Agrialp 2021

Freitag ist Direktvermarktertag

Dienstag, 16. November 2021 | 23:06 Uhr

Bozen – Direktvermarktung ist eine der Antworten auf eine von den Konsumenten immer stärker gefragte, nachhaltigere Landwirtschaft. Mit den richtigen Voraussetzungen und bestmöglich umgesetzt bietet sie Vorteile für Produzenten und deren Kundschaft genauso wie für die Umwelt. Schließlich profitieren die Bäuerinnen und Bauern von höheren Gewinnmargen und starker Kundenbindung, die Kundschaft schätzt den persönlichen Kontakt und die klare Nachverfolgbarkeit, aber auch der Natur ist geholfen mit kurzen Wegen und regionalen Kreisläufen. Aber natürlich verlangt der Direktvertrieb von landwirtschaftlichen Produkten auch mehr Aufwand und zusätzliche Kompetenzen ab. Dessen sollten sich alle, die mit der Direktvermarktung von selbst hergestellten Produkten liebäugeln oder bereits Geld damit verdienen, bewusst sein. Zudem sollten sie sich den Freitag, 19. November im Kalender fett anstreichen, denn an diesem Tag ist das Programm auf der Agrialp ganz diesem Thema gewidmet. Als großer Besuchermagnet dient die vierte vom Südtiroler Bauernbund organisierte „Fachtagung zur bäuerlichen Direktvermarktung“ im MEC Meeting & Event Center Südtirol.

Auch das Programm, das an allen vier Messetagen auf der Aktionsbühne vom Südtiroler Bauernbund geboten wird, konzentriert sich an diesem Tag auf den Direktvertrieb. Dabei stehen vor allem neue, innovative Fleischverarbeitungs- bzw. Schlachtungsformen im Fokus. Gleich um 11.00 geht es um geeignete Schlachtungsformen für Geflügelmäster. Nach einem Exkurs zum gefährlichsten landwirtschaftlichen Arbeitsmittel, bei dem man einen Traktorunfall gefahrlos mittels VR-Brille miterleben kann, geht es um die bäuerliche Fleischvermarktung von morgen: Wie kann die Vermarktung von unedlen Teilen gelingen? Was hat es mit den sogenannten „New Cuts“ – auf sich?

Gleich spannend und kontrovers wie das Thema „Fleisch als Lebensmittel“ verspricht auch die Debatte darüber zwischen einem Fleischsommelier und der Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale zu werden. Wie eine mobile Schlachtung für weniger Stress und mehr Tierwohl sorgen kann und welches Potential darin steckt für eine biologische, naturnahe und artgerechte Landwirtschaft, ist Thema der gleichnamigen Diskussion am Freitag 19. November um 14.30 Uhr auf der Aktionsbühne. DieGesprächsrunde mit Alexander Holzner von der gleichnamigen Dorfmetzgerei in Lana, Thomas Zanon von der Freien Universität Bozen, dem Bozner Amtstierarzt Franz Hintner, Max Feichter, Verantwortlicher Landwirtschaftlicher Hoforganismus bei Alois Lageder, sowie Senatorin und Rechtsanwältin Julia Unterberger ist später auch online auf der Homepage der Direttissima abrufbar.

Unmittelbar vor dieser Diskussion präsentiert Messe Bozen ihre neue Plattform für Direktvermarktung. Mit Direttissima gibt es am 11. und 12. Februar 2022 endlich ein zukunftsfähiges Forum für eine zunehmend wichtigere und interessantere Einkommensquelle für immer mehr heimische Bauern und dies nicht in Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur gewachsenen, genossenschaftlichen Tradition des Landes. Als innovativer Treffpunkt für eine neue Generation von Direktvermarktenden bietet Direttissima einen direkten Austausch von hochwertigen Produkten, fachlichem Knowhow und zukunftsweisenden Ideen.

Zum Thema Zukunft findet am Freitag um 15.00 Uhr die Konferenz & Agri Risk Future Day statt, die vom Hagelschutzkonsortium Südtirol und dem Schutzkonsortium Trient in Zusammenarbeit mit dem nationalen Verband der Schutzkonsortien Asnacodi Italia organisiert wird. Dabei wird im Hinblick auf die neue europäische Agrarpolitik ein Augenmerk auf neue Instrumente der Risikoabsicherung gelegt und neue digitale Möglichkeiten im Bereich Risikomanagement und Schadenserhebung vorgestellt.

Als Abschluss dieses Thementages präsentiert der Südtiroler Bauernbund seine Direktvermarktungsoffensive.Dabei diskutieren der Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes, Leo Tiefenthaler, mit dem Leiter der Bauernbund-Abteilung Marketing, Hans J. Kienzl, und David Frank und IDM Südtirol mit der Direktvermarkterin von Bio-Schweinfleisch, Verena Angerer vom Jörgnerhof in Pfitsch, welche Ziele, Chancen und Herausforderungen es für Direktvermarktende gibt.

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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