Verkehrszahlen in Meran schon wieder auf Vor-Krisenniveau

Der Verkehr ist zurück

Mittwoch, 29. Juli 2020 | 11:42 Uhr

Meran – Einer der wenigen Gewinner im Corona-Lockdown war die Luftqualität. Doch was passiert im Herbst, wenn die Schule beginnt, immer mehr Menschen wieder ins Büro müssen und die Touristen in die Innenstädte strömen? Um die Städte dann vor einem Verkehrschaos zu bewahren und möglichst gute Luftqualitätswerte zu halten, sehen die Gemeinden Meran, Bozen und Leifers sowie das Land nur eine Chance: das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren fördern.

Auf Einladung der Umweltagentur des Landes hat Stadträtin Madeleine Rohrer vergangene Woche gemeinsam mit Landesrat Giuliano Vettorato sowie Vertretern der Städte Bozen und Leifers am technischen Tisch zur Luftqualität teilgenommen.

Dabei wurden zunächst die Messdaten unter die Lupe genommen, die aufgrund des Corona-Lockdowns im März und April wichtige Erkenntnisse liefern. So lag die Konzentration von Stickstoffdioxid (NO2) während des Lockdowns in Meran und Bozen bei der Hälfte der in den zehn Jahren zuvor gemessenen Werte, jene von Stickstoffmonoxid (NO) gar nur bei einem Drittel.

„Die Daten zeigen zweifelsfrei, dass der Verkehr Hauptverursacher der Stickoxidbelastung in unserer Stadt ist“, so Stadträtin Rohrer. Sollen die Luftwerte also nachhaltig verbessert werden, gilt es, weiter auf eine Reduzierung des Individualverkehrs einzuwirken.

„Das bringt zudem mit sich, dass wir Meran vor dem Verkehrskollaps bewahren, der im Herbst mit Schulbeginn und Hochsaison zu befürchten ist“, erklärt Rohrer. Ihr Lösungsansatz deckt sich mit den Erkenntnissen der Expert*innen der Landesumweltagentur, die alle Bürgerinnen und Bürger auffordern, wann immer möglich auf das eigene Auto zu verzichten und stattdessen zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren.

„Ein solches Umdenken hat eine unmittelbare und für uns alle spürbare Auswirkung auf die Qualität der Luft, die wir atmen“, so die Stadträtin.

Verkehrszahlen schon wieder auf Vor-Krisenniveau

Dass ein solches Umdenken zudem für den Verkehrsfluss in der Stadt notwendig ist, zeigen auch die Daten der Verkehrszählung in Meran. An der Zählstelle in Sinich etwa wurden am letzten Juni-Montag dieses Jahres mit 18.652 fast gleich viele Autos gezählt wie am gleichen Montag des Vorjahres (20.024). Während der Rush Hour (7.00 – 8.00 Uhr) fehlten nur 42 Autos zum Vorjahr.

„Das sind sehr hohe Zahlen angesichts der Tatsache, dass der Tourismus im Burggrafenamt noch nicht wieder richtig Fahrt aufgenommen hat“, betont Rohrer. Verschärft wird diese Situation voraussichtlich mit Schulbeginn im Herbst.

„Unsere Daten zeigen, dass gut ein Drittel der Über-14-Jährigen mit dem Bus zu einer der Meraner Ober- oder Berufsschulen kommen“, so die Stadträtin. „Sollten die Eltern diese aus Angst vor einer Ansteckung künftig mit dem Auto zur Schule bringen, steht unsere Stadt unweigerlich im Stau.“

Fahrrad als Alternative für Meran

Die von der Umweltagentur nun vorgelegten Luftqualitätswerte sowie die Messdaten der Verkehrszählungen unterstreichen die Notwendigkeit der von der Meraner Stadtregierung konsequent verfolgten Strategie, das Fahrrad als effiziente Alternative zum Auto zu fördern.

„Schließlich befördert ein einigermaßen ordentlicher Radweg fünfmal mehr Menschen als eine Autospur“, erklärt Rohrer. Zudem zeigten die Erhebungen, dass 70 Prozent der Wege, die ein Durchschnittsmeraner zurücklege, weniger als fünf Kilometer lang seien. „Solche Strecken sind problemlos mit dem Rad zu schaffen. Die boomende Elektrifizierung macht das Rad noch einmal attraktiver“, so die Stadträtin. Neben den Vorteilen für den Verkehrsfluss und die Luftqualität sieht Rohrer zudem einen wirtschaftlichen Vorteil für Meran.

„Wer mit dem Rad einkaufen fährt, bleibt in Meran und kommt nicht auf die Idee, in ein Shoppingcenter nach Algund oder Bozen zu fahren“, so die Stadträtin. „Das Geld der Meraner bleibt damit in Meran.“ Auch deshalb investiere die Stadt Mittel zur Abfederung des Covid-Schocks in die Radmobilität, etwa in die Schaffung von 500 zusätzlichen Radparkplätzen.

