Startschuss im Rahmen eines Baumfestes

Am Latscher Sonnenberg entsteht eine Bienenweide

Sonntag, 21. Juni 2020 | 09:18 Uhr

Latsch – Als Bienenweide bezeichnet man Pflanzungen, die speziell für Bienen, aber auch für andere Insekten über spezifische Vegetationsperioden Nektar und Pollen als grundlegende Nahrungsquelle dienen. Eine solche Bienenweide entsteht nun am Latscher Sonnenberg.

Es ist ein Pilotprojekt für die aktive Errichtung von bienenfreundlichen Waldrändern, das in Zusammenarbeit zwischen der Autonomen Provinz Bozen, Forstinspektorat Schlanders, VIP – Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse, Eigenverwaltung B.N.R. Latsch und Imkerbund Latsch ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, am Waldrand des Latscher Sonnenberg verschiedene, geeignete Trachtpflanzen für Bienen anzupflanzen.

VIP

Berücksichtigt werden dabei Bedürfnisse der Imker wie auch die der Obstbauern im Umkreis. „Im Vinschgau sind zum Zeitpunkt der Apfelblüte zirka 5.000 Bienenvölker im Einsatz, um die Bestäubung der Blüten zu garantieren. Das entspricht ungefähr einem Volk pro Hektar. Während der Apfelblüte gibt es für die Bienen ein völlig ausreichendes Nahrungsangebot, doch nach der Blüte nimmt dieses rapide ab. Auch im Wald finden die Bienen zu diesem Zeitpunkt noch nicht genügend Nahrung“, erläutert Peter Tscholl, Ortsobmann des Imkerbundes Latsch, „außerdem besteht für die Obstbauern die Notwendigkeit nach der Blüte Pflanzenschutzmittel auszubringen, unabhängig von der Anbauweise.”

Aus diesem Grund soll am Sonnenberg eine Bienenweide mit Pflanzen geschaffen werden. Hier sollen die Bienen genügend Nahrung finden, um die Zeit zwischen Apfelblüte und der Übersiedelung der Völker in höhere Lagen, wie Almen, zu überbrücken. “Für solche Projekte stellen wir gerne Grund zur Verfügung, wie in diesem Fall rund einen Hektar am Latscher Sonnenberg”, so Andreas Weitgruber, der Präsident der Eigenverwaltung B.N.R. Latsch, die der Grundeigentümer der zukünftigen Bienenweide ist.

Der Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse VIP unterstützt das Projekt sowohl finanziell wie ideell für die nächsten Jahre und beteiligt sich unter anderem an den Kosten für die Bepflanzung und Instandhaltung der Bienenweide. „Diese Aktion ist im Sinne unserer strategischen Ausrichtung für einen naturnahen und nachhaltigen Anbau, aber auch im Sinne der politischen Diskussion zur Ökologisierung des Lebensraumes“, erläutert Thomas Oberhofer, Obmann der VIP, „als VIP unterstützen wir die Imker bereits mit Projekten zur Bienenköniginnen-Zucht und Bienenwanderung. Nun wollen wir als Vinschger Obstwirtschaft aktiv weitere Akzente zum Schutz der Bienen in unserem Anbaugebiet setzen“.

Um eine Bienenweide am regenarmen Latscher Sonnenberg zu errichten, ist die Wahl der passenden Pflanzen und Saatgut ausschlaggebend. Daher müssen die geeigneten Pflanzenarten gewählt werden, um dauerhaft Erfolg zu haben“, erläutert Georg Pircher, Leiter des Fortinspektorat Schlanders, „als Forstexperten verfügen wir über das Wissen für die geeignete Bepflanzung, wobei wir auf die Erfahrungen des Umstrukturierungsprojektes Schwarzföhre am Sonnenberg zurückgreifen können.“

VIP

Die Bepflanzung am Latscher Sonnenberg wird so zusammengestellt, dass eine sowohl für die Bienen wie auch den Standort geeignete Begrünung geschaffen wird: vorwiegend mit autochthonen Arten, die keine Bewässerung benötigen. Die Begrünung wird mit zusätzlichen Blütenpflanzen für die Bienenweide versehen. Die lokalen Forstarbeiter übernehmen dabei die Pflanzung von Sträuchern und Bäumen sowie die Pflege und Nachsaat in den nächsten Jahren.

Ein wesentlicher Beitrag für den Erfolg des Projektes soll zudem die natürliche Umgestaltung der Böschungen der Schutzdämme, die sich im Gebiet der Bienenweide befinden, mit sich bringen. Mit gezielten Maßnahmen, wie das Einbringen von Humusmaterial und durch das Einbringen von Totholz und Steinen sollen Schattenbereiche entstehen, die den Erfolg sichern sollen. Die Arbeiten zur Umgestaltung wurden vom Forstinspektorat Schlanders begleitet und von Ing. Michael Pfeifer durch die Firma Mair Josef & Co. im Auftrag der Autonomen Provinz Bozen durchgeführt.

Von: mk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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25 Kommentare auf "Am Latscher Sonnenberg entsteht eine Bienenweide"


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Diezuagroaste
Diezuagroaste
Tratscher
15 Tage 15 Min

Endlich ein erster Schritt in die richtige Richtung! Ohne Bienen kein Obst.
Die Apfelwiesen sind wahre Wüsten. Monokulturen mit Insektenarmut und vergifteten Böden. Seit ich neben einer Apfelplantage in der Zone Meran wohne, weiss ich erst, wie stark gespritzt wird. Ich esse keine Südtiroler Äpfel mehr, zu giftig.😭

Spiegel
Spiegel
Superredner
14 Tage 18 h

Vorallem Biolebensmittel beinhalten Mykotoxine😋

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

ist überall das gleiche oder denkst du ein Apfel aus D, Polen, Neuseeland oder was weiß ich woher ist da besser? Wenn ja dann solltest du die rosarote brille abnehmen denn es ist nicht so! Und fakt ist auch, dass sehr viele Obstbauern srlbst Bienenvölker besitzen und die imker auch auf die obstblüte angewiesen sind, denn zu diesem Zeitpunkt ist sonst fast nix für sie..

