Neue WIFO-Studie

Arbeitsklima und Gehalt als wichtigste Entscheidungsfaktoren für die Südtiroler Jugendliche

Donnerstag, 04. April 2024 | 12:08 Uhr

Bozen – In Zeiten von Fachkräftemangel und Brain-Drain gestaltet sich die Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften zunehmend schwieriger. Auf Initiative des Südtiroler Jugendringes hat das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen deshalb mit einem innovativen Ansatz untersucht, was junge Südtirolerinnen und Südtiroler von ihrem idealen Arbeitsplatz erwarten.

Ein wesentliches Ziel der Studie war es zu verstehen, welche Erwartungen und Wünsche die Jugendlichen in Südtirol an ihren Arbeitsplatz haben. Im Frühjahr 2023 wurden über 2.000 junge Menschen zwischen 14 und 30 Jahren befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass für den durchschnittlichen Südtiroler Jugendlichen vor allem das Arbeitsklima im Betrieb sehr wichtig ist. So lehnt jede/r dritte Jugendliche einen Arbeitsplatz mit schlechtem Arbeitsklima grundsätzlich ab. Auch die Höhe des Gehalts ist entscheidend.

Die Jugendlichen unterscheiden sich aber teilweise deutlich voneinander, wodurch sich vier Typen unterschieden lassen: Für 40 Prozent der Befragten ist das Arbeitsklima unter Arbeitskolleg/innen und zu den eigenen Vorgesetzten so wichtig, dass sie als harmonieorientiert eingestuft werden können. Ein Drittel legt dagegen besonderen Wert auf ein gutes Gehalt und wird dementsprechend als gehaltsorientiert eingestuft. 20 Prozent der Jugendlichen sind sicherheitsorientiert, da sie geregelte Arbeitszeiten und einen unbefristeten Arbeitsvertrag bevorzugen und Saisonarbeit häufig ablehnen. Auf der anderen Seite suchen die 10 Prozent karriereorientierten Jugendlichen vor allem Arbeitsplätze mit guten Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und der Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Dieses Wissen ermöglicht es Arbeitgeber/innen, potenzielle Mitarbeitende gezielter anzusprechen und Stereotypen entgegenzuwirken.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurde auch das Image ausgewählter Berufe in Südtirol untersucht und die Einschätzungen der Jugendlichen mit jenen von Expert/innen verglichen. Beide Gruppen bewerten einige Berufe gleich, wie die Berufe Mechatroniker/in und Softwareentwickler/in als sehr attraktiv und den Kellnerberuf als unattraktiv. Die Berufe Lehrer/in und Bauarbeiter/in hingegen haben bei den Jugendlichen ein schlechtes Image, obwohl sie von den Expert/innen als attraktiv eingeschätzt werden. Die Einschätzungen zeigen auch, dass die Rahmenbedingungen für einige Berufe verbessert werden müssen, so wäre z.B. für Köch/innen die Umstellung von saisonalen auf unbefristete Arbeitsverträge interessant.

„Das Image einiger Berufe entspricht nicht der Realität, wie die Einschätzungen der Expert/innen zeigen. Hier ist Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit seitens der Wirtschaftsverbände und Jugendorganisationen notwendig, um zu verhindern, dass diese Berufe aufgrund von falschen Vorstellungen nicht in Betracht gezogen werden“, betont Handelskammerpräsident Michl Ebner.

„Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung des Arbeitsklimas und der Entlohnung als entscheidende Faktoren bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Wir müssen die Rahmenbedingungen einiger Berufe verbessern, um den neuen Anforderungen unserer jungen Arbeitnehmer/innen gerecht zu werden. Ebenso sind die Gehaltsstrukturen und damit verbundene Leistungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich zu überdenken“, ergänzt Landesrätin Magdalena Amhof.

„Viele junge Menschen spielen mit dem Gedanken, Südtirol aus beruflichen Gründen zu verlassen, auch weil der Wunsch nach einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung in Südtirol schwer zu realisieren ist. Die Schaffung von leistbarem Wohnraum muss daher Priorität haben“, unterstreicht Sara Burger, Vorstandsmitglied des Südtiroler Jugendrings.

