Publikumspreis geht nach Mailand

KlimaHaus Awards 2021

Samstag, 11. September 2021 | 11:27 Uhr

Bozen – Am gestrigen Freitag wurden im Bozner Sheraton die KlimaHaus Awards 2021 vergeben, mit welchen die besten KlimaHäuser des zurückliegenden Jahres ausgezeichnet wurden. Die Verleihung der begehrten Preise fand heuer bereits zum 19. Mal statt.

Mit dem „Golden Cube“ werden Planer und Bauherrn prämiert, die energieeffizientes und nachhaltiges Bauen besonders gelungen und innovativ interpretieren. Die Sieger wurden aus den 1.332 im Vorjahr zertifizierten Projekten ermittelt und vereinen – unabhängig von Architekturstil, Bauweise oder Materialwahl – einen geringen Energieverbrauch und eine gute Ökobilanz mit einem behaglichen Raumklima und den Ansprüchen an die planerischen Freiheiten und Bedürfnisse der Bauherren.

Sechs Preisträger wurden von einer Fachjury ausgewählt, der Sieger des begehrten Publikumspreises wurde auch heuer wieder über ein Online-Voting ermittelt. Unter den Siegerprojekten, die aus ganz Italien kommen, finden sich auch dieses Jahr wieder private und öffentliche Gebäude, Neubauten ebenso wie gelungene Sanierungen.

Luca Mercalli führte durch den Abend

Direktor Ulrich Santa eröffnete den Abend und der bekannte Meteorologe und Klimaexperte Luca Mercalli, diskutierte nach ihren Grußworten mit Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrat Giuliano Vettorato und dem Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi über Herausforderungen und Lösungsansätze im Kampf gegen den Klimawandel. Anschließend wurden die Siegerprojekte bekanntgegeben.

Der erste goldene Cube wurde dem Projekt „Ciasa Le Fiun“ (Arch. Daniel Ellecosta) aus St. Vigil in Enneberg überreicht. Das Haus ist ein Paradebeispiel für modernes Wohnen, das die traditionelle bäuerliche Architektur des Gadertals auf zeitgemäße Art und Weise neuinterpretiert. Die Kombination aus Massiv- und Holzbau, lokale Materialien und der Einsatz modernster und umweltfreundlicher Gebäudetechnik überzeugte die Jury.

Der nächste Preis ging an ein Projekt am Gardasee, an das neue Rathaus Torbole/Nago (Arch. Matteo Merega). Das öffentliche Gebäude besticht durch seine umfassend ökologischen Qualitäten. Der Holzbau wurde KlimaHaus Gold Nature und ARCA Platinum zertifiziert und steht für eine zeitgemäße Umsetzung öffentlicher Bauvorhaben mit Vorbildcharakter.

Prämiert wurde auch das House P2 (monovolume architecture+design) in Eppan. Die Villa präsentiert sich als private Oase, die sich harmonisch in die umliegende Landschaft einfügt. Eine umfassend nachhaltige Planung machen diesen Abbruch und Wiederaufbau zu einem gelungenen Beispiel für eine KlimaHaus Nature-Zertifizierung.

© Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus

Der nächste goldene Kubus ging wiederum an ein öffentliches Gebäude. Die Gemeinde Sankt Pankraz im Ultental hat mit dem neuen Gebäudekomplex Santenwaldele (Architekturstudio Stifter + Bachmann) einen neuen wichtigen Bezugspunkt für Sport und Freizeit geschaffen, der alle Dorfbewohner zur Nutzung einlädt. Das Ensemble besticht durch seine moderne Formensprache und steht für die Verbindung von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.

Ein Jury-Preis ging auch in die Provinz Venedig. Casa Righetto (Stucio Pranovi) interpretiert das typisch ländliche Bauen im Veneto mit einer zeitgemäßen Architektursprache. Der einzigartige Charakter des Gebäudes drückt sich durch ein harmonisches Spiel der Kontraste zwischen Tradition und Moderne aus. Das KlimaHaus A verbindet außergewöhnlichen Wohnkomfort mit hoher Energieeffizienz.

Der letzte Jurypreis ging an die Sanierung Grangia Borgata Vazon (Arch. Elena Mercallli, Arch. Dario Miron), einem alten piemontesischen Almhof nahe der französischen Grenze. Im Rahmen der Modernisierung wurden die vielen – nicht nur technischen – Herausforderungen vorbildlich nach dem Sanierungsleitfaden KlimaHaus R gelöst. Durch die umfangreichen Eingriffe wurde das historische Gebäude auf innovative und umweltfreundliche Weise aufgewertet.

Gardenia Srl für langjährige Zusammenarbeit ausgezeichnet

Generaldirektor Santa überreichte anschließend den Fidelity Cube an Gardenia Srl, einer Baufirma aus der Provinz Lodi, die sich seit Jahren der Errichtung von Gebäuden nach dem KlimaHaus-Standard verschrieben hat.

© Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus

Publikumspreis geht nach Mailand

Besonders gespannt warteten die Anwesenden auf den Publikumspreis, über den bereits zum siebten Mal online abgestimmt wurde. Unter den 23 Finalisten setzte sich das Projekt „Condominio CasaClima Milano“ (d.n.a. dYNAMIC nETWORK aRCHITECTS) durch, ein Mehrfamilienhaus in einer zentralen Lage von Mailand.

Der Publikumspreis erfreut sich von Jahr zu Jahr größeren Interesses: Über 12.000 Teilnehmer haben heuer die Abstimmungsseite besucht.

 

Von: lup

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "KlimaHaus Awards 2021"


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Laempel
Laempel
Tratscher
7 Tage 16 h

Das Klima in den Klimahäusern ist Geschmackssache. Wenn man zumindest auf Dämmstoffe aus Kunststoff verzichten und keine leicht brennbaren Materialien verwenden würde. Aber etwas, was viel teurer und trendiger als üblich gemacht wird, kann ja nur gut sein; jedenfalls für die Mitesser bei Planung und Bau. Ob die Bewohner darin dann lebenslang Kunststoffdämpfe einatmen, ist denen ja egal.

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
7 Tage 12 h

KlimaHausZwang ist eine riesen Schweinerei, kein ,,Normaler,, kann sich mehr eine Wohnung leisen. Einfach normal Isolieren und gut ist, kostet weniger und hilft auch.
………und Nachhaltig sind diese Klimahäuser sicher nicht. Ich glaube kaum das so ein Haus 100 und mehr Jahre alt wird, wie so manche alte Gebäude (meist in Altstadt Zentrum), die ja teils sogar aus dem18te Jahrhundert stammen 

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