"Nachhaltigkeit hat oberste Priorität."

LandWIRtschaft 2030: 600 Bürger bei Obst- und Weinbau-Webinar

Mittwoch, 17. März 2021 | 17:07 Uhr

Bozen – Rund 600 Bürgerinnen und Bürger haben gestern Abend am Webinar zum Schwerpunktthema “Obst- und Weinbau – Wohin geht der Weg?” teilgenommen, zu dem Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler eingeladen hatte. Der Landesrat erinnerte eingangs an die Folgen der Coronavirus-Pandemie: Sie hätten unter anderem gezeigt, dass die Landwirtschaft in Südtirol als Produzent von Lebensmitteln derzeit einen hohen Stellenwert einnimmt. Doch die Herausforderungen bleiben groß, und das belegte auch eine Umfrage unter den Teilnehmenden des Webinars: 60 Prozent von ihnen gaben an, dass Klima und Konsumenten in  Zukunft große Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion haben werden.

Mit dem gestrigen Online-Austausch setzt Schuler seinen im Jänner begonnenen Dialog mit der Bevölkerung fort: Bereits am 21. Jänner hatten über 700 Südtiroler an einem Auftakt-Webinar zu Schulers Konzept “LandWIRtschaft 2030” teilgenommen. Damals aber waren viele Fragen aus Zeitgründen unbeantwortet geblieben.

Gestern war Zeit, viele dieser Fragen zum Schwerpunktthema Obst- und Weinbau zu vertiefen, und die Bevölkerung brachte eine ganze Fülle an Themen und Fragen vor, auf die Landesrat Schuler gemeinsam mit dem Direktor des Versuchszentrums Laimburg, Michael Oberhuber, mit Klaus Marschall vom Institut für Pflanzengesundheit am Versuchszentrum Laimburg sowie den beiden Experten des Beratungsrings für Obst- und Weinbau, Ringleiter Robert Wiedmer für den Obstbau und Hansjörg Hafner für den Weinbau einging.

Nachhaltigkeit als prioritäres Zukunftsthema

Dabei kristallisierte sich heraus: Die Nachhaltigkeit ist ein prioritäres Zukunftsthema in der Landwirtschaft. So reichte die Palette der angesprochenden Themen vom nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmittel über die nachhaltige Anwendung von Gentechnik bis zum Vorschlag einer Bürgerin, eine nachhaltige CO2-Steuer auf importierte Produkte einzuführen. Schuler deklarierte als Ziel, “das Bewusstsein für die Herkunft und die nachhaltige Produktion bei den Bürgerinnen und Bürger weiter zu stärken. Die einzelnen Sektoren haben dazu bereits Konzepte ausgearbeitet.” Der Landesrat ist nun dabei, nach dem Austausch mit Interessensvertretern, Bauern und Bürgern die Zukunftsstrategie der Südtiroler Landwirtschaft zu erarbeiten. Eines ist dabei schon klar: Der Landwirtschaftslandesrat schreibt Nachhaltigkeit und Regionalität groß.

Das gestrige Webinar zum Obst- und Weinbau war das erste einer dreiteiligen Reihe. An den kommenden beiden Dienstagen folgen jeweils um 20 Uhr die weiteren zwei Schwerpunktthemen “Berglandwirtschaft und Tierhaltung in Südtirol” (23. März) sowie “Klima- und Umweltschutz – Beitrag der Landwirtschaft” (30. März). “Ich will mit der Bevölkerung diskutieren”, sagt Schuler: “Ihre Anregungen sind für die Ausarbeitung meines Konzeptes ‘LandWIRtschaft 2030’ von großer Bedeutung.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "LandWIRtschaft 2030: 600 Bürger bei Obst- und Weinbau-Webinar"


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Faktenchecker
25 Tage 13 h

War das Umweltinstitut München auch eingeladen?

Oberjoggler
Oberjoggler
Grünschnabel
25 Tage 12 h

Du meinst diesen auf Spenden angewiesenen Privatverein, der sich Umweltinstitut e.V. nennt? Warum sollte der deiner geschätzten Meinung nach in Südtirol eingeladen werden, wo er nicht imstande ist, einen Demeter zertifizierten Betrieb beim Ausbringen von (Dünge-) Kalk von einem pflanzenschutzmittelausbringenden Obstproduzenten zu unterscheiden?

ArminiusGermanicus
ArminiusGermanicus
Grünschnabel
25 Tage 11 h

Was ist eigentlich aus der groß angekündigten Klage geworden?
im Sande verlaufen…………………….

Faktenchecker
25 Tage 6 h

Südtirol hat gekniffen weil es verloren hätte. Die Äpfel bekommen Pestizide.

ArminiusGermanicus
ArminiusGermanicus
Grünschnabel
25 Tage 11 h

.
Schuler deklarierte als Ziel, “das Bewusstsein für die Herkunft und die nachhaltige Produktion bei den Bürgerinnen und Bürger weiter zu stärken. 
Und was ist mit dem Landwirten in ganz Europa.
Die Bürger sind da schon ein ganzes Stück weiter als die Bauern.

Faktenchecker
25 Tage 6 h

Die Bauern spritzen immer noch Gift. Uneinsichtigkeit verliert im Wettbewerb!

bern
bern
Universalgelehrter
24 Tage 21 h

@Faktenchecker
ja, aber die Rückstände auf den Äpfeln sind nicht der Rede wert. Am meisten Gift spritzen die Kommunen, die FS und die Privatgärtner.
Ohne Pflanzenschutzmittel wären die Erträge deutlich geringer und wir müssten den armen Afrikanern noch mehr Lebensmittel wegessen.

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