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Kostbares Nass

Dienstag, 26. Mai 2026 | 01:52 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Ständige Beobachtungsstelle über die Wasserressourcen in den Ostalpen hat die erste Warnstufe für Südtirol im Einzugsgebiet der Etsch ausgerufen. Das weist zwar nur auf eine geringe Gefahr durch Wassermangel hin. Trotzdem zeichnet sich ein bedenklicher Trend ab: Bereits in vergangen Jahren kam es im Unterland zu Trockenperioden, doch selten ereigneten sich diese so früh im Jahr.

Seit Pfingsten macht sich ein Hochdruckgebiet über Südtirol und Italien breit, das für die erste Hitzewelle sorgt – mit Spitzen bis zu 35 Grad. Drei Prozent der gesamten Wassermenge in Südtirol nimmt die Landwirtschaft in Anspruch, die jährlich 150 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht und somit zu einem der größten Wasserverbraucher im Land zählt.

Bei der Bewässerung wird Wasser von den Pflanzen aufgenommen und verdunstet, dabei geht es im lokalen Kreislauf verloren. Anders schaut es beim Trinkwasser oder bei der Stromerzeugung aus. Dieses Wasser fließt wieder zurück in den lokalen Kreislauf.

Weil sich rund ein Drittel der Wassermenge einsparen lässt, steigen viele Obst- und Weinbauern deshalb vermehrt von Kronen- auf Tropfbewässerung um. Auf diese Weise werden Pflanzen viel gezielter mit Feuchtigkeit versorgt. Ein Sektor, dem auch viel Wasserverbrauch unterstellt wird, ist der Tourismus. Doch auch in Schwimmbecken bleibt Wasser zunächst einmal erhalten und kann wieder aufbereitet werden.

Dass in Südtirol übers Wassersparen nachgedacht werden muss, bleibt trotzdem erschreckend. Schuld daran ist nicht der eine oder andere Wirtschaftszweig, sondern der weltweite CO2-Ausstoß, der den menschengemachten Klimawandel vorantreibt. Schlussendlich müssen hier Lösungen ansetzen.

Bezirk: Bozen

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