hds zum gesamtstaatlichen Tag der Sicherheit in Städten und Orten

Illegalität kostet 41 Milliarden Euro

Freitag, 22. Mai 2026 | 09:35 Uhr

Von: mk

Bozen – Illegalität, Unsicherheit und unlauterer Wettbewerb belasten Handel und Gastronomie in Italien massiv. Anlässlich der vor kurzem stattgefundenen 13. Ausgabe des gesamtstaatlichen Tages der Sicherheit in Städten und Orten „Legalità, ci piace!“, lanciert vom Dachverband Confcommercio, verweist der Wirtschaftsverband hds auf die alarmierenden Ergebnisse der aktuellen Studie des Verbandes.

Demnach verursachte Illegalität im Jahr 2025 für Unternehmen im Handel und in der Gastronomie einen Schaden von rund 41 Milliarden Euro. Gleichzeitig sind dadurch 284.000 reguläre Arbeitsplätze gefährdet. Besonders schwer wiegen der illegale Handel mit 10,5 Milliarden Euro, die illegale Gastronomie mit 8,5 Milliarden Euro, Produktfälschungen mit fünf Milliarden Euro sowie Ladendiebstähle mit 5,4 Milliarden Euro. Hinzu kommen Belastungen durch organisierte Kriminalität und Cyberkriminalität.

„Diese Zahlen zeigen deutlich: Illegalität ist kein Randphänomen. Sie schwächt ehrliche Betriebe, gefährdet Arbeitsplätze, verzerrt den Wettbewerb und beeinträchtigt die Lebensqualität in unseren Städten und Orten“, betont hds-Präsident Philipp Moser.

Bemerkenswert ist auch die Wahrnehmung der Sicherheit in Italien durch die Unternehmen. 29 Prozent der Betriebe in Handel und Gastronomie geben an, dass sich die Sicherheitslage verschlechtert hat. Drei von zehn Unternehmerinnen und Unternehmern befürchten, selbst Opfer krimineller Vorfälle zu werden. Besonders häufig genannt werden Diebstähle, Vandalismus, Übergriffe und Raubdelikte. Auch Phänomene wie Baby-Gangs und problematische Auswüchse des Nachtlebens bereiten den Betrieben zunehmend Sorge.

Ein besonders verbreitetes Problem bleibt der Ladendiebstahl: Über sechs von zehn Handelsbetrieben sind davon betroffen, fast jeder fünfte Betrieb sogar mehrmals wöchentlich oder täglich. Gleichzeitig haben fast neun von zehn Unternehmen bereits in Sicherheitsmaßnahmen investiert – etwa in Videoüberwachung, Alarmanlagen, Diebstahlschutz und weitere Schutzsysteme. In Südtirol gibt es dafür eine eigene Fördermaßnahme des Landes.

„Sicherheit bleibt eine öffentliche Aufgabe und braucht eine starke Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Gemeinden, Ordnungskräften und Wirtschaftsvertretungen“, unterstreicht hds-Direktorin Sabine Mayr. Gerade in Südtirol werde diese Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Sicherheitskräften, Gemeinden und Wirtschaft bereits aktiv und konstruktiv gelebt. Dies sei ein entscheidender Standortvorteil: Sicherheit entstehe nicht allein durch Kontrollen, sondern durch Präsenz, Dialog, Verantwortung und ein funktionierendes Miteinander vor Ort.

Der hds verweist in diesem Zusammenhang auch auf die gesellschaftliche Rolle der Nahversorgung, des Handels und der Gastronomie. Offene Geschäfte, Bars, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe machen Straßen, Plätze und Ortskerne lebendig. Sie schaffen Begegnung, soziale Kontrolle und Vertrauen. „Ein Geschäft, das offen ist, ist nicht nur ein Ort des Verkaufs. Es ist Licht, Präsenz, Beziehung und ein Stück Sicherheit. Jedes geschlossene Geschäft bedeutet nicht nur den Verlust eines Betriebes, sondern auch den Verlust eines lebendigen Punktes in der Stadt oder im Dorf“, so Moser und Mayr abschließend.

Bezirk: Bozen

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