Bezirksversammlung

hds: „Onlinehandel soll auch Steuern entrichten“

Montag, 01. April 2019 | 23:28 Uhr

Bruneck – Das Projekt Geoanalyse Südtirol, betriebliches Welfare und die Ehrung langjähriger Mitglieder standen unter anderem im Mittelpunkt der diesjährigen Bezirksversammlung des hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol, die vor kurzem im Schloss Bruneck stattgefunden hat. Rund 100 Wirtschaftstreibende aus dem Bezirk Pustertal haben an der Versammlung teilgenommen.

Eröffnet wurde die Versammlung durch hds-Bezirkspräsident Philipp Moser. Er unterstrich, dass sich der Verband für eine autonome Lösung bei den Sonn- und Feiertagsöffnungen im Handel einsetzt. „Südtirol ist aufgrund seiner einmaligen Handelsstruktur nicht vergleichbar mit den anderen italienischen Regionen. Von daher streben wir eine eigene Regelung über unser Autonomiestatut an“, betonte Moser. Er widersprach auch dem Vorwurf, dass die Löhne im Einzelhandel niedrig seien. Schuld am schlechten Gehaltsimage sei die Großverteilung, in der im Vergleich zum Fachhandel nicht qualifizierte Arbeitskräfte beschäftigt seien. Der Bezirkspräsident sprach sich auch für eine nationale Besteuerung der großen Onlineunternehmen aus, die steuerrechtlich gegenüber den stationären Händlern einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil genießen würden. Er dankte auch den vielen ehrenamtlichen Mitgliedern im Bezirk für ihren Einsatz zum Wohle der Orte und wies auf die neuen finanziellen Beiträge des Verbandes hin, mit denen innovative und nachhaltige Initiativen zur Ortsentwicklung unterstützt werden sollen.

hds-Vizepräsident Sandro Pellegrini hingegen unterstrich die Verhandlungsstärke des Verbandes, wenn es darum geht, Kollektivverträge für den Sektor abzuschließen. Zudem bietet die Bilaterale Körperschaft für den Tertiärsektor (EbK), die gemeinsam vom hds und den Gewerkschaften verwaltet wird, eine Reihe von Dienstleistungen an, die sich an Arbeitsgeber und Angestellte richten.

hds-Direktor Bernhard Hilpold leitete das Hauptreferat der Bezirksversammlung ein, das dem Thema der Geoanalyse in Südtirol gewidmet war. Die Geoanalyse ist eine digitale Landkarte Südtirols, die imstande ist, zukünftige Auswirkungen zu simulieren, Aufschluss über die Frequenzen sowie die Passantenströme zu geben und ist somit ein verlässlicher Indikator für die Attraktivität einzelner Bezirke, Orte oder Einkaufsstraßen. Diese Erkenntnisse können sowohl für Gemeindeverwaltungen nützlich sein für Entscheidungen und Vorhaben, die einen Ort betreffen, aber auch für einzelne Betriebe, die sich in den Orten ansiedeln oder weiterentwickeln möchten.

Martin Stampfer, hds-Bereichsleiter für Orts- und Stadtentwicklung, zeigte die Möglichkeiten dieses innovativen Instrumentes an einem konkreten Fallbeispiel im Bezirk auf. Analysiert und simuliert wurden die Auswirkungen der neuen Umfahrungsstraße von Kiens. Die wichtigsten Ergebnisse: Die derzeitige Staatstraße durch den Ort verzeichnet eine Frequenzabnahme von täglich 38.884 Personen (minus 79,8 Prozent). Der Kiener Dorfweg verliert zwischen 16 und 18 Prozent an Frequenz (davon sind die Mehrzahl Touristen), während Ehrenburg minus 50 Prozent, Issing minus 30 Prozent und St. Sigmund minus 16 Prozent verlieren.

Anschließend stellte Markus Stocker als gutes Beispiel für einen vitalen Betrieb in einem Ort sein Geschäft Jack&King in Schlanders und seine Geschäftsidee vor. Authentizität und Kundennähe sind dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Abgeschlossen wurde die diesjährige Bezirksversammlung mit der Ehrung langjähriger hds-Mitglieder im Bezirk. Prämiert wurden folgende Betriebe beziehungsweise Mitglieder für 40 Jahre Mitgliedschaft: Autohaus Moser Kg aus Bruneck, Edmund Brandlechner/EP-Studio aus Welsberg, Kamenschek Kg aus Toblach, Papin Sport GmbH aus Innichen und Schnaida Ohg aus Mühlen/Sand in Taufers.

Vor dem offiziellen Teil der Bezirksversammlung wurde im Rahmen eines Aperitifs das Thema des betrieblichen Welfare vorgestellt. Sabine Mayr, Bereichsleiterin im hds für Arbeitsrecht und Gewerkschaftsangelegenheiten, informierte über die neuen Welfare-Leistungen, mit denen Unternehmen die Steuervorteile optimieren und so nicht nur die Kaufkraft der Beschäftigten steigern können, sondern auch gleichzeitig deren Wohlbefinden und Produktivität. „Es handelt sich demnach um eine interessante Neuerung für Unternehmen, aber auch für Arbeitnehmer, die steuerbegünstigt Güter und Serviceleistungen in den Bereichen Gesundheit, Vorsorge, Ausbildung von Kindern für sich oder ihre Angehörigen in Anspruch nehmen können“, so Mayr.

 

Von: bba

Bezirk: Pustertal

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6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
20 Tage 3 h

Amazon zahlt steuern… in Luxenburg, 1%… naja fast 1%

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