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
8 Tage 1 h

Die Bildung von Mykotoxinen unterliegt einer ausgeprägten regionalen wie saisonalen Schwankungsbreite und ist abhängig vom Nahrungsangebot, Wassergehalt in Substrat und umgebender Luft (Luftfeuchte), Temperatur, pH-Wert und Interaktionen mit anderen Pilzen. Für die Giftbildung werden Substrate bevorzugt, die reich an Kohlenhydraten komplexer Zusammensetzung sind.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
15 Tage 3 h

Gute und wichtige Sache. 🐝 Bitte mehr davon.

charlybrown
charlybrown
Grünschnabel
15 Tage 2 h

Da könnten sich viele Gemeinden mit ihren so genannten Umweltreferenten ein Beispiel nehmen.

Spiegel
Spiegel
Superredner
15 Tage 1 h

Die schreinen nur gerne🙃

Richter
Richter
Grünschnabel
15 Tage 24 Min

…..auf der anderen Seite ist es traurig, dass so etwas erfiederlich ist…..und was ist schon ein Hektar, da, wo man sowieso keine Apfelanlagen pflanzen könnte wird das passieren…..aber gut, dann können sich die Völker vielleicht etwas erholen, nachdem man die Hälfte tot gespritzt hat.

Spiegel
Spiegel
Superredner
14 Tage 18 h

Ja Schwefelkalch ist ein sehr massiv eingesetztes Fungizid im Bioanbau, aber wie man oft nachher erfährt sind die Imker schuld an das Bienensterben denn sie lassen die Völker verhungern da viele nicht erfahren genug sind. Und tote Bienen im April sind die Winterbienen keinen Pestizide. Lernt mal die Biologie der Bienen kennen.

Nik1
Nik1
Grünschnabel
15 Tage 1 h

Bitte aufs ganze Land ausgebreitet und dafür andere unnützige Projekte einsparen.

Stolzz
Stolzz
Grünschnabel
14 Tage 18 h

Jede/r kann bei sich zu Hause beginnen. Ich sehe z.B. Rasenroboter, die nahezu rund um die Uhr den Rasen kurz halten. Wie wäre es mit einer schönen Blumenwiese und einigen insektenfreundlichen, einheimischen (und nicht exotischen) Sträuchern und Hecken dazwischen?

brunner
brunner
Superredner
15 Tage 37 Min

Diese eine Bienenweide macht noch lange keinen Sommer….

Nik1
Nik1
Grünschnabel
14 Tage 18 h

@brunner diese eine sicher nicht! Aber es ist ein Anfang

Guennl
Guennl
Grünschnabel
14 Tage 22 h

Die Monokultur muss weg.

Spiegel
Spiegel
Superredner
14 Tage 18 h

Nein denn in Südtirol verwendent man nur 2,5 % der Flächen für die Landwirtschaft, und Landwirtschaft ist Systemrelevant.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
15 Tage 1 h

eine Bienenweide kann auch ein Anreiz für private sein. denn so schön und gepflegt ein Rasen auch ist, die Insekten haben davon nichts. außerdem ist eine blühende Bienen Weide etwas sehr schönes, gibt weniger Arbeit und wenn man sie lässt bis zum abblühen, fällt der Samen aus und kommt das nächste Jahr von alleine. einzige Sache ist, sie sollte immer genug Wasser haben

falschauer
15 Tage 1 h

das projekt ist absolut lobenswert, sinnvoll und nachhaltig, solche oder änliche beiträge könnte jedoch jeder einzelne in seinem kleinen bereich auch leisten

franzl.
franzl.
Tratscher
14 Tage 15 h

total folsch gebaut.

Maurus
Maurus
Tratscher
14 Tage 20 h

Ein gutes Projekt. Nun muss nur die Landwirtschaft nachhaltiger werden

Guennl
Guennl
Grünschnabel
14 Tage 22 h

Wie groß wird die Wiese? Handtuchgroß? Dann ist es nur Werbemaßnahmen.

Mickie Maus
Mickie Maus
Neuling
14 Tage 19 h

olm die Bauern die schuld gebn dass sie olls oispritztn wos tian die ondern Leit die Nicht Bauern für die Bienen bzw Insekten ?
Kaum sein Vespen afn Dach oder Ameisen oder a Schlange nor wert des olm glei sofort hin gmocht die Gartn solln olm lei schian sein für viele sein Insekten und Bienen Ungeziefer ohne Bienen: kein Obst und Gemüse und keine Blumen

Missx
Missx
Kinig
14 Tage 20 h

Heuer blühen auf den pustertaler Feldern erstaunlich viele bunte Wiesenblumen. Richtig schön anzusehen.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
14 Tage 14 h

@Missx….auf Feldern werden Korn und Feldfrüchte angebaut. Blumen blühen auf Wiesen.

Spiegel
Spiegel
Superredner
14 Tage 17 Min

Stimmt so nicht ganz! Siehst du du schmeisst gern mit Halbwahrheiten umher, hauptsache laut!

Missx
Missx
Kinig
13 Tage 18 h

Der Südtiroler sagt zu beidem Feld. Am Samstag wurden Felder gemahnt und gestern das Gras gebroatet. Das ist halt unsere Sprache.

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