Verschollene Speicherkarte enthüllt wertvolle Aufnahmen

Magischer Fund in den Dolomiten: Wanderer erkennt Brautpaar auf Fotos

Montag, 04. Mai 2026 | 17:15 Uhr

Von: mk

Sexten/Prags/Alleghe – Berge sorgen in der warmen Jahreszeit vor allem dann für Schlagzeilen, wenn Unfälle passieren. Doch manchmal schlägt das Pendel auch in die entgegengesetzte Richtung. Was Stefano Cavallini am Coldai-See in den Belluneser Dolomiten erlebte, klingt nahezu unglaublich. Im unwegsamen Gelände fand er ein kleines Stück Plastik – verloren in der Wildnis, monatelang unter Schnee und Eis begraben. Dann stellt sich heraus: Das kleine Objekt hütet die wertvollsten Erinnerungen eines Urlauber-Paares, das sich im Herzen der Dolomiten das Ja-Wort gegeben hat.

Die Entdeckung macht man wohl nur, wenn man mit wachem Blick durch die Berge geht. Abseits ausgetretener Pfade sah Stefano Cavallini an einem schwer zugänglichen Hang nahe des Coldai-Sees im Belluno, wie etwas im schmelzenden Schnee aufblitzte: Es handelte sich eine SD-Speicherkarte.

Als der gelernte IT-Experte die Karte zu Hause am PC auslas, traute er seinen Augen nicht. Trotz der extremen Kälte und Feuchtigkeit waren die Daten den Winter über unversehrt geblieben. Hunderte hochauflösende Fotos kamen zum Vorschein, die ein Brautpaar zeigten: Nikki und Jake in inniger Pose vor der majestätischen Kulisse der Drei Zinnen und des Pragser Wildsees. Laut Beschriftung entstanden die Bilder am 1. Oktober 2025.

Facebook/Stefano Cavallini gepostet auf DoloMitici!

Cavallini veröffentlichte ein Foto des Brautpaares und der Speicherkarte in der Facebook-Gruppe “DoloMitici” in der Hoffnung, dass sich der rechtmäßige Besitzer meldet, und löste damit eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Innerhalb weniger Minuten gesellten sich zum Beitrag Kommentare und Hinweise – bis hin zum entscheidenden Kontakt, der zur Besitzerin der Speicherkarte führte: eine Profi-Fotografin aus Innsbruck.

Facebook/Stefano Cavallini gepostet auf DoloMitici!

Cavallini zögerte nicht lange und kontaktierte die Fotografin, die sich überrascht und überglücklich zeigte. Zwar gab es von den Aufnahmen Sicherheitskopien, doch die Rückkehr der Originaldaten war für sie dennoch erstaunlich. Sie hatte die Karte vermutlich zwei Wochen nach dem Shooting bei einer Tour mit einem weiteren Paar am Coldai-See verloren.

Doch das eigentliche Wunder ist: Am 1. Oktober 2025, als die Aufnahmen entstanden, war Cavallini selbst bei den Drei Zinnen und hat das Brautpaar mit eigenen Augen gesehen. „Es ist ein unglaublicher Zufall. Die beiden fielen mir auf, weil sie ein ganzes Team von drei oder vier Fotografen dabei hatten. Das Bild blieb mir im Kopf“, erklärt Cavallini italienischen Medien gegenüber.

Für Stefano Cavallini ist die Geschichte auch ein Zeugnis für den Wandel in den Bergen: „In den letzten Jahren hat dieser Trend extrem zugenommen. Junge Pärchen und Brautpaare, die als Touristen im Land sind, reisen an Orte wie den Sorapis-See oder die Drei Zinnen, um sich vor dieser prächtigen Kulisse in der freien Natur von Fotografen professionell inszenieren zu lassen.“

https://www.facebook.com/photo?fbid=10243479684347372&set=pcb.10166049911913274

Bezirk: Pustertal

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen