Arbeitsmarktbeobachtung

In Südtirol sind 3000 Deutsche und Österreicher beschäftigt

Donnerstag, 22. April 2021 | 10:10 Uhr

Bozen – Sie sind als Ärztinnen und Ärzte oder als Forschende tätig; sie arbeiten in den Südtiroler Betrieben, in der öffentlichen Verwaltung oder in privaten Büros, an den Schulen als Lehrpersonen, im Gast- und Beherbergungsgewerbe, in der Logistik und dem Transportwesen: Die Rede ist von den rund 3000 abhängig Beschäftigten mit österreichischem, deutschem und schweizerischem Pass, die in Südtirol erwerbstätig sind. Wie die Arbeitsmarktbeobachtung der Landesabteilung Arbeit erhoben hat, entspricht dies etwa 1,5 Prozent aller in Südtirol abhängig Beschäftigten und einem Anteil von elf Prozent aller ausländischen Beschäftigten. Der Höchststand wurde 2008 mit knapp 3300 Beschäftigten verzeichnet. Dabei handelt es sich vorwiegend um Deutsche (etwa 2000) und Österreicher (etwa 1000). Schweizerische Arbeitnehmende sind kaum darunter.

Höher qualifizierte berufliche Tätigkeiten

Die österreichischen und deutschen abhängig Beschäftigten sind im Unterschied zu fast allen anderen ausländischen Beschäftigten in denselben Sektoren tätig wie die Inländer. Eine wichtige Rolle spielt der öffentliche Sektor: In den Jahren 2009 bis 2019 waren durchschnittlich 30 Prozent der Inländer dort abhängig beschäftigt; von den Österreichern sind es 27 Prozent und von den Deutschen immerhin noch 23 Prozent.

“Bemerkenswert ist, dass die österreichischen und deutschen abhängig Beschäftigten vor allem höher qualifizierte Berufe ausüben. Dies gilt vor allem für die hier ansässigen Arbeitnehmer: Über 40 Prozent der Österreicher (46 Prozent) und Deutschen (44 Prozent) sind entweder Führungskräfte, Hochspezialisierte oder in technischen Berufen tätig. Zum Vergleich: Von den Inländern ist es ein knappes Drittel (29 Prozent)”, erläutert Stefan Luther, Direktor der Landesabteilung Arbeit. Bei Ausländern ohne deutsche und österreichische Staatsbürgerschaft dominieren hingegegn die sogenannten “nicht qualifizierten Berufe”.

Hauptarbeitgeber Land Südtirol

Wer der bedeutendste Arbeitgeber für österreichische und deutsche Staatsbürger ist, liegt nahe: nämlich das Land Südtirol. Dieses beschäftigt im Jahresmittel 2019 159 Österreicher (17 Prozent aller unselbstständig beschäftigten Österreicher auf dem heimischen Arbeitsmarkt) und 224 Deutsche (zehn Prozent aller unselbständigen deutschen Staatsbürger). Es folgen der Südtiroler Sanitätsbetrieb mit 30 österreichischen und 88 deutschen Staatsbürgern, die Freie Universität Bozen (44 bzw. neun) und die Eurac (36 bzw. zwölf). Unter den privaten Arbeitgebern liegen die Leitner AG (15) und die Prinoth AG mit 15 beziehungsweise neun österreichischen Beschäftigten vorn. Was die deutschen Arbeitnehmenden angeht, sind es die Fercam (36) und Autotransporte Günther (25) sowie die Unternehmen Fielmann (22) und Alupress (17).

In Bozen und in Grenznähe

Rund ein Viertel der Österreicher und Deutschen ist in Bozen beschäftigt. Ansonsten verteilen sie sich gleich den ansässigen inländischen Arbeitnehmenden auf das gesamte Landesgebiet – mit Ausnahme der ladinischen Täler, in denen der Anteil niedriger ist. Vergleichsweise hoch ist der Anteil in den grenznahen Regionen Sterzing und Innichen: Im Raum Sterzing liegt er bei 2,5 Prozent und im Raum Innichen sogar bei 2,9 Prozent.

Kein genereller Arbeitskräftezuzug

Die von der Arbeitsmarktbeobachtung veröffentlichten Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Funktion der Beschäftigten. “Es handelt sich weniger um einen generellen Arbeitskräftezuzug”, analysiert Direktor Luther: “Während in den Jahren von 2009 bis 2019 die Anzahl der inländischen Arbeitnehmer jährlich um 1,5 Prozent gestiegen ist, hat die Zahl der österreichischen Arbeitnehmer trotz Schwankungen moderat (+0,4 Prozent) zu-, der deutschen (-0,4 Prozent) hingegen leicht abgenommen. Dies zeigt, dass es sich doch um zwei ganz besondere Gruppen handelt.” Anders als noch vor zehn bis zwölf Jahren, als vor allem in Deutschland ein Arbeitskräfteüberschuss zu verzeichnen war, gäbe es nunmehr in diesen beiden Herkunftsländern einen stabilen Eigenbedarf vor allem an hoch qualifizierten Arbeitskräften. “Heute spielen vor allem Faktoren wie die Nachfrage nach diesen hoch qualifizierten Arbeitskräften in Südtirol eine Rolle”, unterstreicht Luther.

Natürliche Mobilität im Grenzgebiet

Eine gewisse natürliche Mobilität zwischen österreichischen und Südtiroler Arbeitnehmern gibt es in den nördlichen und östlichen Grenzregionen Südtirols. Im Wipptal und Oberpustertal haben sich bereits kleinräumige grenzüberschreitende Arbeitsmärkte herausgebildet. Für den Obervinschgau wie für das Tiroler Oberland bildet die Schweiz den Hauptanziehungspunkt für Arbeitskräfte.

“Auch wenn die Zahlen nicht sehr hoch sind, so sind österreichische und deutsche Arbeitnehmer ein essenziell wichtiger Bestandteil des Südtiroler Arbeitsmarktes”, kommentiert Landesrat Philipp Achammer.

Weiterführende Informationen enthält die neue Ausgabe von Arbeitsmarkt-News 04/2021 (http://www.provinz.bz.it/ arbeit-wirtschaft/arbeit/ statistik/arbeitsmarkt-news. asp?641_action=300&641_image_ id=564366).

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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19 Kommentare auf "In Südtirol sind 3000 Deutsche und Österreicher beschäftigt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Faktenchecker
19 Tage 10 h

Ohne Ausländer geht die Südtiroler Wirtschaft die Etsch hinunter.

Missx
Missx
Kinig
19 Tage 9 h

@ Faktenchecker
Wir brauchen die Arbeiter aus dem Norden. Der Südtiroler ist sich ja für alles zu schade 🙄

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
19 Tage 8 h

wos ischn eigentlich mit dir los? haha wos tuaschn du in gonzn tog?😂

Fochmonn
Fochmonn
Tratscher
19 Tage 5 h

@Soundgeist Ich geniese meine Pension!! Bekomm Sie jeden 1rste des Monats im Voraus ausgezahlt!! Und du bezahlst mit!! DANKE!!!

Faktenchecker
19 Tage 39 Min

soundi

Das böse Tu-Wort vermeiden.

Faktenchecker
19 Tage 38 Min

Gesundheit. Bei Niesen besser einen Corona-Test machen.

Offline
Offline
Universalgelehrter
19 Tage 7 h

Wenn ich den Artikel richtig verstehe, handelt es sich um hochqualifizierte Spezialisten….

ste
ste
Tratscher
19 Tage 4 h

jo.. muasch denkn um lehrperson zu werdn muass man studiern sel hoast in italien doktortitel…

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Superredner
19 Tage 4 h

Hochqualifizierte Spezialisten bleiben im eigenen Land, wo sie dringend gebraucht werden. Das Gegenteil ist der Fall.

Italo
Italo
Superredner
19 Tage 2 h

Offlin gibs sell überhaubt hintern Brenner????

Offline
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Universalgelehrter
19 Tage 1 h

@Italo..du gehörst mit Sicherheit nicht dazu, denn Lesen können ist eine Mindestvoraussetzung.

Faktenchecker
19 Tage 40 Min

Offi
Grammatik auch,.,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

jack
jack
Universalgelehrter
18 Tage 16 h

@Italo
sebm schun ba ins net im hinterland

Zugspitze947
18 Tage 15 h

italo: do hosch dir wieder a suuuuuper Kompliment ausgschtellt……. ormes Lands mit solche Vö… 🙁

Offline
Offline
Universalgelehrter
18 Tage 14 h

@Faktenchecker…hä ?????

Faktenschlecker
Faktenschlecker
Grünschnabel
19 Tage 2 h

Politiker a bitte vom Ausland nemmen.letza konns it werdn

roserl
roserl
Grünschnabel
19 Tage 30 Min

Merkel stünde ab September zur Verfügung. 😁

Rabe
Rabe
Tratscher
19 Tage 1 h

als Arbeiter krign mir in rest Danke😁

Zugspitze947
18 Tage 15 h

Haha,aber umgekehrt sind allein in Deutschland ca. 10.000 Südtiroler seit Jahrzehnten sehr erfolgreicht und angesehen tätig ❤👌

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