Von: luk
Bozen – Der Krieg im Iran sorgt auch in Südtirol für deutliche Preissteigerungen. Besonders betroffen sind Energie, Treibstoffe und Baumaterialien. Vertreter des Handwerks schlagen Alarm und sprechen von einer erheblichen Belastung für kleine und mittlere Betriebe.
Die Treibstoffpreise sind in der Provinz Bozen zuletzt stark gestiegen. Während sich die Preise auf nationaler Ebene nach einem ersten Anstieg etwas stabilisiert haben, liegen sie weiterhin deutlich über dem Niveau von vor zwei Wochen. Der Dieselpreis erhöhte sich landesweit um rund 15 Prozent, Benzin um knapp zehn Prozent. In Südtirol fiel der Anstieg teils noch stärker aus: Kostete ein Liter Diesel vor zwei Wochen noch rund 1,68 Euro, liegt der Preis inzwischen bei etwa 2,10 Euro – ein Plus von rund 25 Prozent.
Auch die Strompreise haben kräftig angezogen. Laut dem italienischen Handwerkerverband CNA stieg der Großhandelspreis für Strom binnen zwei Wochen um rund 60 Prozent. Der Durchschnittspreis liegt derzeit bei 143 Euro pro Megawattstunde und damit deutlich höher als in Deutschland, Frankreich oder Spanien. Das gilt trotz des hohen Anteils erneuerbarer Energien in Südtirol, da sich der Strompreis am Gas orientiert.
Neben Energie verteuern sich auch zahlreiche Rohstoffe und Materialien. Kupfer verzeichnete Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent, Eisen und Aluminium rund 20 Prozent. Im Bausektor werden Preisaufschläge von bis zu 18 Prozent gemeldet, bei bestimmten Kunststoffen sogar bis zu 30 Prozent. Auch Holz ist mit Zuwächsen zwischen zehn und 15 Prozent betroffen. Hinzu kommen steigende Transport- und Versicherungskosten.
CNA-Präsident Cristiano Cantisani warnt vor zunehmenden Lieferengpässen und Produktionsverzögerungen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen litten unter den Entwicklungen. Zwar wollten viele Betriebe in erneuerbare Energien oder Elektromobilität investieren, doch fehlten häufig ausreichende Förderinstrumente, um diese Umstellung zu bewältigen.
Die steigenden Energiekosten treffen insbesondere energieintensive Branchen. Im Marmorsektor machen Stromkosten bis zu 35 Prozent der Gesamtausgaben aus, bei Wäschereien oder Bäckereien sogar bis zu 40 Prozent. Die Handwerksvertretung fordert daher gezielte Unterstützungsmaßnahmen, um die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Krise abzufedern.




Aktuell sind 16 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen