Von: luk
Rom/Bozen − Ein nachhaltiges Wachstum der Tourismusströme in den touristisch weniger ausgeprägten Gemeinden in Italien könnte in den kommenden fünf Jahren eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von 1,6 Milliarden Euro sowie 14.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Der touristische Wert kleiner Gemeinden“, die von Confturismo-Isfort durchgeführt und im Rahmen der Tagung „Tourismus ist Territorium“ in Rom vorgestellt wurde. An dieser Tagung nahm auch Klaus Berger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) teil.
Die Studie zeigt, dass derzeit lediglich 350 von insgesamt 2.137 kleinen Gemeinden (rund 16 Prozent) ihr touristisches Potenzial erfolgreich ausschöpfen. Diese Gemeinden erzielen jährlich rund 128 Millionen Übernachtungen und eine touristische Wertschöpfung von rund 25 Milliarden Euro. Die übrigen 84 Prozent der kleinen Gemeinden verzeichnen hingegen lediglich rund 33 Millionen Übernachtungen und eine jährliche touristische Wertschöpfung von rund sechs Milliarden Euro.
Confturismo-Präsident Manfred Pinzger, der die Tagung leitete, meinte: „Eine gezielte Aufwertung kleinerer Gemeinden schafft neue Chancen für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, die Tourismusströme ausgewogener zu verteilen, den Druck auf stark frequentierte Destinationen zu verringern und eine nachhaltigere Entwicklung des Tourismus in Italien zu fördern.“
Allerdings gibt es eine wesentliche Herausforderung: 84 Prozent dieser Gemeinden gelten als „peripher“, 91 Prozent sogar als „ultraperipher“. Der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ist dort vielfach eingeschränkt. Deshalb sind Investitionen in Infrastruktur sowie in Verkehrsverbindungen von zentraler Bedeutung.
An der Tagung nahm auch Tourismusminister Gianmarco Mazzi teil, welcher den Tourismus in den Dörfern als ein strategisches Thema erkannte. Confcommercio-Präsident Carlo Sangalli betonte, dass das touristische Potenzial in den Gemeinden besser erschlossen werden müsse.
HGV-Präsident Klaus Berger, der ebenso an der Tagung teilnahm, traf dabei Tommaso Tanzilli, Präsident der staatlichen italienischen Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato Italiane (FS). Sowohl Berger als auch Manfred Pinzger unterstrichen insbesondere die Wichtigkeit einer guten Anbindung an das italienische Hochgeschwindigkeitsnetz und begrüßten den Ausbau der Frecciarossa-Verbindungen nach München. Diese stärken die grenzüberschreitende Mobilität und fördern eine klimafreundliche Anreise aus dem Norden nach Italien. „Der Ausbau der Frecciarossa-Verbindungen nach München ist wichtig, um Gästen eine komfortable und nachhaltige Anreise nach Norditalien und auch nach Südtirol zu ermöglichen. Eine gute internationale Bahnanbindung erhöht die Attraktivität unseres Tourismusstandortes und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene“, betonte HGV-Präsident Klaus Berger.




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