Alte Bauernhäuser vor Abriss bewahren

Anerkennung für Erhalt historischer Bauernhäuser 

Mittwoch, 12. Dezember 2018 | 16:19 Uhr

Bozen – Alte Bauernhäuser vor dem Abriss zu bewahren, ist das Ziel der Initiative „Bauern[h]auszeichnung“. Mit den beiden Wettbewerben „Ideenwerkstatt PLANEN“ und „ITAS-Preis“ sollen Bauherren wie Architekten ermutigt werden, alte wertvolle Bauernhäuser zu sanieren und sie so zu erhalten. Heute wurden wieder vier bäuerliche Familien und ihre Architekten für besonders wertvolle Projekte ausgezeichnet.

Historische Bauernhöfe prägen wie kaum etwas anderes die heimische Kulturlandschaft. „Sie vor dem Abriss zu bewahren bedeutet daher nicht nur, ein Stück bäuerliche Landes- und Familiengeschichte zu retten, sondern auch die einmalige Kulturlandschaft Südtirols für Einheimische wie Gäste zu erhalten“, erklärte Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler.

Dafür brauche es ein gutes Miteinander, Überzeugung und eine Initiative wie die „Bauern[h]auszeichnung“, lobte Landesrat Richard Theiner. Landesrat Florian Mussner unterstrich die Bedeutung der Landesverwaltung als Partner der Initiative. Alle zusammen seien gefordert, dafür zu sorgen, dass alte Bauernhöfe erhalten bleiben. Gleichzeitig gehe es darum, den alten Gemäuern neues Leben einzuhauchen und zu zeigen, dass auch in alten Häusern, wenn sie sinnvoll saniert sind, das Wohnen wieder attraktiv wird.

Einen wichtigen Anreiz zur Sanierung alter, wertvoller Bauernhöfe will die Initiative „Bauern[h]auszeichnung“ mit der „Ideenwerkstatt PLANEN“ und dem „ITAS-Preis“ geben, die der Südtiroler Bauernbund, die Architekturstiftung Südtirol, ITAS-Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, IDM Südtirol, die Landesabteilungen für Denkmalpflege sowie Natur, Landschaft und Raumentwicklung und die Stiftung Südtiroler Sparkasse ins Leben gerufen haben.
„Ideenwerkstatt PLANEN“: Beste Ideenentwürfe prämiert

Bei der „Ideenwerkstatt PLANEN“ werden Architekten für den besten Ideenentwurf für die zukünftige Sanierung typischer Südtiroler Bauernhöfe ausgezeichnet. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Bauernhäuser mindestens 100 Jahre alt sind und zu einem Hof gehören, der bewirtschaftet wird. Zudem muss das Gebäude in ein bäuerliches Ensemble bzw. in einen stimmigen landschaftlichen und historischen Kontext eingebettet sein.

Auch heuer wurden zwei besonders schützenswerte Bauernhäuser ausgewählt. Die Wahl der Fachjury fiel auf den Mehrerleiterhof der Familie Kirchler in Ahornach/Sand in Taufers und den Thalhof der Familie Obkircher in Aldein.

Zehn Architekten haben in der Folge den Mehrerleiterhof besucht, 14 den Thalhof. Von diesen haben schließlich mehr als zehn Architekten ihre Vorschläge für eine zeitgemäße und maßgeschneiderte Sanierung der Höfe eingereicht.

