Gesetzesdekret der Regierung in Rom

ASGB: Endlich Sicherheit für Eltern mit Kindern in Quarantäne

Mittwoch, 09. September 2020 | 15:23 Uhr

Bozen – Der lang ersehnte Schulbeginn hat für viele Eltern die berechtigte Frage aufgeworfen: Wie kann ich die Aufsicht meines Kindes gewährleisten, falls dieses in die Quarantäne geschickt wird? Die italienische Regierung hat mit Gesetzesdekret Nr. 111/2020 auf diese Frage reagiert.

„Wir haben bereits letzte Woche auf diese Unsicherheit der Eltern aufmerksam gemacht und konkrete Maßnahmen gefordert“, erklärt Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), in einer ersten Stellungnahme.

Die italienische Regierung hätte nun endlich, so Tschenett, unter Art. 5 des erwähnten Gesetzesdekretes Nr. 111/2020, befristet bis Ende Dezember 2020, das Recht auf Smart working oder eine Sonderelternzeit für Eltern, deren Kind in Quarantäne geschickt wird, verankert: „Beide Maßnahmen haben eine ebenso lange Zeitspanne, wie die Dauer der Quarantäne. Es gilt die Regel, dass jeweils nur ein Elternteil das Recht hat, von einer der beiden Maßnahmen Gebrauch zu machen. Sollte ein Elternteil keiner Arbeitstätigkeit nachgehen, so hat der andere Elternteil kein Anrecht auf smart working oder Sonderelternzeit. Beide Maßnahmen finden Anwendung für Kinder bis zu 14 Jahren. Die Sonderelternzeit wird mit 50 Prozent des normalen Einkommens entlohnt und ist für die gesamte Dauer mit Figurativbeiträgen abgedeckt. Außerdem kann sie auch stundenweise beantragt werden.“

Enttäuscht ist Tschenett darüber, dass die Sonderelternzeit nur zu 50 Prozent entlohnt wird: „Südtirols gewählte Volksvertreter im Parlament sollten insistieren, dass die Regierung eine 100-prozentige Entlohnung bei der Sonderelternzeit für Eltern mit Kindern in Quarantäne gewährleistet.“

Der ASGB-Chef verweist darauf, dass das Gesetzesdekret selbst keine Ansuchensmodalitäten festlegt und diesbezüglich noch eine Klärung abzuwarten ist. Der ASGB wird bei Klarheit des Ansuchensprozedere genauer darüber informieren.

„Eltern, welche noch genügend Resturlaub zur Verfügung haben, können natürlich auch diesen zur Betreuung der Kinder während der Quarantäne nutzen. Der einzige Vorteil der sich aber dadurch ergibt, ist der Umstand, dass der Urlaub voll entlohnt wird“, schließt Tschenett.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "ASGB: Endlich Sicherheit für Eltern mit Kindern in Quarantäne"


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Lorietta12345678
21 Tage 23 h

Engach nicht testen lassen.

PuggaNagga
21 Tage 21 h

Und wie macht es z.B. der Mauer oder Maler? Auch von zu Hause aus arbeiten?

berthu
berthu
Universalgelehrter
21 Tage 8 h

Das ist schon klar: der/die Selbstständige hat noch nie Urlaub, Krankenstand, 13ten oder 14ten und Abfertigung erhalten, darf aber mehr Sozialabgaben zahlen als sein Angestellter.

RabeS
RabeS
Neuling
21 Tage 21 h

Und wenn a Elternteil selbstständig isch? 2 wochen dorhoam bleiben….. und noch 2 wochen isch wieder eps….. nor kemmer in galling olls zuasperren….

RicHardP
Neuling
21 Tage 19 h

Wie funktioniert Smart-Working z. B. für einen Busfahrer, Maurer oder Einzelhandelverkäufer? 

Vaju1613
Vaju1613
Grünschnabel
21 Tage 23 h

Ich verstehe das nicht ganz…
In Innichen wurden alle Kinder inkl. Angehörige in Quarantäne geschickt. Wenn ich als Elternteil eines Kindes das nicht positiv getestet wurde auch in Quatantäne gehen muss, dann werde ich ja auch automatisch krankgeschrieben und somit brauche ich keinen Sonderurlaub!
Mir wurde gesagt, dass wenn ich durch einen Kontakt in Quarantäne muss, ich nicht Urlaub nehmen muss, sonder das es über die INPS geregelt wird! Habe ich da falsche Infos? Oder müssen die Eltern nicht in Quarantäne, wenn ein Mitschüler des Kindes positiv ist?

sunshine
sunshine
Tratscher
21 Tage 21 h

Nein, wenn nur ein Mitschüler des eigenen Kindes getestet wird, müssen lediglich die Kinder (+Familue des pos. Getesteten) in Quarantäne.

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