Liechtensteins Regierungschefin Brigitte Haas

Cyberangriff auf Liechtenstein – 31.000 Datensätze betroffen

Sonntag, 02. August 2026 | 21:44 Uhr

Von: importer

Das kleine Fürstentum Liechtenstein zwischen der Schweiz und Österreich ist Opfer eines umfangreichen Cyberangriffs geworden. Die Daten von 31.000 Menschen seien abgegriffen worden, teilte die Regierung am Sonntagabend mit. Wer hinter dem Angriff steht, war vorerst unklar. Seit Samstagabend tagt ein Krisenstab. Ziel rund des Angriffs wurde das “Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen”, das der Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung dienen soll.

Es seien Datenkopien von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften digital abgegriffen worden, hieß es seitens der Regierung. Es sei ein Krisenstab unter der Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler einberufen worden. Durch den Angriff sei der Schutz personenbezogener Daten verletzt worden, hieß es.

Angegriffen wurde das “Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen”. In solchen Dateien sind Namen und andere Details von Personen hinterlegt, die hinter Firmen, Stiftungen oder Treuhänderschaften stehen. Die Regierung führt dieses Verzeichnis nach eigenen Angaben, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern.

“Bisher keine Lösegeldforderungen”

Nach aktuellem Kenntnisstand bestünden keine Hinweise darauf, dass Daten im System verändert oder gelöscht wurden, schrieb die Liechtensteiner Regierung weiter. In der “Tagesschau”-Hauptausgabe von Schweizer Radio und Fernsehen SRF sagte Regierungschefin Haas zudem, dass bisher auch keine Lösegeldforderungen eingegangen seien, ebenso wenig seien die Daten im Darknet aufgetaucht.

Reiches, kleines Land

Das Fürstentum mit rund 41.000 Einwohnern gehört gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zu den reichsten Ländern der Welt. Mit nur 160 Quadratkilometern ist es nicht ganz so groß wie der Vorarlberger Bezirk Dornbirn und der kleinsten Länder der Welt.

Einer der erfolgreichsten Wirtschaftszweige sind Finanz- und Bankendienstleistungen. Vor vielen Jahren haben vor allem Europäer dort Stiftungen und Konten zur Steuerhinterziehung missbraucht. 2017 wurde das Bankgeheimnis in Steuerangelegenheiten aber aufgehoben.

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