Positive Entwicklung

Freie Fahrt für Fische in Südtirols Fließgewässern

Donnerstag, 19. April 2018 | 15:25 Uhr

Bozen – Fast alle Fische in Südtirols Fließgewässern sind auch Wanderfische, die intakte, durchgängige Gewässer als Lebensräume benötigen. Drei Landesdienste sorgen dafür.

Der Lebensraum in Südtirols Fließgewässern hat sich in den letzten Jahren verbessert. Das belegen die positiven Entwicklungen der Fischbestände. Wesentlicher Faktor dafür ist eine ungehinderte Fischwanderung, die für viele Arten überlebenswichtig ist. Um diese zu gewährleisten, setzt das Land Südtirol zusammen mit den Gemeinden und den Betreibern von E-Werken verschiedene Maßnahmen zur Durchgängigkeit der Fließgewässer. Landesagentur für Umwelt, Agentur für Bevölkerungsschutz und Landesamt für Jagd und Fischerei arbeiten zusammen, um intakte und gesunde Fließgewässer zu erhalten, die es Fischen erlauben, sich flußaufwärts zu bewegen.

Fischwanderung für gesunde Flüsse wichtig

Vor allem in der Fortpflanzungszeit legen Fließgewässerfische beachtliche Wanderrouten zurück, um ihre Laichgründe zu erreichen. Die Fischwanderung gleicht dabei einem Hindernislauf: Neben natürlichen Abstürzen gibt es zahlreiche Bauwerke wie Wehre, Sperren und Dämme. Diese sind für die Hochwassersicherheit von Kulturland und Siedlungen notwendig, unterbrechen aber oft die lebensnotwendigen Laichwanderungen der Fische. Hinzu kommen Stauseen oder Fassungsbauwerke, die für die Stromproduktion oder auch Wassernutzung in die Gewässer gebaut werden. Viele Wanderfische sind deshalb in ihrem Bestand gefährdet.

Nur die besten Schwimmer, das sind in Südtirol die Forellen, können Hindernisse bis zu maximal einem Meter Höhe überwinden. Für Jungfische oder Arten, die weniger gut schwimmen – beispielsweise die Mühlkoppe – kann ein viel kleinerer Gewässersprung schon zu einem Problem werden. Seit rund zwei Jahrzehnten werden in Südtirol diese Fakten bei  Wildbachverbauungsarbeiten mitberücksichtigt und auch bereits bestehende Bauwerke fischpassierbar umgestaltet.

Schutzmaßnahmen

Mit dem Wassernutzungsplan wird die Nutzung und der Schutz der heimischen Gewässer genau geregelt. Der am 19. August 2017 in Kraft getretene Plan legt unter anderem Kriterien für die verschiedenen Nutzungsarten, Bestimmungen für die Verbauung der Wasserläufe, für das Monitoring der Wasserqualität sowie Richtlinien für die Fischzucht und für hydrogeologische Risikozonen fest. Gemäß Wassernutzungsplan müssen jene Gewässerabschnitte definiert werden, in denen prioritär Maßnahmen für die Fischdurchgängigkeit zu treffen sind. E-Werke, die ein Wanderhindernis darstellen, müssen geeignete Fischtreppen einbauen, damit sie von den Fischen überwunden werden können.

Auch mit den Umweltgeldern, die in Südtirol Kraftwerksbetreiber von Großwasserableitungen sowie von kleinen und mittleren Konzessionen für Umweltmaßnahmen zu Gunsten der Ufergemeinden leisten müssen, wird in die Aufwertung der Wasserlebensräume investiert. Ein Teil von ihnen fließt in die Realisierung von Querbauwerken an Flussläufen und E-Werken, die die Fischpassierbarkeit garantieren.

Bevölkerung sensibilisieren

Am 21. April wird auch dieses Jahr der “Welttag der Fischwanderung” gefeiert. Dabei richtet sich alle Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit von offenen und intakten Flüssen und Bächen als Lebensräume und Verbindungselemente in der Landschaft. Auch das Land Südtirol macht mit. Mit einem Video-Beitrag auf der YouTube Seite des Landes, Playlist “Umwelt”, und einem Online-Quiz informieren Experten der Landesagentur für Umwelt, der Agentur für Bevölkerungsschutz und des Landesamtes für Jagd und Fischerei über Wasserlebensräume, Wildbachverbauung und Gewässerschutz in Südtirol.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Freie Fahrt für Fische in Südtirols Fließgewässern"


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Dolomiticus
Dolomiticus
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Das Land zwingt kleine Dorf-E-Werke sündhaft teure Fischtreppen zu bauen, die wahre überdimensionierte Prunkbauten in der Landschaft sind, für die drei Forellelen, die es locker auch über bescheidenere und billigere Strukturen bachaufwärts schaffen würden. So wird aber die Landschaft verschandelt, die E-Werke knapp an den Ruin getrieben und Fische sieht man trotzdem kaum welche in den oberen Bachläufen. Geh, Landler, a Bissl Hausverstand und Maß und Ziel würde euch nicht schaden!

Staenkerer
1 Monat 4 Tage

de stelln jetz no wegweißer für de fischlen auf das se de treppen jo benutzn mit genauem hinweiß wie des geat und überoll fischverbotstofeln für de extrabösen,frechn kormorane auf, natürlich mit abschußdrohung bei mißachtung … wenn schun, nor onständig 😉!

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Was man den gläubigen Lesern nicht so alles vor schwefelt 😀.
Wenn nicht fleißig eingesetzt würde könnten die Angler längst schon
zu Hause bleiben denn aus verschiedenen Gründen ist die Reproduktion des Fischbestandes gleich Null und wenn was da ist fressen sich die Kormorane satt.

Paul
Paul
Superredner
1 Monat 4 Tage

Spott und Hohn sind wir inzwischen gewohnt aber dieser Bericht ist wieder mal totaler Schwachsinn .Die Etsch zwischen Bozen und Meran ist das beste Beispiel für die unmögliche Umweltpolitik dieses Landes Ich glaube kaum dass im gesammten Alpenraum ein Vergleich zu finden ist

Sued-tiroler
Sued-tiroler
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Da werden sich Fischreiher und Kormorane aber freuen 🙈🙊🙈

Antivirus
Antivirus
Superredner
1 Monat 4 Tage

Es gibt keine gesunde Gewässer für Fische mehr, die Gewässer arbeiten alle für Südtiroler Imperium hobsss’ Alperia

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