Der beste Entwurf für die Sanierung des Mehrerleiterhofes stammt vom Brixner Architekten Christian Moser. Sein Vorschlag lässt viel Spielraum für zukünftige Nutzungen. Besonders die Lösung, die Wohnung für den Onkel ins Erdgeschoss zu legen und die Einteilung der Hauptwohnung im Obergeschosse, haben die Jury überzeugt. Sieger beim Thalhof sind die Architekten Jürgen Prosch und Felix Kasseroler aus Brixen, die besonders durch den sehr sensiblen Umgang mit dem Bestand gepunktet haben. Die Treppensituation wurde sehr gut gelöst. Die präzisen, bescheidenen Eingriffe in den Fassaden und in den Grundrissen lassen eine gute Detailplanung erwarten.
„ITAS-Preis“ für Familie Bernhart und Familie Ramoser

Mit dem „ITAS-Preis“ werden hingegen bäuerliche Familien prämiert, die ihren Bauernhof bereits mustergültig energetisch saniert haben. „ITAS ist eng mit dem Land und den Menschen hier verbunden. Der ITAS-Preis ist unser Beitrag zum Erhalt historischer Bauernhäuser. In den letzten Jahren hat die Auszeichnung einen regen Zuspruch erfahren. Besonders freut uns, dass die Qualität der Sanierungen gestiegen ist, auch dank sehr guter Architekten“, erklärte Gerhart Gostner, Vizepräsident von ITAS.
Sechs sanierte alte Bauernhäuser kamen in die nähere Auswahl der Jury, zwei bäuerliche Familien wurden für die mustergültige Sanierung prämiert. Die Wahl fiel auf die Familie Bernhart vom Mairhof in Partschins und die Familie Ramoser vom Feirumhof am Ritten.

Architekt Manuel Benedikter hat die historische Substanz des erstmals 1357 erwähnten Mairhofes mit zeitgenössischer architektonischer Qualität verbunden. So blieben die historischen Strukturen, Raumeinheiten und Ausstattungselemente wie das Kreuzgratgewölbe erhalten. Insgesamt wurden sieben Wohnungen unterschiedlichster Größen, ein Weinkeller und Arbeitsräume geschaffen.

Die Ideen für die Sanierung des Feirumhofes stammen von Architekt Stefan Gamper. Er hat mit viel Gefühl dem Wohnhaus einen Zubau angegliedert, der sich dem Bestand anpasst, jedoch auch als Neubau zu erkennen ist. Die Fassaden, das Kreuzgewölbe und die Stube wurden mustergültig saniert und die wertvolle Altbausubstanz mit zeitgenössischen Eingriffen kombiniert. Beide Siegerobjekte beweisen einmal mehr, dass in historischen Gebäuden die Umsetzung heutiger Wohnansprüche möglich ist.
Mehr Informationen über beide Initiativen, die heurigen Entwürfe und die Wettbewerbe 2018 finden Interessierte unter www.bauernhauszeichnung.it.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Anerkennung für Erhalt historischer Bauernhäuser "


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m. 323.
m. 323.
Superredner
1 Monat 6 Tage

die Bauern sollen ihre Alten Häuser erhalten…aber wenn si dafür einpaar € Beihilfe erhalten schreien schon wieder di ewigen Bauernhasse“ daß di nur Beiträge erhalten…aber daß so eine Sanierung doppelt so teuer ist wie ein Neubau sagt kein Mensch”

Martha
Martha
Tratscher
1 Monat 6 Tage

eher werden Hotels gefördert um noch mehr Touristen ins Land zu hohlen !!!

Gudrun
Gudrun
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

@Martha irgend wann wird man in Südtirol darauf kommen,dass die Touristen nicht nur wegen den großen Wellnesshotels zu uns kommen ,sondern auch wegen der Kultur und Landschaft !!!—-hoffendlich ist es bis dahin nicht zu spät !!!

Martha
Martha
Tratscher
1 Monat 6 Tage

viele Bauern können sich es gar nicht leisten ,so ein Haus zu sanieren!!!!–

Gudrun
Gudrun
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Kapellen,Backöffen,Mühlen,Almhütten ,Stampf,Schupfen sollten alle restauriert werden !!!! —-das Land gibt lieber Geld für Brotzbauten und Strassen aus !!!

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
1 Monat 6 Tage

guter Gedanke.. aber a bisl spät…

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