Die Studie 1.24 „Die Arbeitsplatzpräferenzen der Südtiroler Jugendlichen: Ihre Wünsche und Erwartungen“ liegt in der Handelskammer Bozen in gedruckter Form auf und steht auf der Website www.wifo.bz.it/studien zum Download bereit.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "Arbeitsklima und Gehalt als wichtigste Entscheidungsfaktoren für die Südtiroler Jugendliche"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
nixischfix
nixischfix
Superredner
9 Tage 21 h

So so eine Studie um dieses Phänomen zu kapieren. Man sollte natürlich nicht alle Jugendlichen in einen Topf werfen, das wäre nicht richtig. Aber wie bei uns geschehen haben sich drei vorgestellt und alle drei stellten die Vorderung: 4 Tagewoche und mind. 2000 € Netto. Wohlgemerkt alle drei ohne Arbeitserfahrung! So wird’s wahrscheinlich auch nicht funktionieren stell ich mir vor..

RealistischerIdealist
9 Tage 18 h

@nixischfix naja man erinnere sich noch an die 6 tage schulwoche – auch passe… u wer sich nicht anpassen kann in zukunft, der wird untergehen… entweder der AG oder der AN… wir werden sehen… am ende entscheidet immer noch angebot u nachfrage

Elvira 67
Elvira 67
Tratscher
9 Tage 6 h

Wenn man die Leute die 6 und 7 Tage arbeiten ordentlich entlohnen würde dann würden die Betriebe auch Arbeiter finden.Aber für die Löhne die es bei uns gibt vergeht jedem das Arbeiten.Jeder Dahergeloffene bekommt fürs nichts tun mehr als jemand der einer geregelten Arbeit nachgeht

Antonym
Antonym
Grünschnabel
8 Tage 22 h

I hon vor 15Johr mit 1500€ Netto ungfong zu orbeiten… Wenn man rein a 2% Inflation innirechnet kimmp man heint af guat 2000€… Also wos genau isch bei der Forderung so übertrieben?

schwarzes Schaf
schwarzes Schaf
Universalgelehrter
9 Tage 23 h
Ja dies hätt ich ohne studien auch sagen können, jeder junge mann will mechaniker werden, und die gescheisen Arzt, denn da gibt es knete besonders je mehr die 2 klassenmedizin voranschreitet, altenpflege ja was will man dort, aber dies wird der sicherste Job alles zeiten. Und koch kellner sieht man ja jetzt schon, wird spassig aber kochen kann e keiner mehr, kebab pizza und co lassen grüssen esskultur geht vor die Hunde, ausser natürlich unsere grünzeugfresser die retten die welt obwohl ihr superfood um die welt segelt bzw fliegt, schauen wie es sich entwickelt einen kleine vorgeschmack gibt es jedes… Weiterlesen »
krokodilstraene
krokodilstraene
Universalgelehrter
9 Tage 22 h

warum brauchst du in dorf tirol amabend etwas zum essen? kannst auch nicht kochen?

N. G.
N. G.
Kinig
9 Tage 20 h

Man man, was für Unsinn auf einen Haufen! Ganz ehrlich und offen gesagt, nur weil du es nicht hin bekommen hast..! Is ja dein Problem! Generation Z weiß was sie will, sie setzen durch und nur weil unsere Gesellschaft zu blöd dafür es es zu verstehen, dafür kann sie nichts!
Du hast dir alles gefallen lassen? Müssen das wir oder unsere Kinder auch? Mein Sohn nich, ich sowieso nie. Und beid dir?
Red nicht! Sei ehrlich!

peterle
peterle
Universalgelehrter
9 Tage 18 h

Generation „Z“ wird auch noch kapieren dass die Gesellschaft auch fordert nicht nur gibt. Gerade die derzeitigen Kriegsführungen im Weltgeschen passieren wenn Altherren es so wollen. Filme mit brutalem Dialog ok, aber die Realität steht vor den Toren Europas. Dies sollte den Jungen zu denken geben da Sie ins Geschehen „geworfen“ werden.

