Mit dem Alter nimmt die Ungleichverteilung zu

AFI: “Kurz vor der Rente verdient sich’s am besten”

Donnerstag, 30. September 2021 | 12:34 Uhr

Bozen – Im Laufe ihres Lebens erreichen die Südtiroler Steuerzahler im Alter von 60 bis 64 ihr höchstes Durchschnittseinkommen (im Schnitt 33.574 Euro brutto pro Jahr). Mit fortschreitendem Alter nimmt auch die Ungleichverteilung zu, wobei die stärksten Unterschiede zwischen 65 und 69 auftreten. Frauen bleiben in der Einkommensprogression im gesamten Lebenszyklus hinter den Männern zurück. „Bereits ab 30 öffnet sich die Schere im Durchschnittslohn zwischen Männern und Frauen, und nimmt bis zum Renteneintritt immer weiter zu“, erklärt AFI-Direktor Stefan Perini. Bei den Selbstständigen steigen die Einkommen mit zunehmendem Alter im Schnitt stärker als bei den Arbeitnehmern – sie sind allerdings auch ungleicher verteilt.

In seinem heute (30.09.2021) erschienenen AFI-Zoom Nr. 61 analysiert das AFI | Arbeitsförderungsinstitut die Einkommensunterschiede, um den Zusammenhang zwischen Einkommensniveau und Lebensalter der Steuerzahler aufzuzeigen. Informationsgrundlage bilden die Steuererklärungen, die die Südtiroler im Jahr 2020 für das Steuerjahr 2019 eingereicht haben. Das AFI stellt die Analysen nach Altersklasse, Geschlecht und Steuerzahler-Typ aufgeschlüsselt bereit.

Höchstes Einkommen am Ende der beruflichen Laufbahn

2020 wurden in Südtirol exakt 438.477 Einkommenserklärungen abgegeben. Die erklärte Brutto-Einkommenssumme beläuft sich auf insgesamt 10,8 Mrd. Euro, was einem Durchschnittswert von 24.969 Euro brutto im Jahr pro Steuerzahler entspricht. Aus den Auswertungen erschließt sich, dass das höchste Durchschnittseinkommen in den letzten Berufsjahren – genau genommen in der Altersklasse von 60 bis 64 Jahren – erzielt wird (im Schnitt 33.574 Euro). Danach beginnt sich das Pro-Kopf-Einkommen der Südtiroler Steuerzahlenden wegen des Renteneintritts deutlich zu verringern.

Mit dem Alter nimmt die Ungleichverteilung zu

Der Gini-Index misst den Grad der Gleichverteilung: der Wert eins bezeichnet den Zustand der vollkommenen Ungleichverteilung, der Wert null hingegen jenen der perfekten Gleichverteilung. Die Analyse zeigt, dass der Index ab der Altersklasse von 30 bis 34 (Gini-Index: 0,377) mehr oder weniger kontinuierlich ansteigt und seinen Höchstwert in der Altersklasse von 65 bis 69 (Gini-Index: 0,467) erreicht. Mit fortschreitendem Alter und der differenzierten Entwicklung der Berufslaufbahnen nimmt somit auch die Ungleichheit zu. „Die Altersgruppe mit der höchsten gemessenen Ungleichverteilung ist jene der 65- bis 69-Jährigen, weil viele der Steuerzahler in diesem Alter bereits im Ruhestand sind, während andere noch weiterarbeiten“, erklärt AFI-Forscher Matteo Antulov. Der Renteneintritt hat eine ausgleichende Wirkung auf die Umverteilung, weshalb sich die Altersklassen nach dem Renteneintrittsalter auch durch eine gleichmäßigere Verteilung des Einkommens auszeichnen.

Frauen definitiv in der Einkommensentwicklung benachteiligt

Bei der Einkommensprogression sind Frauen im Vergleich zu Männern im gesamten Lebensverlauf benachteiligt. Die Schere öffnet sich bereits ab dem Alter von 30 und klafft immer weiter auseinander, bis sie in der Altersklasse von 65 bis 69 ihren Höhepunkt erreicht: Dort verdienen die Männer im Schnitt 15.800 Euro brutto mehr im Jahr als Frauen.

Arbeitnehmer: Mäßige Progression, geringe Ungleichverteilung

Bei den Arbeitnehmern steigen die Durchschnittseinkommen im Laufe des Lebens mäßig, aber stetig. Ab dem Alter von 55 nimmt die Gesamtzahl der Steuerzahler drastisch ab, das Durchschnittseinkommen steigt aber weiter. Offensichtlich bleiben einige Beschäftigte noch aus Arbeitseifer, auf persönlichen Gründen oder einfach nur finanziell bedingt im Erwerbsleben tätig.

Selbständige: Stärkere Progression, stärkere Ungleichverteilung

Die Selbständigen zeichnen sich im Vergleich zu den Arbeitnehmern durch eine stärkere Einkommensprogression in den jüngeren Altersklassen aus. Ab der Altersgruppe von 45 bis 49 folgt eine gewisse „Plateaubildung“. Die Ungleichverteilung der Einkommen ist bei den Selbstständigen über den gesamten Lebenszyklus höher als bei den Arbeitnehmern und tendenziell in den Jahren vor dem Renteneintritt am höchsten.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

8 Kommentare auf "AFI: “Kurz vor der Rente verdient sich’s am besten”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
hundeseele
hundeseele
Superredner
27 Tage 10 h

Lieber den Rentner mehr Geld lassen,als ständig höhere Diäten für Politiker!

ghostbiker
ghostbiker
Superredner
27 Tage 8 h

wenn Politiker bisch kregsch vom ersten Tog on fette Diäten…

corona
corona
Universalgelehrter
27 Tage 8 h

Du, des sein Erkenntnisse!!! Noch foscht an gonzn Berufsleben vodiansche mehr als in Unfong, madai, wersch net sogn…
Und wenndo gender pay gap in unfong schun do isch, ocha ischa zin schluss nö gräaßa… net zi glabn…
Heutzutage wird jede Banalität als Meldung verkauft.

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
27 Tage 7 h

Selbstständige arbeiten Zeit ihres Lebens mehr Stunden am Tag als jeder Arbeitnehmer und gehen einige Jahre später in Rente. Da liegt es doch auf der Hand, dass sie mehr verdienen, das sollte schon klar sein. 

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
27 Tage 10 h

Kommt mir bei meiner Frau nicht vor, trotz vergleichbarer Ausbildung.

andr
andr
Universalgelehrter
27 Tage 4 h

Ob vor oder während oder danach mit Arbeit wird man nicht fett

Nobbs
Nobbs
Tratscher
27 Tage 1 h

Zum Glück selbstständig,konn und dorf orbeitn wieviel und wie long i will,net sls Ongestellter Monate vorher Toge zähln und wortn af Christkind und ondere belächeln.

Bissgure
Bissgure
Grünschnabel
27 Tage 4 h

sem konn man vielleicht no a poor krötn af seite breng , förs in do rente lame oberschts get 🤣

wpDiscuz