Europäisches Verbraucherzentrum warnt vor Streaming-Abofallen

Abzocke im Internet

Dienstag, 11. Februar 2020 | 07:05 Uhr

Bozen – Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen melden sich derzeit wieder täglich Verbraucher, die Zahlungsaufforderungen von den Betreibern von Streaming-Abofallen bekommen haben. Das EVZ erklärt, wie betroffene Verbraucher reagieren sollten, und wie sie sich vor den Streaming-Abofallen schützen können.

Seit November 2017 berichtet das EVZ immer wieder über das Phänomen der Streaming-Abofallen. “Dabei handelt es sich um Internetseiten, auf denen bekannte Filme in deutscher Sprache und auf den ersten Blick kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Erst nach Ablauf der fünftägigen Gratis-Testphase wird dem Nutzer bewusst, dass er sich ein teures Jahresabonnement aufgehalst hat.”

“Drei Jahre später gibt es diese Abofallen immer noch. Während die Betreiber der Streaming-Abofallen sehr kreativ sind, was die Namenswahl der Internetseiten bzw. der Betreiberfirmen anbelangt, so hat sich in den vergangenen Jahren das Layout der Internetseiten kaum verändert”, so das EVZ.

Auch die Vorgangsweise der Betreiber der Abofallen sei dieselbe geblieben: “Nach Ablauf der kostenlosen Testphase bekommt der Betroffene zunächst eine Zahlungsaufforderung des Seitenbetreibers per E-Mail zugeschickt. Erfolgt keine Zahlung, wird der Verbraucher angerufen oder gemahnt oder beides. Führen weder Anrufe noch Mahnungen zum Erfolg, treten Inkassounternehmen auf den Plan und erhöhen den Druck weiter, um die Verbraucher zum Zahlen zu bewegen. Ein probates Mittel ist dabei die Androhung eines gerichtlichen Mahnverfahrens oder einer Pfändung mit Angabe des Pfändungstermins. In der Vergangenheit hatten uns Verbraucher auch von Mahnschreiben von angeblichen Anwaltskanzleien aus Deutschland berichtet, welche die Verbraucher wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen zur Kasse gebeten hatten”, heißt es weiter.

Wie solltet ihr reagieren?
• Lasst euch von den Drohungen (z.B. Androhung einer Pfändung) nicht einschüchtern.
• Zahlt nicht!
• Verwendet die kostenlosen Musterbriefe auf der Internetseite www.euroconsumatori.org.

Wie könnt ihr euch vor den Streaming-Abofallen schützen?
• Lest die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor der Anmeldung durch!
• Seid vorsichtig bei der Weitergabe von personenbezogenen Daten!
• Eine Liste der bekanntesten Streaming-Abofallen finden sich auf der Internetseite des österreichischen Internet Ombudsmanns: https://www.watchlist-internet.at/liste-streaming-
plattformen/

Von: luk

Bezirk: Bozen