Zussra
Zussra
Superredner
9 Tage 21 h

I hon im bestn Job do Welt! Rentner, olle Munat a hübsches Sümmchen afn Konto fir gooonz wenig Orbeit! G R I N S

N. G.
N. G.
Kinig
9 Tage 19 h

Genau darum willst du ja die Bevölkerung ändern. Weil.du im GRUNDE gar nicht mehr Teil hast aber bestimmen willst?? Was geht dich Generation Z an. Die zählt dir deine Rente. Hast du Angst um deine Rente?
Sorry, du bist der beste Fahrer ever!

nixischfix
nixischfix
Superredner
9 Tage 18 h

Bravo Zussra so soll es sein, hast du dir verdient..

Rabe
Rabe
Superredner
9 Tage 20 h

i wer Politiker wohl wegen den Gehalt,und studieren brauch i sem a net wie man so sieht 😄

N. G.
N. G.
Kinig
10 Tage 34 Min

Es gibt 2 Kriterien die für Viele zählen! Geld und Arbeitsklima.

https://www.focus.de/panorama/welt/teil-der-gen-z-frau-27-hat-bereits-dreimal-gekuendigt-aeltere-muessen-aufhoeren-zu-jammern_id_259815262.html

Für die Einen ist das wichtig für die Anderen WAR DAS WICHTIG! Warum Auch immer…

Wer hat es dümmer angestellt?
Heute kann man wählen! GUT SO!

Imrgschei
Imrgschei
Tratscher
9 Tage 17 h

Arbeitsklima und Gehalt ist auch bei der “älteren Generation” wichtig, die ist aber auch bereit für dieses was zu tun auch mal mehr…….

Savonarola
9 Tage 21 h

dann könnt ihr alle zum Land kommen 🤣

RealistischerIdealist
9 Tage 18 h

Schon interessant wie die meinungen gerade bei den krankenpflegern und ärzten aber auch lehrern auseinander gehen… aber jetzt kommen sicher wieder winige u erzählen mir was von „nur das geld“ ist nicht das wichtigste… ist es auch nicht immer, aber wenn du nichts erbst kann man hier in südtirol nie was kaufen…

Nun ja
Nun ja
Grünschnabel
9 Tage 17 h

Bin / war Arbeitgeberin seit 30 Jahren.
Im Moment 5 Angestellte plus Reinigungskraft.
Es geht nicht mehr – ich werde aufhören, so bald ich kann

traktor
traktor
Kinig
9 Tage 5 h

nunja@
schade,

Savonarola
9 Tage 17 h

wenn das bisschen geerbte Ersparnis der Eltern aufgebraucht ist, könnt ihr auf die Baustelle arbeiten gehen.

traktor
traktor
Kinig
9 Tage 5 h

das wichtigste ist das die jungen menschen mit ihrem gehalt im teuren südtirol leben können und eine familie gründen….

Privatmeinung
Privatmeinung
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Was soll den sonst wichtig sein?

hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
9 Tage 8 h

….und beides in Südtiroler Arbeitgebern nicht oder kaum zur genüge zu erhalten!

Alex93
Alex93
Grünschnabel
7 Tage 23 h
Ich spreche aus meine eigene Erfahrung. Im Betrieb ist keiner mit dem Lohn zufrieden und keinen passt was.Es kommen keine Junge mehr aber die alten bleiben und jammern.Das sie aber immer wieder nur unter sich jammern, bring auch nicht viel und der Chef denkt sich ,dass alle zufrieden sein.Wenn ein Junger kommt und über den Lohn geredet wird, ist fürn Chef 1800€ viel auszugeben und wäre auch ungerecht gegen die Mitarbeiten die seit über 10 Jahren in Betrieb sein.Aber ganz ehrlich was soll man heute mit 1800€ machen wenn mann Miete etc. zahlen muss?Die Junge Generation von denken her ist… Weiterlesen »
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