Projekt aus Kematen in Sand in Taufers ausgezeichnet

Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia in Graubünden

Montag, 04. Februar 2019 | 22:09 Uhr

Graubünden/Sand in Taufers – Bei der Verleihung des Alpinen Schutzwaldpreises Helvetia in Graubünden wurde ein Projekt aus Kematen in Sand in Taufers ausgezeichnet.

Ein Schutzwaldpate und zwölf Projekte aus Österreich, der Schweiz, Bayern und Südtirol wurden bei der diesjährigen Preisverleihung ausgezeichnet. Eine der Auszeichnungen in der Kategorie Erfolgsprojekte wurde dem Projekt Schutzwaldbewirtschaftung mit Helikopterunterstützung der Eigenverwaltung Bürgerlicher Nutzungsrechte von Kematen in der Gemeinde Sand in Taufers zugesprochen.

Erfolgsprojekt in Kematen

“Ein Ziel dieser Holznutzungen war es, einer Überalterung der Waldbestände am Kemater Berg vorzubeugen und für einen nachhaltigen und gesunden Schutzwald zu sorgen”, berichten Förster Meinrad Zingerle und Stationsleiter Christian Lamprecht von der Forststation Sand in Taufers. Durch die Hubschrauberbringung wird die Möglichkeit geschaffen, kleinflächig reife Baumgruppen zu nutzen: dadurch bleibt eine ausreichende Bestockung für die Schutzfunktionen des Waldes erhalten und optimale Verjüngungskerne können geschaffen werden. Die Hubschrauberbringung ist boden- und bestandesschonend.

Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten an diesem Projekt – angefangen bei den Waldbesitzern, der Forstverwaltung, den Holzschlägerungsunternehmen, den Hubschrauberfirmen bis hin zu den Sägewerkern – sei es gelungen, diese Nutzungen trotz der sehr schwierigen Geländeverhältnisse sehr rentabel abzuwickeln und wertvolles Holz bereitzustellen.

Zu diesem Projekt hatte der Südtiroler Forstverein einen Vortrag organisiert: Dabei bestätigte Raffaele Cavalli, Professor für Waldnutzung an der Universität Padua, dass nicht die Bringungsmethode für die Kohlenstoffdioxid-Bilanz ausschlaggebend sei, sondern die anschließenden langen Transportwege.

Preisverleihung in Graubünden

Aus Südtirol waren bei der Preisverleihung am Freitag, den 1. Februar 2019 in Klosters in Graubünden in der Schweiz neben dem Direktor der Landesabteilung Forstwirtschaft Mario Broll auch der Präsident des Südtiroler Forstvereins Christoph Hintner vom Forstinspektorat Brixen und eine Abordnung der Eigenverwaltung Bürgerlicher Nutzungsrechte von Kematen vertreten.

“Es ist wichtig”, unterstrich Landesforstdirektor Broll, “dass die Thematik des Schutzwaldes präsent bleibt und die Aufmerksamkeit dafür nicht verloren geht. Einer zunehmend globalisierten Gesellschaft ist die Bedeutung einer nachhaltigen Betreuung und Bewirtschaftung eines Schutzwaldes nicht mehr unmittelbar bewusst. Deshalb braucht es weiterhin die Verfügbarkeit von Ressourcen, sei es von Menschen wie von finanziellen Mitteln, für die Erhaltung und Pflege des Schutzwaldes.”

Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia

Der Alpine Schutzwaldpreis Helvetia wurde heute zum 13. Mal vergeben. Mit diesem Preis werden seit 2006 beispielhafte Projekte zur Erhaltung und Verbesserung des Bergwaldes im Alpenraum und zur Bewusstseinsbildung für die Schutzwaldthematik gewürdigt. Der Preis wird in den Kategorien Schulprojekte, Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und Schutzwaldpartnerschaften sowie Erfolgsprojekte verliehen; pro Kategorie werden beispielhafte Projekte ausgezeichnet. Dieses Jahr wird die Verleihung von Graubünden Wald ausgerichtet.

Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine

Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine besteht seit 1981. Ihre Mitglieder sind die Forstvereine Bayern, Graubünden, St. Gallen, Südtirol, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Liechtenstein. Durch gemeinsame Projekte und den Austausch von Erfahrungen soll die Zukunft des Bergwaldes als naturnaher Lebensraum in den Alpen gesichert werden.

Von: bba

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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1 Kommentar auf "Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia in Graubünden"


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Grünschnabel
10 Tage 15 h

Für Südtirol wäre ein Preis für Waldschlägerungen für
Skipisten und Aufstiegsanlagen schon längst überfällig. Obwohl sich viele Muren
und Lawienenabgänge durch Errichtung solcher Anlagen zum Teil verhindern ließen.und öffentliche Ausgaben und Subventionen dadurch eingespart werden könnten,  wird dies immer noch gefördert und subventioniert obwohl solche Eingriffe in die Natur große Schäden verursachen und zu verurteilen sind. 
Doch Kapital ist die Macht Einzelner und steht vor einer gesunden Natur.

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