage 8 h

Und dabei handelt sich um ein Kinderlied 🌻

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
21 Tage 12 h

@Bubbles
Kein Kinderlied, sondern ein altes politisches Volkslied gegen die Unterdrückung durch die Obrigkeit.
Der Text wurde 1780 zum ersten Mal auf anonymen Flugblättern veröffentlicht. Etwa dreißig Jahre später entstand die Melodie dazu.

zorro1972
zorro1972
Tratscher
22 Tage 20 h

Des war eppas für Politiker. Bei die selm isch schun viel wenn sie die Hälfte von den tian wos sie versprechen, geschweigen von dem wos sie denken 😁

Holzile
Holzile
Grünschnabel
22 Tage 14 h

Und wennse mein Schepps häckn?

bubbles
bubbles
Universalgelehrter
22 Tage 8 h

Die möglichkeiten sind gegeben, mal schauen wie weit wir gehen können 🕴🙈

vapeon MTHFCKR
vapeon MTHFCKR
Superredner
21 Tage 20 h

TRANSHUMANISMUS,di Verschmelzung technologischer verfahren mit physischem menschlichem denken ,spüren u.s.w ….Klaus Schwab (Gründer des WELTWIRTSCHAFTSFORUM (WEF) ) sig im transhumanismus die Zukunft ,sei es im Einsatz in der Arbeitswelt,der Medizin ,souwia im olltog ….wer mit der Ideologie klor kimp OK ,miar persönlich mochts awia ongst ,denn des sein Eingriffe,déi nit Lei positive Aspekte mit sich brengan…. vom Computer programmierte Gedankenübertragungen,künstliche gefühle etc es kling wia science-fiction und erinnert an FRANKENSTEIN

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