So könnten nicht nur die Meraner ihre E-Bikes sicher und bequem abstellen, sondern auch Menschen aus den Nachbargemeinden, die für Besorgungen in die Stadt kämen. „Das Fahrrad“, so Stadträtin Rohrer, „ist das Schwungrad der Nahversorgung, während das Auto die Einkaufszentren draußen auf der grünen Wiese ansteuert“.

Von: luk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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20 Kommentare auf "Der Verkehr ist zurück"


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So ist das
So ist das
Universalgelehrter
16 Tage 12 h

Der Tourismus hat sehr wohl wieder richtig Fahrt aufgenommen, ansonsten wären die Staus in den Städten bei Regenwetter nicht zu erklären gewesen.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 8 h

So ist das nicht. Touristen fahren Viele mit Bus.Mal Selbst schaunDorf Tirol u.Schenna .Die Einheimischen schaffen vollkommen allein die Strassen voll zu machen.Küchelberg hätte min. vor 30 Jahren Baubeginn Sein müssen.Was war zu verlieren?!!!Und Passeier-ein Witz.Schnellstrasse und gut.Nostalgie (Hoteliere) waren wieder wichtiger als Gesundheit.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 8 h

So ist das bei Regen Wird das Auto genommen anstatt wie sonst Drahtesel.

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
16 Tage 6 h

@ Sag mal
wie jetzt kommen viele mit Bus und bei regen wird das auto genommen wau.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 3 h

@Norbi hast Einiges nicht verstanden🤔

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
16 Tage 12 h

Dann ist es wohl höchste Zeit, den Pendler wieder volle auf die Nerven zu gehen!

meilenstein
meilenstein
Grünschnabel
16 Tage 11 h

Ständig Baustelln in Meran oder man schneidet die Bäume wia in Obermais richtung Passaier und nor wundert man sich wenns bis in der Romstrosse zrug staut und olm bol die Touristen kemen das no mehr Casino.

Andreas
Andreas
Universalgelehrter
16 Tage 12 h

isch kuan wunder, jeder fohrt jo laimear aluan mitn auto. erster isch vielleicht der uane oder ondere mitn bus oder 2-3 leit im auto unterwegs gwesen

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
16 Tage 10 h

Bozen 13:00 Uhr, hatte gehofft bei diesen Temperaturen (33*) alleine unterwegs zu sein.
Parkplätze voll ! Bars , Bistros, Restaurants, alles Rappel voll. 90 % Gäste , davon wieder 90 % ohne Maske. Ich bin geflüchtet

Missx
Missx
Kinig
16 Tage 6 h

Wie kann man nur nach Bozen fahren?

Sun
Sun
Superredner
16 Tage 6 h

Bin immer wieder erstaunt, wie man vom reien Äusseren die Nationalität
erkennen kann, oder wurden alle 90% befragt?

Hausverstand
Hausverstand
Tratscher
16 Tage 11 h

Ist auch kein Wunder!Dort wo der Mensch unterwegs ist ist wird auch alles zerstört und verpestet!!

Lion18
Lion18
Tratscher
16 Tage 10 h

Fong holt endlich un mit dem Umfohrungstunnel anstatt olm lei zu Labern!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Grünschnabel
16 Tage 10 h

Man müsste alle Städte vollends für den Verkehr sperren.

oli.
oli.
Kinig
16 Tage 10 h

War zu erwarten , die Wirtschaft läuft an , Touristen rollen an , Baustellen zur Sommerzeit usw. , aber viele haben wegen Corona auch nix dazugelernt.

vitus
vitus
Tratscher
16 Tage 6 h

Glaube ich nicht! Es sind weniger Autos, aber auf Suche nach Parkplätzen und dann cruisen sie mehrmals durch die Straßen, bis sie einen finden.
Ich finde, dass die Verkehrsplanung in Meran total versagt hat!

lutl5
lutl5
Neuling
16 Tage 8 h

Mehr und breitere Straßen bauen…wird wahrscheinlich die Lösung sein für den Verkehr der Zukunft. Nur nicht an der Ursache rütteln.

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
16 Tage 5 h
Hatte gestern ein Gespräch mit einen Besitzer von Bussen der auch sogenannte fixe Transporte (Linienbusse) vom Land hat. Mir ist klar dass private Fahrten die abgesagt wurden große einbussen sind. Als ich dann fragte wie es so mit Mundschutz in den Linienbus ist bekam ich eine Antwort die mich schon etwas irritiert hat. ER SAGTE hab meine Fahrer befohlen alle die ohne Mundschutz sind nicht einsteigen zu lassen. Hab ihn darauf hingewiesen dass es schon mal passieren kann dass jemand in der eile die Maske vergisst und warum es nicht möglich wäre in so einen Fall einfach ein paar im… Weiterlesen »
tom
tom
Superredner
16 Tage 7 h

auf der A22 nicht viel weniger

Queen
Queen
Tratscher
16 Tage 7 h

Leider, bis wir wieder alle daheim
bleiben müssen

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